Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Lokale Agenda 21 als Chance für nachhaltige Entwicklung

12.09.2002


Kommunale Handlungsinstrumente analysiert Die Bedeutung lokaler Aktionsprogramme für das Umsetzen langfristiger Entwicklungsziele wurde im Entschließungsprogramm des vor wenigen Tagen beendeten Weltgipfel in Johannesburg bestätigt. Damit bieten sich für die Lokale Agenda 21 vielfältige Chancen, das kommunale Beziehungsgefüge aus Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit zu verändern. Sie fördert das Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung bei den kommunalen Akteuren und unterstützt das Engagement von Bürgerinnen und Bürgern für das Gemeinwesen.

Die Möglichkeiten der Lokalen Agenda 21 und ergänzender Handlungsinstrumente - wie Flächennutzungsplanung oder Kommunales Öko-Audit - werden in den Kommunen jedoch unterschiedlich genutzt. Vor Ort sind die politisch-kulturellen, sozialen und organisatorischen Rahmenbedingungen - wie etwa das Vorhandensein einer Koordinierungsstelle oder eine geeignete Organisation in der Kommunalverwaltung - entscheidend. Das geht aus der Studie "Die Lokale Agenda 21 im Kontext der Steuerungsinstrumente auf kommunaler Ebene" hervor. Sie wurde im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) vom ifeu-Institut für Energie- und Umweltforschung (Heidelberg) und vom Büro für Kommunal- und Regionalplanung (Aachen) erarbeitet. Auf der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro wurde die Agenda 21 von der internationalen Staatengemeinschaft im Aktionsprogramm für das 21. Jahrhundert verankert. Sie ist die Grundlage für ein neues Instrument in den Städten und Gemeinden: Gemäß Kapitel 28 soll jede Kommunalverwaltung in einen Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern, örtlichen Organisationen und der Privatwirtschaft eintreten und eine "Lokale Agenda 21" beschließen. Dabei werden ihre Chancen und Grenzen im Zusammenwirken der Instrumente auf lokaler Ebene näher bestimmt. Die Studie untersuchte verschiedene kommunale Handlungsinstrumente in Beziehung zur Lokalen Agenda 21 sowie zum Leitbild der nachhaltigen Entwicklung. Auf der Grundlage von Literaturanalysen, Fallbeispielen und Interviews wurden vor allem folgende sieben Handlungsinstrumente analysiert:

  • Flächennutzungsplan,
  • Stadt(teil)entwicklungskonzepte,
  • Dorferneuerung,
  • Fachkonzepte am Beispiel Klimaschutz/Energie,
  • Verwaltungsreform und neues Steuerungsmodell,
  • Kommunales Öko-Audit sowie
  • Kommunale Umwelt- und Nachhaltigkeitsindikatoren.

Diese Instrumente sind geeignet, eine nachhaltige Entwicklung auf lokaler Ebene zu unterstützen. Keines der einzelnen Instrumente kann jedoch die Lokale Agenda 21 ersetzen. Die Flächennutzungsplanung ermöglicht zum Beispiel mit ihrem fachübergreifendem Ansatz, ihren Verfahrensschritten und ihren Beteiligungsformen vielfache Verknüpfungen zur Lokalen Agenda 21. Dennoch kann sie wegen ihrer überwiegend städtebaulich-räumlichen Ausrichtung nicht alle Themen der Agenda abbilden. Die Lokale Agenda 21 bietet neue Felder für kommunale Aktivitäten. Aktuelle Schwerpunkte sind: Energienutzung/Klimaschutz, Siedlungsentwicklung, Verkehr und Soziales (Kinder, Jugendliche, Nachbarschaft). Sie fördert und fordert Bewusstsein und Engagement der Bürgerinnen und Bürger für umweltbezogene, soziale und kulturelle Belange. Der direkte Einfluss auf die verbindliche Ziel- und Maßnahmenplanung bleibt aber teilweise begrenzt - vor allem in größeren Kommunen Ob die vorhandenen Gestaltungsspielräume genutzt werden, hängt von den Rahmenbedingungen in der jeweiligen Kommune ab. Ein erfolgreicher Prozess setzt unter anderem folgende Faktoren voraus:

  • eine zentrale Koordinierungsstelle in der Kommune,
  • geeignete Organisationen;
  • professionelle Arbeitsmethoden, etwa durch Projekt- und Zeitmanagement, Moderations- und Kommunikationstraining, Marketinginstrumente sowie
  • die Personalentwicklung und die Umsetzung der Merkmale einer lernenden Organisation.

Konkrete Handlungsempfehlungen für die beteiligten Akteure auf den verschiedenen staatlichen Entscheidungsebenen (Bund, Länder und Kommunen) sind in der Studie "Die Lokale Agenda 21 im Kontext der Steuerungsinstrumente auf kommunaler Ebene" veröffentlicht. Zusätzliche Informationen zu Aktivitäten auf der Bundesebene (Erklärungen, Berichte, Handreichungen, Vorträge und andere) sind im Internet unter der Adresse http://www.umweltbundesamt.de/rup abrufbar.

Ulrike Bauer | idw
Weitere Informationen:
http://www.umweltbundesamt.de/rup

Weitere Berichte zu: Agenda Lokal

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Tausende Holztäfelchen simulieren Plastikmüll
23.02.2017 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

nachricht Mehr wärmeliebende Tiere und Pflanzen durch Klimawandel
20.02.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie