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Zahngesundheit ist für zehn Prozent der allgemeinen medizinischen Lebensqualität verantwortlich

19.01.2010
Ältere Menschen zeigen sich zuversichtlicher als junge Leute

Wer schon einmal starke Zahnschmerzen gehabt hat, der wird Prof. Stefan Zimmer von der Universität Witten/Herdecke Recht geben. Der fand nämlich nun heraus: Die Mundgesundheit wirkt sich in erheblichem Maße auf die allgemeine Lebensqualität der Menschen aus. Und weil ihm als Wissenschaftler diese Aussage zu allgemein war, wollte es Prof. Zimmer ganz genau wissen.

"Nach Abschluss unserer Untersuchungen kann man festhalten, dass die Mundgesundheit eines Menschen etwa zehn Prozent der allgemeinen medizinischen Lebensqualität ausmacht", stellt er fest. Das fand der Dekan der Fakultät für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der UW/H in einer Studie heraus, für die knapp 12.500 Fragebögen von Patienten aus gut 700 deutschen Zahnarztpraxen ausgewertet wurden.

Bei der Abfrage der allgemeinen medizinischen Lebensqualität unterschied die Studie zwischen der rein körperlichen und der mentalen Einschätzung der gesundheitlichen Lebensqualität. Dabei fiel auf, dass der körperliche Index sich erwartungsgemäß mit dem Alter verschlechterte, während die Einschätzung der rein mentalen Verfassung mit dem Alter sogar stieg.

Bei einer genaueren Analyse zeigte sich, dass dies nicht etwa darauf zurückzuführen ist, dass die älteren Leute hier besonders hohe Werte verzeichneten, sondern darauf, dass sich die mentale Komponente der gesundheitsbezogenen Lebensqualität bei jüngeren Menschen deutlich verschlechtert hat. "Über die Gründe können wir nur spekulieren", sagt Prof. Zimmer. "Die Entwicklung könnte mit den veränderten sozialen Bedingungen in Deutschland zu tun haben. Da wären in erster Linie die Gefahr der Arbeitslosigkeit, rapide steigende Gesundheitskosten, das Risiko von Altersarmut und die Notwendigkeit, selbst vorzusorgen, zu nennen."

"Bei der mundgesundheitsbezogenen Lebensqualität liegen wir auf einem sehr hohen Niveau", konstatiert Prof. Zimmer. Erfreulich sei es zudem, dass sich hierbei in den Altersgruppen zwischen 14 und 50 Jahren keine statistisch relevanten Unterschiede ergeben hätten. "Diese Feststellung scheint zunächst im Gegensatz zur epidemiologischen Tatsache zu stehen, dass zahngesundheitliche Probleme wie Karies, Parodontitis und Zahnverlust mit dem Alter zunehmen. Eine Erklärung, warum sich dies nicht auf die Lebensqualität auswirkt, könnte das hohe Niveau der zahnärztlichen Versorgung in Deutschland sein."

Weitere Informationen zur Studie erhalten Sie von Herrn Prof. Stefan Zimmer unter der Rufnummer 02302 / 926-663 oder unter stefan.zimmer@uni-wh.de

Kay Gropp | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-wh.de

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