Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hilfe für durstige Pflanzen

13.05.2008
TU-Wissenschaftler entwickeln Gewächshäuser mit geschlossenen Wasserkreisläufen / Hohe Einsparraten

Seit vielen Jahren verzeichnen die Mittelmeer-Anrainerstaaten große Erfolge im Anbau und Export von Obst und Gemüse. Doch die ansteigende Trockenheit und die gleichzeitige Übernutzung von Grundwasserressourcen bringen diesen Markt in Gefahr. Wissenschaftler der TU Berlin erforschen Technologien zu Wasserkreisläufen, die im Gewächshaus bis zu 95 Prozent des derzeit verbrauchten Wassers einsparen können.

Trockenheit und damit einhergehende Wasserknappheit können für die Region verheerende Folgen haben. Nach zwei Jahren ohne nennenswerte Niederschläge mussten im vergangenen Sommer rund um das marokkanische Agadir über 4000 Hektar Obstbaumkulturen aufgegeben werden. Auch für Deutschland stellt sich die Frage nach einer zuverlässigen Versorgung mit günstigen und frischen Agrarprodukten insbesondere in den Wintermonaten.

Einen Ausweg aus der Misere scheinen Gewächshäuser zu bieten. Der heutige Gewächshausgartenbau - rund 4000 Quadratkilometer existieren bereits im Mittelmeerraum - benötigt im Vergleich zum Freiland nur etwa die Hälfte des Wassers. Neue, bereits mit unterschiedlichen Prototypen erprobte Gewächshaustechnologien erzielen mittlerweile sogar eine noch wesentlich höhere Wassereffizienz.

... mehr zu:
»Gewächshaus »Wasserkreislauf

Bis zu 95 Prozent Einsparung durch Kondensation des von den Pflanzen verdunsteten Wassers wurden bereits nachgewiesen. Der Einsatz von gezielt gesammeltem Regenwasser und vorgereinigtem Grauwasser in der Pflanzenbewässerung ermöglicht über die Kondensatgewinnung sogar einen Wasserüberschuss. Dieser könnte zum Beispiel den anliegenden Städten zur Wasserversorgung dienen.

Doch birgt insbesondere der Einsatz von Grauwasser in der Nahrungskette Gefahren, die durch entsprechende Verfahren und strenge Hygieneregelungen ausgeschlossen werden müssen. Vor dem Einsatz bedarf es also noch ehrgeiziger Forschungsanstrengungen sowie der Änderung bestimmter Normen und Zulassungsbestimmungen.

Das Fachgebiet Gebäudetechnik und Entwerfen der TU Berlin forscht bereits seit mehreren Jahren an der Klimatisierung geschlossener Gewächshäuser. In Almeria/Spanien steht bereits der Prototyp eines solchen geschlossenen Gewächshauses. Neben der Wassereffizienz sind insbesondere der Pflanzenschutz ohne Pestizideinsatz sowie die Möglichkeit der CO2-Düngung von Pflanzen wichtige ökonomische Potenziale dieser Technologie. Hier könnte ein stark erhöhtes Wachstum bei verbesserter Qualität zu erwarten sein. Das Fachgebiet koordiniert derzeit das EU Projekt "Cycler Support", in dem Grundlagen an der Schnittstelle zwischen Wasseraufbereitung und Gewächshausgartenbau zusammengeführt werden.

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern: Dr.-Ing. Martin Buchholz, Technische Universität Berlin, Fachgebiet Gebäudetechnik und Entwerfen,

Tel.: 030 / 314-21820, E-Mail: Martin.Buchholz@tu-berlin.de

Weiterführende LINKS ZUM THEMA:

Homepage des EU-Projektes "Cycler Support":
www.cycler-support.net/
Homepage der Complexe Horticole d'Agadir:
www.iavcha.ac.ma/
Homepage von Watergy, einem Verfahren zur Wasseraufbereitung, Raum-klimatisierung und Nahrungsmittelproduktion:

www.watergy.info

Dr. Kristina R. Zerges | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-berlin.de

Weitere Berichte zu: Gewächshaus Wasserkreislauf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Erste "Rote Liste" gefährdeter Lebensräume in Europa
16.01.2017 | Universität Wien

nachricht Kann das "Greening" grüner werden?
11.01.2017 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Intelligente Haustechnik hört auf „LISTEN“

17.01.2017 | Architektur Bauwesen

Satellitengestützte Lasermesstechnik gegen den Klimawandel

17.01.2017 | Maschinenbau