Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wasserreinigung mit neuer Biotechnologie

10.02.2003


Herkömmliche Kläranlagen brauchen viel Platz. Jetzt gibt es ein Verfahren, mit dem bis zu drei Viertel des Raumbedarfes eingespart werden können.



Was tun, wenn eine Stadt wächst, immer mehr Abwasser produziert, die Umweltstandards steigen und die Kläranlage mit dem Klären einfach nicht mehr nachkommt? Die Kapazitäten zur Abwasserreinigung erweitern, war bisher die Antwort der Experten. Das heißt Grundstücke zukaufen und die Klärbecken vergrößern.



Die VA TECH WABAG hat in Kooperation mit der Technischen Universitität Wien eine kostengünstige und innovative Alternative entwickelt: Biofilter übernehmen die Arbeit der Klärbecken und können so schon bestehende Kläranlagen ergänzen oder aber auch vollständig ersetzen.

Die Biofilterzellen der VA TECH WABAG sind mit kleinen Kügelchen, die an Leca Steine aus Hydrokulturanlagen erinnern, gefüllt. An deren poröser Oberfläche können sich die kleinen Helferlein der Abwasserklärung heimelig einrichten, nämlich die Bakterien, welche die Schadstoffe im Wasser abbauen und unschädlich machen. Je nachdem, welche Abwassermengen geklärt werden sollen, können nun zur Wasserklärung genau so viele Biofilterzellen wie nötig angeordnet werden. Das gereinigte Wasser kann anschließend ohne weitere Behandlung in Flüsse oder Bäche eingeleitet werden.

Um die Kombination von konventioneller Klärtechnik mit der neuen Biofiltration testen zu können errichtete die VA TECH WABAG eine Pilotanlage in der Kläranlage Wolkersdorf. Das neue sogenannte "BIOPUR®"-Verfahren erfüllte dabei alle Erwartungen. "Es konnten die gesetzlich verschärften Grenzwerte - geklärtes Wasser muss zu mehr als 95 Prozent von Kohlenstoffverbindungen und zu mindestens 70 Prozent von Stickstoff gereinigt werden - problemlos erreicht werden", erklärt die Versuchsleiterin vom Institut für Wassergüte an der Technischen Universität Wien, Brigitte Nikolavcic.

"Das neue Verfahren kann die Reinigungsleistung im Vergleich zu bisherigen Systemen verbessern", sagt der Projektleiter der VA TECH WABAG, Robert Vranitzky. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die neue Technologie um bis zu 75 Prozent weniger Platz als bisherige Kläranlagen benötigt. Dieser Vorteil wird besonders dort deutlich bemerkbar, wo für eine konventionelle Erweiterung der Kläranlage einfach der Platz fehlt oder aber die Grundstückspreise sehr hoch sind.


| www.innovatives- oesterreich.at
Weitere Informationen:
http://www.wabag.com
http://www.tuwien.ac.at

Weitere Berichte zu: Biofilterzellen Kläranlage TECH WABAG Wasserreinigung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Erste "Rote Liste" gefährdeter Lebensräume in Europa
16.01.2017 | Universität Wien

nachricht Kann das "Greening" grüner werden?
11.01.2017 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wie der Nordatlantik zum Wärmepirat wurde

23.01.2017 | Geowissenschaften

Immunabwehr ohne Kollateralschaden

23.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

23.01.2017 | Physik Astronomie