Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zuversichtsstudie: Sorge um die Wirtschaftslage dämpft Zuversicht 2012

20.12.2011
Zuversichtswerte für deutsche Wirtschaft fallen zweistellig / Alle anderen Bereiche entwickeln sich dagegen positiv / Persönliche Zuversicht steigt auf hohem Niveau / Bayern und Niedersachsen am zuversichtlichsten

Kurzfassung der Studie unter www.uni-hohenheim.de/presse

Alles in allem sind die Menschen in Deutschland dieses Jahr zur Weihnachtszeit zuversichtlicher als vor einem Jahr. Aber für die Zukunft der deutschen Wirtschaft sind sie es nicht. Im Gegenteil, die Zuversicht hinsichtlich der allgemeinen Wirtschaftslage ist stark gesunken. Auch die Lage Deutschlands insgesamt schätzen die meisten Bundesbürger im kommenden Jahr skeptischer ein als beim Jahreswechsel 2011. Das zeigen die aktuellen Ergebnisse der monatlich durchgeführten repräsentativen Befragungen zur Allianz Zuversichtsstudie, einem Gemeinschaftsprojekt der Allianz Deutschland AG und der Universität Hohenheim.

Auf die Frage, wie sie der Gesamtsituation in Deutschland in den kommenden zwölf Monaten entgegensehen, antworteten im vierten Quartal 2011 lediglich 28 Prozent der Befragten „mit Zuversicht“ oder „mit großer Zuversicht“. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 34 Prozent. Die Zuversichtswerte für die deutsche Wirtschaft sind zum Jahresende 2011 sogar um elf Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahreszeitraum gefallen.

„Die gedämpfte Stimmung hinsichtlich der Konjunktur lässt viele Bürger die Gesamtsituation Deutschlands im kommenden Jahr skeptischer einschätzen als im Vorjahr“, erläutert Dr. Michael Heise, Chefvolkswirt und Leiter der Unternehmensentwicklung der Allianz, die aktuellen Ergebnisse der Zuversichtsstudie. „Diese Konjunktursorgen wiegen stärker als die durchweg gestiegene Zuversicht in allen anderen Bereichen.“

Steigende Zuversicht bei Umwelt-/Klimaschutz, Bildung und gesetzliche Versorgung
Außer bei der Wirtschaft sind sämtliche im Rahmen der Allianz Zuversichtsstudie untersuchten Zuversichtswerte des gesellschaftlichen Lebens höher als im Vorjahreszeitraum. So ist zum Beispiel die Zuversicht beim Umwelt- und Klimaschutz um acht Prozentpunkte und damit am stärksten gewachsen. Auch die Perspektiven von Bildungseinrichtungen wie Schulen und Universitäten werden für das Jahr 2012 um vier Prozentpunkte optimistischer eingeschätzt als Ende letzten Jahres.

Selbst die gesetzlichen Versorgungssysteme – stets auf den letzten beiden Plätzen im Ranking um die Zuversicht – verzeichnen auf insgesamt niedrigem Niveau erkennbares Wachstum (gesetzliche Krankversicherung: plus sechs Prozentpunkte, gesetzliche Rente: plus vier Prozentpunkte).

„Der letzte Castor-Transport, mehr Geld für Bildung und Qualifizierung im Staatshaushalt und in der Wirtschaft sowie Überschüsse bei den Krankenkassen und sinkende Kassenbeiträge hellen die Stimmung in den einzelnen Bereichen auf“, erklärt Prof. Dr. Frank Brettschneider von der Universität Hohenheim, der die Zuversichtsstudie wissenschaftlich begleitet. „Doch die mit der Euro-Krise einhergehende Unsicherheit überschattet das alles. Die Aussichten auf ein gutes Jahr 2012 werden durch das flaue Gefühl angesichts der allgemeinen Wirtschaftslage deutlich getrübt.“

Zuversicht für Deutschland sinkt, während sie fürs eigene Leben wächst
Anders als die Zukunft des Landes sehen die Bundesbürger ihr persönliches Leben im kommenden Jahr durchweg optimistischer als Ende letzten Jahres (plus vier Prozentpunkte). Das gilt beispielsweise für den Blick in den eigenen Geldbeutel (plus vier Prozentpunkte), für die Sicherheit des eigenen Arbeitsplatzes (plus sechs Prozentpunkte) und in besonderem Maße für die finanzielle Versorgung im Alter (plus neun Prozentpunkte).

„Die Hoffnung, dass sich das eigene Leben im nächsten Jahr positiv entwickelt, gründet wesentlich darauf, dass im realen Alltag der Job weiterhin sicher ist. Denn dann fließt regelmäßig Geld ins Portemonnaie und auch Spargroschen fürs Alter können abgezwackt werden“, sagt Prof. Dr. Brettschneider. „Unter diesen Voraussetzungen sind die persönlichen Aussichten für das Jahr 2012 rosig, selbst wenn die Menschen jenseits ihres unmittelbaren Umfeldes Krisen-Symptome wahrnehmen.“

Die Niedersachsen vertrauen Deutschland, die Bayern dem eigenen Leben
In fast allen Regionen des Landes sehen die Menschen die Gesamtsituation Deutschlands in den kommenden zwölf Monaten kritischer als zum Jahresende 2010 – außer in Niedersachsen. Das zweitgrößte Bundesland der Republik verzeichnet als einzige Region einen steigenden Zuversichtswert (plus fünf Prozentpunkte) gegenüber dem Vorjahr, wenn es um Deutschlands Zukunft geht.

Auch die Sicherheit des eigenen Arbeitsplatzes wird in Niedersachsen mit 67 Prozent um sechs Prozentpunkte zuversichtlicher bewertet als im Vorjahreszeitraum und liegt im vierten Quartal 2011 fünf Prozentpunkte höher als der überregionale Wert von 62 Prozent. „Beim Beschäftigungswachstum hat Niedersachsen zuletzt bundesweit vorn gelegen“, sagt Prof. Dr. Brettschneider von der Universität Hohenheim. „Das verleiht der Zuversicht Flügel und stärkt das Vertrauen in die Zukunft.“

Den Spitzenplatz bei der Zuversicht für ihr persönliches Leben belegen die Bayern. In keiner Region Deutschlands haben mehr Menschen Vertrauen in die Zukunft des eigenen Lebens (67 Prozent) als im größten Bundesland der Republik. Die positive Einschätzung hat sich gegenüber dem Vorjahr noch um sieben Prozentpunkte gesteigert.

Hintergrund Zuversichtsstudie
Basis der Allianz Zuversichtsstudie, einer gemeinschaftlich durchgeführten Untersuchung der Allianz Deutschland AG und der Universität Hohenheim, sind repräsentative monatliche Befragungen mit jeweils mindestens 500 - 1.000 Interviewpartnern. Im vierten Quartal 2011 wurden insgesamt 1.504 Interviews durchgeführt. Seit dem Start der Studie im Herbst 2007 wurden 31.846 Bundesbürger befragt. Ziel der Allianz Zuversichtsstudie ist es, die Stimmungslage in Deutschland zu erheben. Dazu wird regelmäßig die Zuversicht der Menschen für die jeweils kommenden zwölf Monate in sechs persönlichen und sechs gesellschaftlich übergreifenden Lebensbereichen erfasst. Die aktuellen Ergebnisse der Allianz Zuversichtsstudie sowie Trends, die sich daraus ablesen lassen, werden der Öffentlichkeit in der Regel vierteljährlich vorgestellt. Die Ergebnisse des ersten Quartals 2012 erscheinen im März 2012.

Text: Weik / Klebs

Florian Klebs | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-hohenheim.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weiterbildung zu statistischen Methoden in der Versuchsplanung und -auswertung

06.12.2016 | Seminare Workshops

Bund fördert Entwicklung sicherer Schnellladetechnik für Hochleistungsbatterien mit 2,5 Millionen

06.12.2016 | Förderungen Preise

Innovationen für eine nachhaltige Forstwirtschaft

06.12.2016 | Agrar- Forstwissenschaften