Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Web-Check: Schlechtes Internet-Marketing bremst die Einwerbung ausländischer Patienten

03.08.2009
In der neuen Studie "Unter Wert verkauft - Schlechtes Internet-Marketing bremst die Einwerbung internationaler Patienten" vergleichen Jens Juszczak und Christine Schmierer deutsche Universitätskliniken mit asiatischen Privatkliniken.

Untersuchungen der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg haben gezeigt, dass deutsche Krankenhäuser als Behandlungsorte bei ausländischen Patienten überaus beliebt sind. Dies gilt insbesondere für Kliniken in München, Berlin, Bonn oder Hamburg.

Der größte Teil des Geschäftes mit der Behandlung sogenannter Medizintouristen findet in Südostasien statt, vor allem in Thailand, Singapur und Indien. Die meisten Patienten, fast 70 Prozent, informieren sich vorab über das Internet. Deshalb untersuchte Jens Juszczak zusammen mit Diplomandin Christine Schmierer die Internetauftritte von 30 deutschen Universitätskliniken und verglich sie mit 30 asiatischen Privatkliniken.

Dabei schnitten die deutschen Kliniken vergleichsweise schlecht ab. Nur das Universitätsklinikum (UK) Hamburg-Eppendorf schaffte es unter die Top-10-Webseiten (UK Bonn: Platz 50, UK Köln: 58). Das lag weniger an der visuellen Gestaltung, sondern daran, dass es weder eine internationale Domain noch eine Rubrik für internationale Patienten gab. Oft waren nicht einmal englischsprachige Seiten vorhanden. Bei nur einem Drittel erhält der potenzielle Patient detaillierte Informationen über Fachabteilungen oder Ärzte, Behandlungskosten und Zahlungsmodalitäten oder Serviceleistungen wie Reiseplanung und Dolmetscherservice.

Bewertet wurden die Kategorien Navigation und Nutzerfreundlichkeit, visuelle Gestaltung, Informationsqualität sowie webbasierte Interaktionsmöglichkeiten mit insgesamt 38 Einzelkriterien. Überall schnitten die asiatischen Kliniken signifikant besser ab.

Dass die Universitätskliniken sich mit ihrem Internetauftritt jedoch unter Wert verkaufen, bewies ein sogenannter Mystery-Check. Dieser Test soll zeigen, ob die im Internet angepriesenen Versprechen auch wirklich gehalten werden.

Am Beispiel der scheinbar echten Behandlungsanfrage einer Patientin mit Arztbrief und Laborergebnissen wurden alle Kliniken per E-Mail angeschrieben. In russischer Sprache übrigens, denn GUS-Patienten gelten als eine der attraktivsten Zielgruppen mit den höchsten Zuwachsraten. Bewertet wurden hier Rücklaufzeit, Sprache und Kriterien wie Preiskalkulation, voraussichtliche Dauer des Klinkaufenthaltes oder Hilfen bei der Einreise.

Von den insgesamt 60 Kliniken haben nur 13 geantwortet. Und diesmal waren acht deutsche Universitätskliniken unter den Top 10. Von den asiatischen Kliniken mit den hervorragenden Internetseiten gab es kaum Rückmeldungen, nur zwei Kliniken aus Singapur schafften es unter die ersten Zehn.

Jens Juszczak: "Die Untersuchung zeigt, dass die deutschen Kliniken neben den medizinischen Leistungen auch einen guten Service bieten. Nur kommunizieren sie dies nicht ausreichend." Dabei kann ein zielgruppenspezifischer Internetauftritt für internationale Patienten mit detaillierten, relevanten Informationen und erweiterten Kontakt- und Kommunikationsmöglichkeiten beim Werben um diesen Personenkreis ein entscheidender Wettbewerbsvorteil sein. Denn jedes Jahr entscheiden sich hunderttausende Menschen für eine Behandlung in ausländischen Kliniken, da etwa die medizinische Versorgung im Heimatland nicht gewährleistet oder mangelhaft ist, der Spezialist im Nachbarland näher liegt als im eigenen Land oder die Behandlung im Ausland deutliche preiswerter ist als zu Hause.

Eine ausführlichere Darstellung finden Sie hier:
http://www.h-brs.de/fhbrsmedia/Downloads/presse/2009/Webseitencheck_2009.pdf
Kontakt:
Jens Juszczak
Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, Fachbereich Wirtschaftswissenschaften Tel. 02241/865-120

E-Mail: jens.juszczak@h-brs.de

Eva Tritschler | idw
Weitere Informationen:
http://www.auslandspatienten.de
http://www.h-brs.de/fhbrsmedia/Downloads/presse/2009/Webseitencheck_2009.pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Neue Studie „Education first! Bildung entscheidet über die Zukunft Sahel-Afrikas“
29.11.2017 | Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung

nachricht Zukunftsstudie zum Autoland Saarland veröffentlicht
29.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Im Focus: First-of-its-kind chemical oscillator offers new level of molecular control

DNA molecules that follow specific instructions could offer more precise molecular control of synthetic chemical systems, a discovery that opens the door for engineers to create molecular machines with new and complex behaviors.

Researchers have created chemical amplifiers and a chemical oscillator using a systematic method that has the potential to embed sophisticated circuit...

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltrekord: Jülicher Forscher simulieren Quantencomputer mit 46 Qubits

15.12.2017 | Informationstechnologie

Wackelpudding mit Gedächtnis – Verlaufsvorhersage für handelsübliche Lacke

15.12.2017 | Verfahrenstechnologie

Forscher vereinfachen Installation und Programmierung von Robotersystemen

15.12.2017 | Energie und Elektrotechnik