Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Entscheidet der Preis von Wasser wirklich über seinen Verbrauch?

23.01.2003


Anzunehmen wäre das. Die Realität sieht jedoch anders aus - das offenbart eine Befragung von über 2.000 Leipziger Haushalten, die gemeinsam von den Kommunalen Wasserwerken Leipzig (KWL) und Umweltökonomen des Umweltforschungszentrums Leipzig-Halle (UFZ) Ende letzten Jahres durchgeführt wurde.



Sie zeigt, dass etwa die Hälfte der Befragten weder eine ungefähre Vorstellung davon hat, wie viel Wasser ihr Haushalt pro Jahr oder Tag verbraucht, noch wie teuer in etwa 1.000 Liter Wasser sind. Befragt nach Schwankungen der Preise erinnerten sich die meisten an die drastischen Preiserhöhungen nach der Wende. Änderungen der letzten Jahre, auch noch nicht lange zurückliegende Preissenkungen, sind über 80 Prozent der Gefragten nicht aufgefallen.

... mehr zu:
»KWL »UFZ »Verbrauch


Eine erste Einschätzung der Befragungsergebnisse lässt also darauf schließen, dass der Wasser-verbrauch in den Haushalten eher wenig von den Preisen abhängig ist - da sie kaum jemand kennt -, sondern vielmehr von grundsätzlichen Einstellungen zum Wasserverbrauch (prinzipiell sparsam oder unbegrenzt nach Bedarf) beziehungsweise von äußeren Faktoren (Temperaturen, Einkommen, Haushaltszusammensetzung etc.) bestimmt wird.

Hintergrund der Befragung

Das Interesse der kommunalen Wasserwerke an solch einer Studie besteht vor allem darin, sowohl den Wasserbedarf der Zukunft besser einschätzen zu können als auch die Dienstleistungen zu verbessern.

Was den Kundenservice betrifft, so steht die KWL laut Aussage der Befragten schon jetzt sehr gut da. Auch die Wasserqualität wurde von den Leipzigern fast durchgängig mit gut und sehr gut be-wertet, wobei etwa 60 Prozent der Befragten gleichzeitig angaben, dass sie ihr Wasser nicht gerne als pures Trinkwasser verwenden - ein scheinbarer Widerspruch. Interessant ist ebenso, dass nur 44 Prozent der Befragten wussten, dass sie ihr Wasser von der KWL beziehen, während viele die-se Leistung irrtümlicherweise den Stadtwerken zuordneten (11 Prozent) oder überhaupt nicht wussten, wer das Wasser in Leipzig liefert (39 Prozent).

Die Umweltökonomen vom UFZ werden die Ergebnisse nutzen, um Methoden zu entwickeln, den Wasserbedarf der Zukunft zu modellieren - für Leipzig, aber auch für andere Städte in Sachsen. Diese Arbeiten sind ein wichtiger Baustein für die Umsetzung der neuen EU-Wasserpolitik, die vorsieht, sozio-ökonomische Faktoren der Wassernutzung in Zukunft vermehrt zu berücksichtigen. Die Frage, wie bedeutsam der Wasserpreis für die Wassernachfrage ist und in Zukunft sein wird, ist dabei eine entscheidende.

Eine Kurzfassung der wichtigsten Ergebnisse der Studie wird ab Mai 2003 im Internet zugänglich sein.

Susanne Hufe | idw
Weitere Informationen:
http://www.ufz.de

Weitere Berichte zu: KWL UFZ Verbrauch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Erste "Rote Liste" gefährdeter Lebensräume in Europa
16.01.2017 | Universität Wien

nachricht Kann das "Greening" grüner werden?
11.01.2017 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der erste Blick auf ein einzelnes Protein

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das menschliche Hirn wächst länger und funktionsspezifischer als gedacht

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zur Sicherheit: Rettungsautos unterbrechen Radio

18.01.2017 | Verkehr Logistik