Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erneut Gefahr für Galapagos-Inseln

08.11.2002


Bioinvasives Insekt bedroht einzigartigen Vogelbestand



Darwin-Finken auf den Galapagos-Inseln sehen einer gefährlichen Zeit entgegen: Invasive Fliegenlarven bedrohen die Vögel. Die Insektenlarven sind durch Zufall vom Festland auf die Inseln gelangt. Daher fürchten Forscher, dass die Vögel möglicherweise keine natürliche Abwehrkraft gegen die Eindringlinge haben, berichtet BBC-Online heute, Freitag. Besonders betroffen von den Insektenlarven sind Jungtiere.



Ornithologen wie die beiden österreichischen Wissenschaftlerinnen Birgit Fessl und Sabine Tebbich vom Konrad Lorenz Institut haben in Feldforschungen auf den Galapagos-Inseln entdeckt, dass die meisten Vogelnester von den Parasiten befallen sind. Die Forscherinnen sind der Meinung, dass nicht nur die Insektenlarven den Finken zusetzen, sondern auch das veränderte trockenere Klima und Ratten, die die Nester plündern. "Unter diesen Umständen könnten einige der Vogelarten innerhalb kürzester Zeit ausgestorben sein", so Fessl. Die Insektenlarven leben tagsüber in den Nestern und ernähren sich in der Nacht vom Blut der Jungtiere. Dabei greifen die Parasiten zum Teil sehr tief in die Körper der Vögel ein. "Da die Parasiten auf den Inseln nicht natürlicherweise vorkommen, fehlt es den Finken an Abwehrkraft", so die Wissenschaftlerin. Besonders bedroht von den Insekten sind die Mangrove-Finken, eine Darwin-Finken-Spezies, die mit einer geschätzen Zahl von nur 110 Tieren ohnehin stark gefährdet ist. Die beiden österreichischen Forscherinnen können sich vorstellen mithilfe von Insektiziden die Nester der Vögel zu besprühen.

Darwin-Finken zählen zu den Tieren, an denen der britische Naturwissenschaftler Robert Charles Darwin weitere Beweise für die Evolutionstheorie fand. Insgesamt kommen 13 verschiedene Finken-Spezies auf den Inseln vor. Jede einzelne Spezies hat verschiedene Schnabelformen. Diese sind auch Hinweise darauf, wie sich der jeweilige Vogel ernährt und wo die Tiere leben. Die parasitisch lebenden Fliegen wurden erstmals 1997 auf den Inseln gefunden. Wissenschaftler vermuten, dass die Insekten, von denen drei verschiedene Spezies bisher entdeckt wurden, ursprünglich vom amerikanischen Festland mit Schiffen oder Flugzeugen auf die Inseln gelangt sind. Die Arbeit der beiden österreichischen Forscherinnen wurde auch im Fachmagazin Ibis http://www.ibis.ac.uk veröffentlicht.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://news.bbc.co.uk
http://www.kli.ac.at

Weitere Berichte zu: Abwehrkraft Galápagos-Inseln Insekt Insektenlarve Parasit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Gebietsfremde Arten weltweit auf dem Vormarsch
15.02.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

nachricht Müllmenge in der arktischen Tiefsee steigt stark an
08.02.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Im Focus: Sensoren mit Adlerblick

Stuttgarter Forscher stellen extrem leistungsfähiges Linsensystem her

Adleraugen sind extrem scharf und sehen sowohl nach vorne, als auch zur Seite gut – Eigenschaften, die man auch beim autonomen Fahren gerne hätte. Physiker der...

Im Focus: Weltweit genaueste und stabilste transportable optische Uhr

Optische Strontiumuhr der PTB in einem PKW-Anhänger – für geodätische Untersuchungen, weltweite Uhrenvergleiche und schließlich auch eine neue SI-Sekunde

Optische Uhren sind noch genauer als die Cäsium-Atomuhren, die gegenwärtig die Zeit „machen“. Außerdem benötigen sie nur ein Hundertstel der Messdauer, um eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

ANIM in Wien mit 1.330 Teilnehmern gestartet

17.02.2017 | Veranstaltungen

Ökologischer Landbau: Experten diskutieren Beitrag zum Grundwasserschutz

17.02.2017 | Veranstaltungen

Von DigiCash bis Bitcoin

16.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Stammzellen verlassen Blutgefäße in strömungsarmen Zonen des Knochenmarks

17.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

LODENFREY setzt auf das Workforce Mangement von GFOS

17.02.2017 | Unternehmensmeldung

50 Jahre JULABO : Erfahrung – Können & Weiterentwicklung!

17.02.2017 | Unternehmensmeldung