Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Der Trick mit der Salzuhr

03.06.2002


Mitarbeiter-Idee spart zwei Millionen Euro im Jahr

Das hätte sich der Bayer-Ingenieur Alfred Soppe nicht träumen lassen: seine "Salzuhr", Symbol für integrierten Umweltschutz, wird zwei Tage lang im Garten von Schloß Bellevue in Berlin ausgestellt. Die Präsentation im Schloßpark geht auf eine Einladung von Bundespräsident Johannes Rau zurück. Er hatte Bayer und weitere Firmen und Institute zur "Woche der Umwelt" nach Berlin in den Garten seines Amtssitzes Schloß Bellevue eingeladen. Sie stellen dort am 3. und 4. Juni umweltfreundliche Produkte und Produktionsprozesse der Öffentlichkeit und den Medien vor. Neben der Salzuhr ist Bayer mit weiteren Exponaten zu den biologisch abbaubaren Produkten Baypure® und Baylase®, dem wasserbasierten 2-K-PUR-Lacksystem, und der vom Bundesumwelt-ministerium geförderten Therban®-Anlage dabei.

Die Salzuhr zeigt, das man manchmal ungewöhnliche Wege gehen muss, um reife, eingefahrene Produktionsprozesse noch effektiver zu gestalten. Die etwa ein Meter hohe Plastik unterscheidet sich auf den ersten Blick nicht von einer gewöhnlichen Sanduhr. Anstelle trockenen Sandes ist die Bayer-Uhr jedoch mit Wasser und Salz gefüllt. Und obwohl jeder schon die Erfahrung mit feuchtem Salz gemacht hat, das klumpt und sich hartnäckig weigert, den Salzstreuer zu verlassen, rieselt in der Bayer-Uhr das nasse Salz wie feiner Sand durch die Verengung. Diesen, auf den ersten Blick kuriosen physikalischen Effekt, hat Soppe zur Entwicklung des sogenannten "Slurry-Verfahrens" genutzt. Mit ihm ist es möglich, einen Brei aus Wasser und Salz durch eine Rohrleitung zu pumpen.

Wie wichtig ein einfacher und sicherer Salztransport für Bayer ist, wird deutlich bei der Betrachtung der Salzmengen, die allein im Dormagener Werk für die Produktion von Natronlauge und Chlor benötigt werden: bis zu 1.600 Tonnen täglich. Über viele Jahre hinweg wurde das Salz über den Rhein nach Dormagen transportiert und am Worringer Anleger auf offene LKW´s verladen. Diese transportierten die weiße Fracht dann über die Straßen zum Elektrolysebetrieb – bis zu 25.000 Lkw-Fahrten im Jahr.

Heute stehen am Worringer Kai zwei riesige Aufgabetrichter, in die das Salz von den Schiffen verladen wird. Vor Ort mit Wasser suspendiert, wird es dann von einer Pumpe durch eine Rohrleitung umweltfreundlich in das Dormagener Werk geschickt. Die Pipeline mündet dort in zwei Silos, die jeweils 3.000 Tonnen Salz fassen können. Mehr als eine Million Tonnen Salz wurden auf diese Weise in den vergangenen zwei Jahren vom Kai zur Anlage gefördert. Die Einsparungen belaufen sich auf zwei Millionen Euro pro Jahr. Noch wichtiger: Tausende von Litern kostbaren Treibstoffs werden gespart und die Luft wird nicht unnötig mit Abgasen belegt. Deshalb ist das "Slurry-Verfahren" ein doppelter Gewinn: für Ökonomie und Ökologie.

In der Leverkusener Elektrolyse-Anlage kommt das Slurry-Verfahren ebenfalls zum Einsatz.

| BayNews international

Weitere Berichte zu: Rohrleitung Salz Salzuhr

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Den Trends der Umweltbranche auf der Spur
17.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

nachricht Etablierung eines Zuchtprogramms zum Schutz der letzten Saolas
17.10.2017 | Forschungsverbund Berlin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mobilität 4.0: Konferenz an der Jacobs University

18.10.2017 | Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

18.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Biokunststoffe könnten auch in Traktoren die Richtung angeben

18.10.2017 | Messenachrichten

»ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern

18.10.2017 | Energie und Elektrotechnik