Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Auswege aus dem Treibhaus - WWF startet Initiative für eine CO2-freie Stromversorgung

06.05.2003


Bis 2020 kann der Stromsektor seinen Kohlendioxidausstoß europaweit halbieren. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Low Carbon Electricity Systems in the European Union" des Ecofys Instituts, die der WWF zum Auftakt seiner neuen Initiative "Power Switch! - Umschalten auf saubere Energien" vorgestellt hat.

Bis zur Mitte des Jahrhunderts hält der WWF sogar einen CO2-freien Stromsektor für möglich. In Deutschland basiert ein solches Szenario auf drei Säulen: dem Abschied von der Kohle, verbesserter Effizienz und dem Ausbau der erneuerbaren Energien.

Mehr als ein Drittel der weltweit vom Menschen erzeugten CO2- Emissionen ist auf die Stromversorgung zurückzuführen. Die Verbrennung von kohlenstoffreichen Energieträgern wie Stein- und Braunkohle zur Stromerzeugung führt weltweit jährlich zu einem Ausstoß von rund 24 Milliarden Tonnen Kohlendioxid. "RWE, Vattenfall, E.ON und andere Energiekonzerne sind nicht nur Teil des Problems, bei ihnen liegt zugleich der Schlüssel zur Lösung der Klimaproblematik ," betonte Jennifer Morgan, Direktorin der WWF Klimaprogramms. Durch strategische Entscheidungen hin zu mehr Effizienz und sauberen Energien können sie den Weg in eine CO2-freie Energie-Zukunft weisen.

Deutschland komme bei der europäischen Energiewende eine Schlüsselrolle zu. Die deutschen Energieversorger RWE und E.ON gehören zu den ganz Großen der Branche. Etwa zehn Prozent des deutschen Kohlendioxid-Ausstoßes gehen z.B. allein auf das Konto von RWE. "Die EVUs haben die Chance, sich vom Schmuddelkind zum Vorreiter in Sachen Klimaschutz zu entwickeln", erläuterte Regine Günther vom WWF Deutschland. Die Entscheidung über die Energieversorgung von morgen werde heute getroffen. Der WWF fordert die Energieunternehmen auf, ihre Rolle als Klimaschützer wahrzunehmen: "Rund die Hälfte der deutschen Kraftwerke muss im nächsten Jahrzehnt aus Altersgründen vom Netz. Es wäre ökonomisch unsinnig und ökologisch fatal, die alten Anlagen durch neue CO2- Schleudern zu ersetzen", so Regine Günther.

Die Forderungen der Klimaschützer werden von Teilen der Energiewirtschaft bereits umgesetzt. Neun Energieversorger haben sich schon jetzt der WWF-Initiative "Power Switch!" angeschlossen. Zu den Pionieren gehören: EWS Schönau, HEAG NaturPur AG, LichtBlick, MVV Energie AG, NaturEnergie AG, Naturstrom AG, N-ERGIE AG, Stadtwerke Hannover AG, Unit(e). Sie investieren in eine umweltfreundliche Infrastruktur, steigen aus nicht nachhaltiger Energieerzeugung aus und bieten ihren Kunden "grüne" Stromprodukte. Die WWF-Initiative wird vom TV-Meteorologen Jörg Kachelmann unterstützt. Zum Auftakt der Kampagne machte der Wissenschaftler auf die Notwendigkeit einschneidender Klimaschutzmaßnahmen aufmerksam. "Spätestens nach der verheerenden Flut im vergangenen Jahr müssen wir einsehen, dass der Klimawandel keine ferne, theoretische Möglichkeit, sondern bereits bittere Realität ist. Klimatische Veränderungen lassen sich nicht über Nacht stoppen, sie wirken über Generationen. Es ist also höchste Zeit zum Handeln."

Jörn Ehlers | WWF Deutschland
Weitere Informationen:
http://www.wwf.de

Weitere Berichte zu: CO2-freie Effizienz Klimaschützer Stromversorgung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Dünenökosysteme modellieren
23.06.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Es wird zu bunt im Gillbach: Weitere nichtheimische Buntbarschpopulation in Deutschland nachgewiesen
22.06.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges

26.06.2017 | Förderungen Preise

Fahrerlose Transportfahrzeuge reagieren bald automatisch auf Störungen

26.06.2017 | Verkehr Logistik

Forscher sorgen mit ungewöhnlicher Studie über Edelgase international für Aufmerksamkeit

26.06.2017 | Physik Astronomie