Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ausbau der erneuerbaren Energien konsequent fortsetzen

01.07.2002


Eröffnung der Sonnenenergie-Messe "Intersolar" in Freiburg


Bundesumweltminister Jürgen Trittin hat sich für eine konsequente Fortführung der von der Bundesregierung eingeleiteten Energiewende ausgesprochen. Zentraler Baustein dieser Energiewende ist der kräftige Ausbau der erneuerbaren Energien. "In den nächsten 20 Jahren sind etwa die Hälfte der vorhandenen Kraftwerke zu ersetzen. Dies bietet die einmalige Chance, den Strukturwandel hin zu einer dezentralen effizienten Energieversorgung auch ökonomisch effizient zu erreichen. Der Ausstieg aus der Atomenergie ist dafür eine Voraussetzung," sagte der Minister heute bei der Eröffnung der Messe "Intersolar" in Freiburg.

Mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), dem 100.000 Dächer-Solarstrom-Programm und dem Marktanreizprogramm für erneuerbare Energien habe die Bundesregierung die geeigneten Rahmenbedingungen für den Wachstumsboom bei den erneuerbaren Energien geschaffen, sagte Trittin. Das EEG hat vor allem das Wachstum der Windkraftbranche gefördert, aber auch den anderen erneuerbaren Energiequellen -- vor allem Biomasse, Wasserkraft und Sonne -- einen immensen Schub gegeben. In nur drei Jahren konnte etwa der Anteil der Windenergie verdreifacht werden, ein Drittel des weltweit produzierten Windstroms wird in Deutschland erzeugt. Bereits im Juli 2002 tritt die Änderung des EEG in Kraft, wonach die Obergrenze für förderungswürdige Fotovoltaik-Anlagen von 350 Megawatt auf 1000 Megawatt angehoben wird. Die Markteinführung erneuerbarer Energien hat die Bundesregierung in den letzten vier Jahren mit insgesamt 550 Millionen Euro unterstützt, allein in diesem Jahr mit 200 Millionen Euro.


Der Bundesumweltminister wies insbesondere auf die Fortschritte der Solarbranche hin: "Im ganzen Land entstehen neue High-Tech Solar-Fabriken, die Branche hat ihren Umsatz seit 1998 auf jährlich 600 Millionen Euro versechsfacht. Deutschland wandelt sich vom Modul-Importland zum Exporteur". Ähnlich die Entwicklung bei der Solarwärme: Die Bundesrepublik ist mit knapp einer Million Quadratmetern neu installierter Kollektorfläche im letzten Jahr der mit Abstand größte Markt für solarthermische Anlagen weltweit. Jeder zweite Quadratmeter Kollektorfläche in Europa wird derzeit in Deutschland installiert.

Jürgen Trittin: "Vom kräftigen Ausbau der erneuerbaren Energien profitieren die Wirtschaft, die Beschäftigten und das Klima." Im Bereich der erneuerbaren Energien sind rund 120.000 Beschäftigte tätig, rund 35.000 davon allein in der Windenergiebranche, etwa 40.000 in der Biomassebranche. Aus umwelt- und klimapolitischer Sicht sind die durch die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien eingesparten Emissionen besonders bemerkenswert. 2001 wurden neben Luftschadstoffen, die für die bodennahe Ozonbildung (8.000 Tonnen) und die Versauerung der Boeden (37.000 Tonnen) verantwortlich sind, rund 35 Millionen Tonnen Kohlendioxid-äquivalent an Treibhausgasen vermieden. Bei Erreichen des Verdopplungsziels werden dies im Jahr 2010 rund 70 Mio. Tonnen CO2 sein.

Die Bundesregierung hat sich als Ziel die Verdoppelung des Anteils erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung bis zum Jahr 2010 gesetzt. Auch danach soll der Ausbau vorangebracht werden. Die Bundesregierung hat als Langfristziel beschlossen, dass die erneuerbaren Energien bis Mitte des Jahrhunderts rund die Hälfte des Energieverbrauchs decken sollen. Das Bundesumweltministerium strebt als mittelfristiges Ziel für das Jahr 2020 einen Anteil von erneuerbaren Energien am gesamten Primärenergiebedarf von 10 Prozent und am Stromverbrauch von 20 Prozent an.

BMU über UVS e.V. | News

Weitere Berichte zu: EEG Energiewende Kollektorfläche Megawatt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Hochmodernes Forschungsflugzeug fliegt zurzeit über Europa
17.07.2017 | Universität Bremen

nachricht Baumgrenze wird nicht allein durch das Klima bestimmt
03.07.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>