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Asien und Europa suchen nach Lösungen für kontrolliertes Abfallmanagement

18.02.2009
Die weitgehend ungeregelte Abfallentsorgung stellt in vielen Städten Asiens ein gravierendes Problem dar. Die Grundwasser- und Bodenqualität ist gefährdet, Krankheiten breiten sich bei unhygienischen Bedingungen ungehindert aus und ökologische Folgeschäden zerstören die Lebensgrundlage der Anwohner auf lange Zeit.

Das ttz Bremerhaven will in dem EU-Projekt ISSOWAMA (Integrated Sustainable Solid Waste Management in Asia) zusammen mit 21 Partnern aus Europa und Asien ein umsetzbares Modell zu entwickeln und vor Ort implementieren. Der offizielle Projektstart fand am 11. und 12. Februar in Bangkok statt.

Entsorgungsstrategie für mehr Lebensqualität

Mit einem integrativen Ansatz können Fortschritt beim Abfallmanagement auch die Armutsbekämpfung und Verbesserung der staatlichen Fürsorge voranbringen. Gemeinsam suchen daher Forscher, Regierungsvertreter, Entsorgungsfachleute und Vertreter von Nicht-Regierungsorganisationen (NGOs) im Projekt ISSOWAMA nach Lösungen. Die Ausbildung eines Netzwerks und einer webbasierten Expertenplattform soll den Austausch zwischen asiatischen und europäischen Experten fördern, Ausbaumöglichkeiten abwägen und Schritte auf dem Weg zur Umsetzung bestimmen. "Hemmnisse wie technologische Wissenslücken, ökologisch negative Folgen sowie Barrieren auf sozio-ökonomischer und politischer Ebene werden dabei identifiziert und mit zielgerichteten Maßnahmen abgebaut. Die durchgehende Einbindung örtlicher Behörden und gestaltender Kräfte wird die regionale Akzeptanz erhöht", weiß Dr. Gerhard Schories, Leiter des Bereiches Wasser-, Energie- und Landschaftsmanagement am ttz Bremerhaven.

Eine wichtige Bedeutung kommt dabei nicht nur ranghohen Behördenvertretern zu, sondern auch informellen Schlüsselfiguren, die bei der Bevölkerung bekannt und akzeptiert sind. Der Projektkoordinator ttz Bremerhaven fungiert bei diesen Aktivitäten als Bindeglied. "Das ttz Bremerhaven hat bereits mehrere vergleichbare Koordinationsprojekte in Europa, Afrika und Lateinamerika organisiert und geleitet. Eine solche "Coordination Action"ermöglicht, die Kräfte für eine Zeit zu bündeln und Entwicklungen anzustoßen, für die sich Personen vor Ort über die Projektdauer hinaus zuständig fühlen", so die Projektleiterin Barbara de Mena vom ttz Bremerhaven. Das erfordert auch einen Know-how-Transfer, der das Verständnis für kostengünstige technische Lösungen vertieft und die Phantasie bei der Lösungsfindung anregt.

Zunächst will das Projektteam das Potential bestehender Aktivitäten im Bereich Solid Waste Management in Asien analysieren und bewerten. Das Kriterium der Nachhaltigkeit wird ebenso an die Aktivitäten angelegt wie eine quantitative Bezifferung der erzielten Verbesserungen im Abfallmanagement. Um die Haupt-Abfallströme nachzuzeichnen werden Fallbeispiele studiert und verschiedene Szenarien gegenübergestellt, um Handlungsempfehlungen ableiten zu können. Die Entwicklung von Richtlinien für das Abfallmanagement in Asien ist ein Hauptziel des Projektes. Technische, rechtliche, sozio-ökonomische sowie finanzielle Fragen sind dafür zu klären. Eine Industrie, die nachhaltige Entsorgungslösungen in den regionalen Märkten einführt, soll ausgebaut und gestärkt werden.

Auf dieser Basis sollen wirkungsvolle Strategien für Bangladesh, Indien, Kambodscha, Vietnam, Thailand, China, Indonesien und die Philippinnen entwickelt werden. Um das Wissen zu vervielfältigen und an der Basis verfügbar zu machen werden die Ergebnisse in lokalen Informationsworkshops und Trainingsmaterialien kommuniziert. Die Europäische Union fördert das Projekt im 7. Forschungsrahmenprogramm mit 990.000 Euro über eine Laufzeit von knapp 3 Jahren.

Kontakt:
ttz Bremerhaven
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Britta Rollert
Telefon: 0471 / 4832-124
Fax: 0471 / 4832-129
E-Mail: brollert@ttz-bremerhaven.de

Britta Rollert | idw
Weitere Informationen:
http://www.ttz-bremerhaven.de

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