Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studie beweist: Bioabfallverwertung macht Sinn - Stoffkreisläufe werden geschlossen

12.12.2002


Bioabfall-Ökobilanzierung durch das ifeu-Institut belegt Nachhaltigkeit – DBU investierte in Förderschwerpunkt 15 Millionen Euro



Die Bioabfallverwertung wurde in den letzten Jahren in Deutschland nahezu flächendeckend eingeführt. Dass diese Art der Müllverwertung Sinn macht, konnte quantitativ bisher nicht belegt werden. Doch die von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), Osnabrück, mit 464.000 Euro geförderte Studie des Instituts für Energie- und Umweltforschung (ifeu), Heidelberg, liefert jetzt Fakten, die Vor- und Nachteile einzelner Verfahren bzw. Verfahrensschritte der Bioabfallverwertung aufzeigen: "Die Ökobilanz beweist, dass mit der Verwertung von Bioabfällen nicht nur Stoffkreisläufe geschlossen, sondern auch qualitativ hochwertige Produkte erzeugt werden können", erläuterte Dr. Werner Wahmhoff, DBU-Abteilungsleiter Umweltforschung. Meist hochwertige Verwendung fände der auf diese Weise gewonnene Sekundärrohstoffdünger bereits im Gartenbau und der Landwirtschaft. Dies sei unter anderem für die Schonung endlicher Ressourcen wie Torf von Bedeutung, der bis heute in sehr großen Mengen unter anderem aus dem Baltikum importiert wird. Die DBU hatte mit ihrem Förderschwerpunkt Bioabfall (Volumen: 15 Millionen Euro) einen wertvollen Beitrag zur Entwicklung innovativer Verfahren und Produkte beigetragen.



Standardisiertes Verfahren vergleicht abfallwirtschaftliche Verwertung

Das ifeu habe sich darauf spezialisiert, mit der standardisierten Methode Ökobilanzen unterschiedlicher Verwertungsverfahren verschiedener Bioabfälle vergleichbar zu machen. So habe man ähnliche Untersuchungen zur Entsorgung von kommunalem Klärschlamm und Verpackungen durchgeführt. Hier würden standardisierte Umweltwirkungskategorien wie Energiebilanz, Klimawirksamkeit, Gewässerbelastung untersucht – die Ergebnisse machten dann die ökologischen Vor- und Nachteile der einzelnen Verfahren bezogen auf die untersuchten Rahmenbedingungen deutlich.

Bioabfall bereits früh Förderschwerpunkt

Schon 1995 habe sich die DBU entschlossen, einen Förderschwerpunkt "Bioabfall" zu initiieren. 61 Projekte habe man hier bis Ende 1999 gefördert. Allein eine Millionen Euro habe man in sechs Einzelprojekte zur Etablierung von Komposten im Gartenbau investiert. Der Zentralverband Gartenbau (ZVG) habe damals diese Projekte koordiniert. So sei es unter anderem gelungen, hochwertige Pflanzenerden auf Kompostbasis für den Gartenbau herzustellen. Dabei hätte man die Qualitätsstandards für den Kompost und entsprechende Kultursubstrate maßgeblich gesteigert. Wichtige Hinweise für die regionale Vermarktung solcher Produkte seien erarbeitet, mehrere Vorhaben zum nutzbringenden Einsatz von Kompost im Zierpflanzenbau, in Baumschulen und im Gemüsebau unterstützt worden. Aber auch im Bereich der Verfahrensentwicklung, der Emissionsminderung und der Qualitätskontrolle habe man große Erfolge erzielt. Die Studie des ifeu-Instituts ist in der DBU-Publikationsreihe „Initiativen zum Umweltschutz“ als Band Nr. 52 erschienen.

| DBU
Weitere Informationen:
http://www.dbu.de/publikationen/download.php?name=308
http://www.dbu.de/

Weitere Berichte zu: Bioabfallverwertung DBU Gartenbau Kompost Stoffkreisläufe

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Tausende Holztäfelchen simulieren Plastikmüll
23.02.2017 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

nachricht Mehr wärmeliebende Tiere und Pflanzen durch Klimawandel
20.02.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie