Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weniger Strahlen, besserer Durchblick

09.09.2009
Charité-Studie: Neue CT-Geräte können Herzkatheter ersetzen

Bald könnte es eine Alternative zur Herzkatheter-Untersuchung geben: Eine Studie des Instituts für Radiologie am Campus Mitte der Charité - Universitätsmedizin Berlin hat gezeigt, dass moderne Computertomographie-Geräte (CT) für die Diagnose von Verengungen der Herzkranzarterien ebenso geeignet sind.

Für viele Patienten ist das eine gute Nachricht, denn die herkömmliche Untersuchung, bei der ein dünner Schlauch durch eine Arterie von der Leiste bis in Herz geschoben wird, erzeugt oft beträchtliches Unbehagen. Die Studie wird in der aktuellen Ausgabe der US-Fachzeitschrift Circulation* vorgestellt. "Wir haben festgestellt, dass sich behandlungsbedürftige Verengungen im CT ähnlich exakt erkennen lassen, wie mit dem Herzkatheter", resümiert Studienkoordinator Privatdozent Dr. Marc Dewey. Diese Verengungen, auch als koronare Herzkrankheit bekannt, sind in Amerika und Mitteleuropa die Todesursache Nummer eins.

Bei der Computertomographie rechnet ein Computer aus verschiedenen Richtungen aufgenommene Röntgenaufnahmen zu einem dreidimensionalen Bild zusammen. Um das zu ermöglichen, wird den Patienten vorher ein Röntgen-Kontrastmittel gespritzt. Bei herkömmlichen CT-Geräten ist die Strahlenbelastung dabei relativ hoch. Das Team von der Charité erzielte seine Ergebnisse jedoch mit einem modernen 320-Schicht-CT. Dieses grenzt den zu untersuchenden Bereich exakter ein und vermeidet überlappende Aufnahmen. Dadurch wird die Strahlenbelastung um bis zu 75 Prozent reduziert.

Zwischen März und Oktober 2008 wurden insgesamt 30 Patienten mit Verdacht auf eine koronare Herzkrankheit untersucht und die Ergebnisse beider Methoden verglichen. "Die Patienten in der Studie empfanden die Computertomographie als angenehmer und schmerzärmer", berichtet Dewey. Sie dauerte außerdem nur gut zwanzig Minuten, während die Herzkatheter-Untersuchung bis zu einer Stunde in Anspruch nahm. Bei vergleichbarer Genauigkeit bestehen daher große Vorteile in der Diagnose mit den modernen CT. Um die bisherigen Ergebnisse zu untermauern, plant das Institut für Radiologie gemeinsam mit Universitätskliniken in den USA, Japan, Brasilien und Kanada eine mehrjährige Anschlussstudie mit mehr als 400 Patienten.

* Dewey, M.; Zimmermann, E. et al.: Noninvasive Coronary Angiography by 320-Row Computed Tomography with Lower Radiation Exposure und Maintained Diagnostic Accuracy. In: Circulation, 2009, Volume 121, 867-875. DOI: 10.1161/CIRCULATIONAHA.109.859280

Kontakt:
PD Marc Dewey
Institut für Radiologie
Campus Charité Mitte
t: +49 30 450 527 296

Kerstin Endele | idw
Weitere Informationen:
http://www.charite.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Der Klang des Ozeans
12.01.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Verstädterung wird 300.000 km2 fruchtbarsten Ackerlands verschlingen
27.12.2016 | Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

17.01.2017 | Physik Astronomie

Wasser - der heimliche Treiber des Kohlenstoffkreislaufs?

17.01.2017 | Geowissenschaften

Kieselalge in der Antarktis liest je nach Umweltbedingungen verschiedene Varianten seiner Gene ab

17.01.2017 | Biowissenschaften Chemie