Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kraft-Wärme-Kopplung: Alternativmodell der Verbundwirtschaft zum Zertifikatsmodell untauglich

07.02.2001


Im Klimaschutzprogramm der Bundesregierung spielt der Schutz und der Ausbau der gekoppelten Erzeugung von Strom und Wärme in öffentlichen oder industriellen Heizkraftwerken eine herausragende Rolle. Gerade die ersten
Berechnungen für die Emissionen des wichtigsten klimaschädigenden Gases Kohlendioxid im Jahr 2000 zeigen, wie wichtig die Einführung dieser hocheffizienten und umweltfreundlichen Stromerzeugungsform ist. Während in nahezu allen anderen Bereichen die Emissionen stabilisiert werden konnten, ist der Kohlendioxidausstoß der Stromversorgung vor allem wegen der Inbetriebnahme neuer Braunkohlenkraftwerke in den neuen Bundesländern wieder kräftig gestiegen.

Der im Klimaschutzprogramm der Bundesregierung enthaltene Beitrag der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) zur Emissionsminderung von 23 Millionen Tonnen Kohlendioxid ist damit unverzichtbar.
Seit nunmehr einem Jahr ist für den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) ein wirkungsvolles und innovatives Förderinstrument, das so genannte KWK-Zertifikatsmodell, zur Anwendungsreife entwickelt worden. Die Betreiber von KWK-Anlagen erhalten dabei für den erzeugten Strom Zertifikate, die Stromlieferanten müssen für jede verkaufte Kilowattstunde eine bestimmte Menge Zertifikate nachweisen. Da die Zertifikate frei gehandelt werden können, entsteht hier ein eigener Markt, der dafür sorgt, dass einerseits die Kraft-Wärme-Kopplung systematisch ausgebaut wird, andererseits aber die geringstmöglichen Kosten entstehen.
Um die Einführung dieses Instrumentes in letzter Minute zu verhindern, haben sechs große Energieversorgungsunternehmen ein so genanntes Alternativprogramm vorgelegt. Eine vom Öko-Institut e.V. dazu vorgelegte Detailanalyse zeigt:

1. Es handelt sich in keiner Weise um ein dem KWK-Zertifikatsmodell gleichwertiges Projekt.
2. Das Programm enthält eine Vielzahl von für den Ersatz des KWK-Zertifikatsmodells nicht akzeptablen Ersatzvorschlägen und hat sogar emissionssteigernde Effekte. Insgesamt kann dem so genannten Alternativprogramm nicht mehr als die Hälfte der vorgesehen Emissionsminderung von 23 Millionen Tonnen Kohlendioxid zugerechnet werden.
3. Hinsichtlich der politischen Instrumentierung bedeutet der Gegenvorschlag einen tiefen Rückfall. Statt einem flexiblen und wettbewerbsorientierten Modell werden vor allem untaugliche Subventionen - teilweise auch aus öffentlichen Mitteln - vorgeschlagen.


Dr. Felix Christian Matthes, Koordinator des Bereiches Energie- und Klimaschutz des Öko-Instituts, Büro Berlin: "Wir haben in einer mehr als einjährigen Diskussion unter vielfältiger Einbeziehung der Wirtschaft das KWK-Zertifikatsmodell zur Umsetzungsreife gebracht. Statt weiterer Verzögerung durch untaugliche Gegenvorschläge ist nunmehr energisches politisches Handeln gefragt: Das Gesetzgebungsverfahren zum KWK-Zertifikatsmodell muss unverzüglich eingeleitet werden."


Eine detaillierte Analyse des so genannten "Alternativvorschlages" sowie eine Kurzmitteilung zur Entwicklung der CO2-Emissionen finden Sie auf unserer Website unter www.oeko.de.

Die Dateien stehen zum Download bereit.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

Dr. Felix Christian Matthes, Büro Berlin, Tel. 030-2 804 86 81.

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Ilka Buchmann | idw

Weitere Berichte zu: Emission KWK-Zertifikatsmodell Kraft-Wärme-Kopplung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Bestände des invasiven Kalikokrebses reduzieren und heimische Arten schützen
24.04.2018 | Pädagogische Hochschule Karlsruhe

nachricht Plastik stimuliert Bakterien im Meer
17.04.2018 | Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

Das Kleben der Zellverbinder von Hocheffizienz-Solarzellen im industriellen Maßstab ist laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und dem Anlagenhersteller teamtechnik marktreif. Als Ergebnis des gemeinsamen Forschungsprojekts »KleVer« ist die Klebetechnologie inzwischen so weit ausgereift, dass sie als alternative Verschaltungstechnologie zum weit verbreiteten Weichlöten angewendet werden kann. Durch die im Vergleich zum Löten wesentlich niedrigeren Prozesstemperaturen können vor allem temperatursensitive Hocheffizienzzellen schonend und materialsparend verschaltet werden.

Dabei ist der Durchsatz in der industriellen Produktion nur geringfügig niedriger als beim Verlöten der Zellen. Die Zuverlässigkeit der Klebeverbindung wurde...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neuer Impfstoff-Kandidat gegen Malaria erfolgreich in erster klinischer Studie untersucht

25.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Erkheimer Ökohaus-Pionier eröffnet neues Musterhaus „Heimat 4.0“

25.04.2018 | Architektur Bauwesen

Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

25.04.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics