Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Luftqualität spürbar verbessert: 10 Jahre UBA-Messstationen in den neuen Ländern

29.07.2002


Festveranstaltung des Umweltbundesamtes in Neuglobsow - UBA-Präsident Troge: Schadstoffausstoß muss noch weiter sinken

Vor zehn Jahren nahmen die Messstellen des Umweltbundesamtes (UBA) in den neuen Bundesländern ihren Betrieb auf. In Neuglobsow (Brandenburg), Zingst (Mecklenburg-Vorpommern) und Schmücke (Thüringen) arbeiten seit 1992 leistungsfähige Stationen, deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an internationalen Messprogrammen beteiligt sind. "Die Umweltsituation in den neuen Ländern hat sich in diesen zehn Jahren eindrucksvoll verbessert", sagte Prof. Dr. Andreas Troge, Präsident des Umweltbundesamtes, auf der Festveranstaltung am 27. Juli 2002 in Neuglobsow. Besonders augenfällig seien die Erfolge bei der Luftreinhaltung. Hier ist seit der Wende der Schadstoffausstoß massiv gesunken und hat sich dem niedrigen Niveau der alten Bundesländer angeglichen. Dennoch warnte Troge: "Der Ausstoß von Schadstoffen ist noch immer zu hoch". So beobachten die UBA-Messstellen eine Zunahme der Konzentrationen des klimaschädlichen Kohlendioxid (CO2) in der Atmosphäre, obwohl der Ausstoß von CO2 in Deutschland rückläufig ist. Ein weiteres Problem ist die Belastung mit Feinstaub. Bernhard Remde, Abteilungsleiter für Abfall, Altlasten, Bodenschutz, Immissions- und Klimaschutz im Umweltministerium Brandenburg: "Insbesondere in den vom Verkehr stark belasteten Innenstädten werden Maßnahmen erforderlich sein, um die Anforderungen der EU an die Luftgüte ab 2005 einzuhalten."

Die drei mit Personal besetzen UBA-Messstellen entstanden an Orten, die bereits in der DDR eine Tradition in der Beobachtung und Auswertung von Luftgütedaten hatten. So ist die positive Entwicklung gut dokumentiert: In Neuglobsow sind die Schwefeldioxid-Konzentration heute um 90 % niedriger als noch 1989. Auch die Staubkonzentrationen sanken in diesem Zeitraum, und zwar um 60 % ihres Ausgangswertes 1989. Dieser Rückgang hat zwei Ursachen: die Schließung vieler Produktionsanlagen sowie der Erfolg von Maßnahmen, die den Schadstoff-Ausstoß bei der Energieumwandlung und der Erzeugung von Heizwärme mindern. Hierzu gehört der Einsatz schwefelarmer Brennstoffe. Erfolge sind auch die deutliche Abnahme des Säuregehaltes im Regen sowie der Rückgang der Ozon-Spitzenkonzentrationen während der vergangenen zehn Jahre, die in ganz Deutschland zu beobachten sind. Weitere Aufmerksamkeit ist jedoch den Schadstoffeinträgen in den Boden, in Wälder und Gewässer zu widmen.

.
Luftmessnetz weiter ausgebaut
Das bereits seit Ende der 60er-Jahre existierende UBA-Luftmessnetz zur Erfassung der so genannten Hintergrundbelastung in den alten Bundesländern, wurde 1992 um die drei personell besetzen Messstellen Neuglobsow am Stechlinsee (Land Brandenburg), Zingst an der Ostsee (Mecklenburg-Vorpommern) und Schmücke auf dem Kamm des Thüringer Waldes (Thüringen) sowie um zwölf automatisch arbeitende Containermessstellen erweitert. Seit den 70er-Jahren hatte der Meteorologische Dienst der DDR Immissionsmessungen außerhalb der Ballungsräume durchgeführt. Die drei neuen UBA-Messstationen entstanden aus ehemaligen Stationen des Meteorologischen Dienstes, die kurzzeitig unter der Regie des Deutschen Wetterdienstes betrieben wurden. Die bestehenden Messreihen wurden fortgeführt. Damit lassen sich die Veränderungen in der Umweltsituation und die Wirksamkeit der Sanierungsmaßnahmen nachweisen.
Gemeinsam mit den fünf Ländermessnetzen, die ebenfalls nach der deutschen Einigung entstanden, werden gegenwärtig auf dem Gebiet der neuen Bundesländer 133 Messstellen zur Bestimmung der Luftqualität betrieben. Schwerpunktmäßig werden die Immissionen in den Ballungszentren durch die Länder gemessen, während die Hintergrundbelastung und der Ferntransport von Luftschadstoffen durch die UBA-Messstellen überwacht werden.
Heute erfasst die UBA-Messstelle Neuglobsow mit moderner Mess- und Analysetechnik eine Fülle von Informationen über den Zustand der Luft und dessen Änderung. Gemeinsam mit acht weiteren personell besetzen Messstationen und 14 automatisch arbeitenden Messstellen - das Netz reicht von der Insel Sylt bis zur Zugspitze - misst sie alle wichtigen Luftschadstoffe und klimawirksamen Gase. Darüber hinaus beteiligt sich die Messstelle in einem speziellen europaweiten Überwachungsprogramm, dem Integrated Monitoring, an der Erfassung der Stoffflüsse aus der Atmosphäre auf Vegetation und Boden und deren Wirkung auf das Ökosystem.
Die Ergebnisse der Luftschadstoffmessungen sind, zum Teil stündlich aktualisiert, zusammen mit weiteren Informationen zum UBA-Messnetz im Internet unter der Adresse http://www.umweltbundesamt.de, Rubrik "Luftmessnetz des UBA", abrufbar. Die Daten aus Brandenburg sind unter der Adresse http://www.brandenburg.de/land/mlur/i/luftwert.htm zu finden. Über die einzelnen Messstellen des UBA-Messnetzes informieren Faltblätter, die kostenlos beim Umweltbundesamt, Zentraler Antwortdienst, Bismarckplatz 1, 14193 Berlin, Fax: 030/89 03-2912, erhältlich sind.


Josephine Bienert | idw
Weitere Informationen:
http://www.umweltbundesamt.de
http://www.brandenburg.de/land/mlur/i/luftwert.htm

Weitere Berichte zu: Luftqualität Messstelle UBA-Messstationen UBA-Messstellen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Von der Weser bis zur Nordsee: PLAWES erforscht Mikroplastik-Kontaminationen in Ökosystemen
20.09.2017 | Universität Bayreuth

nachricht Der Monsun und die Treibhausgase
18.09.2017 | Forschungszentrum Jülich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie