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Schrobenhausen: Forschungsbohrung wird vertieft, um geothermische Energie zu gewinnen

13.12.2000


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Schrobenhausen: In der Spargelstadt Schrobenhausen zwischen Augsburg und Ingolstadt hatte das Bayerische Geologische Landesamt im September eine Forschungsbohrung in gestartet, um im Malmkarst
Forschungsmessarbeiten durchführen zu können. Beim Malmkarst handelt es sich um eine geologische Formation zwischen Donau und Alpenrand, in der Bayerns wichtigste Thermalwasservorkommen angetroffen werden.

Zahlreiche Bäder wie Endorf, Füssing, Birnbach oder Griesbach nutzen diese Ressourcen schon seit Jahrzehnten sehr erfolgreich für balneologische Zwecke. Die Entdeckung dieser Vorkommen als umweltfreundliche, unerschöpfliche Energiequelle geschah erst relativ spät Ende der Achtziger. In Erding und Straubing entstanden allerdings in den letzten Jahren zwei wegweisende geothermische Heizwerke. Eine weitere Anlage wird derzeit - grenzübergreifend - in den Städten Simbach (Niederbayern) und Braunau (Oberösterreich) errichtet.

Die Bohrung im "Spargelland" wurde bereits vor drei Wochen von der Schrobenhausener Geothermie GmbH übernommen und anschließend verrohrt und wird nun weiter in den Malm hinein vertieft. In ca. 600 bis 800 m Teufe erwarten die Geologen auf ca. 30 °C warmes Wasser mit Förderraten von ca. 40 Litern pro Sekunde zu stoßen, dass zu Heizzwecken verwendet werden soll. Ende Januar, Anfang Februar sind bereits Pumptests geplant. Eine zweite Bohrung, die die geothermische Dublette vervollständigen wird, ist für einen späteren Zeitraum vorgesehen.

Die Schrobenhausener Geothermie GmbH wurde am 26. April 2000 durch eine Reihe privater Investoren gegründet. Gegenstand der Gesellschaft ist "die Entwicklung, Errichtung, Finanzierung und der Betrieb einer geothermischen Anlage zur thermischen und balneologischen Nutzung in Schrobenhausen", wie es im Gesellschaftervertrag heißt. Konkret bedeutet das die Installierung einer Fernwärmeversorgung für Schulen, Altersheime, Bürogebäude, Geschosswohnungsbau, ein Krankenhaus und das städtische Hallen-/Freibad. Außerdem wird das Bad mit Thermalwasser beliefert. In der ersten Stufe wird das Geothermievorhaben auf eine installierte Leistung von 6-8 MW ausgerichtet und später auf 12-15 MW erweitert.

Die geothermische Wärmeversorgung wird nach dem Dubletten-Prinzip errichtet: Eine Bohrung fördert das warme Wasser, das nach dem Entzug seiner Wärmeenergie über eine zweite Bohrung wieder in den Untergrund verpresst werden wird. Die Wärme selbst wird in der Heizzentrale über Wärmetauscher entnommen und an das Fernwärmenetz weitergegeben.

Weitere Informationen zum Schrobenhausener Geothermieprojekt sind erhältlich bei der Schrobenhausener Geothermie GmbH, Ziedlitzer Str. 25a, 86529 Schrobenhausen. Tel.: 08252 8892 63, Fax: 08252 82465, Ansprechpartner ist Herr Straub oder beim Planungsbüro Terrawat GmbH, Bischof-Arn-Platz 2, 84435 Lengdorf, Tel: 08083 5395 0, Fax: 08083 539517, Ansprechpartner ist Herr Ruhland.

Weitere Informationen zu allen Bereichen der Geothermie finden Sie, ständig aktualisiert, auf unserer Homepage www.geothermie.de. Sie können sich in den Verteiler unseres E-Mail-Newsletters geothermie.de aufnehmen lassen, das Sie normalerweise wöchentlich in Schlagzeilen kurz über die aktuellen Themen der Homepage und über aktuelle Entwicklungen aus der Geothermie informiert.

Werner Bussmann | idw

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