Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Innovatives Verfahren zur Bodensanierung entwickelt

28.03.2003


EnBW: "Elektrokinetische Bodensanierung erfolgreich"

Innovative Sanierungstechnik erweitert Angebot im EnBW Geschäftsfeld Entsorgung


Dank elektrokinetischer Verfahren können Altlasten wirksam rekultiviert und verunreinigte Böden saniert werden. Dies belegt ein mit Unterstützung der EnBW Energie Baden-Württemberg AG vom Institut für Angewandte Geologie der Universität Karlsruhe entwickeltes Sanierungskonzept. Weiterer Partner eines von der EnBW Tochtergesellschaft ELS Genius geleiteten Demonstrationsprojekts in Pforzheim war das Ingenieurbüro Fader in Karlsruhe. Die Funktionsfähigkeit und Marktreife der Neuentwicklung belegen verschiedene erfolgreich verlaufene Tests. Dabei konnten mit dem elektrokinetischen Verfahren die Schadstoffkonzentrationen in den Böden um bis zu 75 Prozent bezogen auf die Anfangskonzentration reduziert werden. Ein wesentlicher Vorteil des innovativen Verfahrens ist, dass auch Schäden unter Gebäuden saniert werden können. Da das Verfahren für die Sanierung gering durchlässiger Böden und Böden mit abwechselnd fein- und grobkörnigen Schichten gut geeignet ist, schließt es eine Lücke bei der sogenannten In-Situ-Sanierungstechnik. Diese zeichnet sich dadurch aus, dass das kontaminierte Erdreich nicht bewegt und direkt vor Ort behandelt werden kann.

Bei der elektrokinetischen Bodensanierung werden speziell entwickelte Elektrodenpaare in den kontaminierten Untergrund eingebracht und durch Anlegen einer Gleichspannung ein elektrisches Feld erzeugt. Dieses elektrisches Feld bewirkt, dass die im Porenwasser des Untergrunds gelösten polaren und unpolaren Schadstoffe zu den eingebrachten Elektroden wandern, wo sie gesammelt und entfernt bzw. gebunden ("immobilisiert") werden können. Die im Rahmen des neuen Verfahrens speziell entwickelten Horizontalfilterelektroden wiesen ihre Funktionsfähigkeit bei Testfeldern in Söllingen, Pforzheim und Chemnitz für die Beseitigung der Kontaminanten Chromat und Phenole nach. Auch leichtflüchtige halogenierte Kohlenwasserstoffe, die aufgrund ihrer zahlreichen Einsatzmöglichkeiten - unter anderem als Lösemittel - die am häufigsten nachgewiesene Schadstoffgruppe in Grundwasser und Boden sind, konnten erfolgreich reduziert werden. Zudem vermeidet das Verfahren die bei konventionellen Sanierungstechnologien durchaus üblichen Umweltbelastungen in Form von Staub, Schadstoffen und Lärm.

"Mit den erzielten Testwerten und der nachgewiesenen Funktionsfähigkeit des elektrokinetischen Verfahrens sind wir sehr zufrieden", so die Bewertung von Dr. Wolfram Münch, Leiter des Bereichs Forschung, Entwicklung und Demonstration der EnBW. "Da zeitgleich zur EnBW auch unser Energiepartner EDF positive Erfahrungen auf dem Feld der elektrokinetischen Verfahren gesammelt hat, verfügen wir nun über ein umfassendes Wissen, das eine wichtige Ergänzung im Produktangebot unserer im Entsorgungsbereich tätigen Tochtergesellschaften ist." Künftig soll die elektrokinetische Bodensanierung von dem zur EnBW Tochter U-plus Umweltservice AG gehörenden Unternehmen S-plus angeboten werden. Dr. Dieter Krämer, bei U-plus für innovative Entsorgungstechniken verantwortlich, sieht in der elektrokinetischen Bodensanierung ein großes Potential, das durch weitere Entwicklungsvorhaben ausgebaut werden soll: "Insbesondere unseren Gewerbe- und Industriekunden können wir damit eine innovative und effiziente Sanierungstechnologie anbieten." Schwerpunkte künftiger Entwicklungsprojekte sind Verfahren zur Dekontamination von Industrieschlämmen und Filterstäuben unterschiedlicher Herkunft. Derzeit würden diesbezüglich mehrere Studien zur Machbarkeit und entsprechende Voruntersuchungen an verschiedenen Standorten durchgeführt.

| ots
Weitere Informationen:
http://www.enbw.com

Weitere Berichte zu: Bodensanierung Funktionsfähigkeit Schadstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Mit Urzeitalgen zu gesundem Wasser: Wirtschaftliches Verfahren zur Beseitigung von EDC im Abwasser
27.04.2017 | Technische Universität Bergakademie Freiberg

nachricht Plastik – nicht nur Müll
26.04.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

Jenaer Akustik-Tag: Belastende Geräusche minimieren - für den Schutz des Gehörs

27.04.2017 | Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

VLC 200 GT von EMAG: Neue passgenaue Dreh-Schleif-Lösung für die Bearbeitung von Pkw-Getrieberädern

27.04.2017 | Maschinenbau

Induktive Lötprozesse von eldec: Schneller, präziser und sparsamer verlöten

27.04.2017 | Maschinenbau

Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

27.04.2017 | Informationstechnologie