Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Technologiebarrieren abbauen für mehr Umweltschutz und Wettbewerbsfähigkeit

25.03.2003


Eine neue Initiative zur Steigerung der Auswirkungen von Umwelttechnologien auf Umwelt, Wirtschaft, Beschäftigung, natürliche Ressourcen und Lebensqualität wurde heute von der Europäischen Kommission gestartet.



Durch Umwelttechnologien können beispielsweise Abfälle in Rohstoffe umgewandelt werden. Die Mitteilung “Ausarbeitung eines Aktionsplans für Umwelttechnologie” bildet den Ausgangspunkt für eine umfassende Konsultation der Akteure, die Forschungs- und Wirtschaftskreisen, Regierungen und anderen Akteuren Gelegenheit gibt, die Hindernisse zu beurteilen, die einer Nutzung der Umwelttechnologien im Wege stehen. Viele Hemmnisse, beispielsweise übermäßige Bürokratie, höhere Kosten und die Haltung der Öffentlichkeit behindern weiterhin die vollständige Entwicklung und Nutzung von Umwelttechnologien. Die Mitteilung umfasst Fragen zu einem breiten Themenspektrum wie Klimaänderung, Bodenschutz, nachhaltige Produktions- und Verbrauchsstrukturen sowie Wasser, zu denen die Akteure bis 15. Mai ihre Bemerkungen abgeben können. Ihre Antworten werden in die Vorbereitung eines Aktionsplans bis Ende des Jahres einfließen.



Das für Umweltschutz zuständige Kommissionsmitglied Margot Wallström begrüßte die Mitteilung: "Wir wissen bereits, dass es Umwelttechnologien gibt, die sich wegen zahlreicher technischer, ökonomischer, ordnungspolitischer und sozialer Barrieren am Markt nicht durchsetzen können. Ich möchte, dass Experten für Entwicklung, Produktion und die Nutzung von Umwelttechnologien ihre Erfahrungen in Bezug auf die Überwindung dieser Hindernisse mit uns teilen."

Das für Forschung zuständige Kommissionsmitglied Philippe Busquin fügte hinzu: "Ohne Europas bahnbrechende Forschung stünde die Existenz der heute von uns genutzten Innovationen im Umweltbereich in Frage. Um sicherzustellen, dass wir auch weiterhin von den ökonomischen, sozialen und ökologischen Vorteilen dieser Technologien profitieren können, müssen wir unbedingt in diesen Forschungsbereich investieren. Die Konsultation und der Aktionsplan werden die Übernahme umweltfreundlicher Technologieanwendungen und Herstellungsverfahren fördern.”

Der Europäische Rat vom 20. und 21. März 2003 hat die Bedeutung der Technologie für das Erreichen der Nachhaltigkeitsziele im Rahmen der Lissabonner Strategie hervorgehoben. Neue Technologien sind eine Möglichkeit, gleichzeitig Umweltverbesserungen, Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum zu erzielen.

Grün ist ökonomisch und ökologisch sinnvoll

Die Gesamtausgaben Europas für umweltfreundliche Technologien und die Bekämpfung der Umweltverschmutzung sind seit 1994 um jährlich 5% angestiegen. Der private Sektor spielt dabei eine immer wichtigere Rolle und trug 1994 45% der Gesamtausgaben, verglichen mit 59% im Jahr 1999. Im Jahr 1999 stand die EU-Ökoindustrie für 1,6 Millionen direkte Arbeitsplätze. Insgesamt wurden in Zusammenhang mit der Bekämpfung der Umweltverschmutzung und umweltfreundlichen Technologien seit 1994 rund 500 000 neue Arbeitsplätze geschaffen.

Die EU-Ökoindustrie liefert Güter und Dienstleistungen im Wert von rund €183 Milliarden pro Jahr (rund €500 pro Person). Die Bekämpfung der Umweltverschmutzung und umweltfreundliche Technologien schlagen mit rund €127 Milliarden zu Buche und das Ressourcenmanagement (ohne Anlagen für erneuerbare Energien) mit €56 Milliarden. In den Beitrittsländern liefert die Ökoindustrie im Bereich der Bekämpfung der Umweltverschmutzung und umweltfreundlicher Technologien Güter und Dienstleistungen im Wert von rund €10,3 Milliarden im Jahr (entspricht 1,9% ihres Bruttoinlandsprodukts BIP).
Die Kommission leistet einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung neuer umweltfreundlicher Technologien. Mit einem Budget von über €1,1 Milliarden im Rahmen des 5. EU-Rahmenprogramms für die Forschung (RP5 1998-2002) hat die Kommission über 1000 Projekte für Industrietechnologien und Materialien unterstützt. Im Rahmen des 6. EU-Rahmenprogramms für die Forschung werden in den kommenden vier Jahren insgesamt € 3,42 Milliarden für diese beiden Schwerpunkte bereitgestellt, wobei den Umwelttechnologien eine Schlüsselrolle zukommt. Zu den Anwendungen zählen Nanotechnologien und nachhaltiger Verkehr.

Die Umwelttechnologien sind zweifellos ein Wachstumsmarkt auf EU-Ebene und weltweit. Das Konzept der Umwelttechnologie ist nicht auf eine kleine Zahl von Kernaktivitäten begrenzt, sondern umfasst sowohl einfache wie auch hochtechnische Anwendungen sowie Qualifikationen und Know-how, insbesondere Verfahrens- und Risikomanagement. So können verhältnismäßig geringfügige Änderungen an industriellen Verfahren durch die Anbringung von Rohrleitungen, Sieben, Filtern, Auffangbehältern usw. genauso wirksam sein wie hochtechnische Geräte ? jedoch erschwingliche.

Die Hindernisse für diese vielversprechenden Technologien sind in unterschiedlichen Umweltbereichen oft die gleichen. Die Kommission konzentriert sich auf vier Bereiche: Klimaänderung, Bodenschutz, nachhaltige Produktions- und Verbrauchsstrukturen sowie Wasser. Vor allem wirtschaftliche Hemmnisse sind ein dauerhaftes Problem, sofern die echten Umweltkosten nicht berücksichtigt werden. Dazu kommen Schwierigkeiten, die nötigen Finanzmittel zu erhalten, in Verbindung mit langen Investitionszyklen und eine mangelhafte Verbreitung neuer Technologien. Technische Hindernisse müssen durch gezielte Forschungsanstrengungen beseitigt werden. Außerdem wird das Inverkehrbringen von Technologien durch organisationorische Hemmnisse sowie mangelndes Bewusstsein und mangelnde und Qualifikationen behindert.

Bezweckt werden nicht nur der Schutz und Erhaltung der Umwelt, der natürlichen Ressourcen und der Lebensqualität. Es geht auch um die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft. Ökonomisch und ökologisch attraktive Technologien werden von Unternehmen, Regierungen und Haushalten gern übernommen. Der Schlüsel liegt im Wissen über die Märkte der Zukunft. In der Mitteilung werden eine Reihe potenzieller Maßnahmen genannt, aber der Dialog mit Forschungs- und Wirtschaftskreisen, Regierungen und anderen Interessensgruppen wird bei der Auswahl der vielversprechendsten Technologien und Maßnahmen eine wichtige Rolle spielen. Sie sind aufgefordert, bis 15. Mai zu antworten

Bis zum 15. Mai 2003 können Antworten auf diese Fragen an folgende Anfschrift gerichtet werden:

Europäische Kommission
Environmental Technology Consultation
GD UMWELT
Rue de la Loi/Wetstraat 200
B-1049 Bruxelles/Brussels
E-mail: env-technology@cec.eu.int

Pressestelle | Europäische Kommission
Weitere Informationen:
http://europa.eu.int/comm/research/eesd.html
http://europa.eu.int/comm/research/industrial_technologies/index_en.html
http://europa.eu.int/comm/environment/ecoindus/home.htm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Müll in den Weltmeeren überall präsent: 1220 Arten betroffen
23.03.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Internationales Netzwerk bündelt experimentelle Forschung in europäischen Gewässern
21.03.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise