Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vorhofflimmern: Erhöhte Komplikationsrate auch bei Frauen mit niedrigem Gesamtrisiko

25.05.2011
Auch gesunde Frauen weisen ein erhöhtes Komplikations- und Sterberisiko bei Vorhofflimmern auf. Bislang führte man das erhöhte Risiko vor allem auf die mit dem Vorhofflimmern oft gleichzeitig auftretenden Begleitererkrankungen zurück. Mit Prävention und strikter Behandlung der Komplikationen kann das Risiko verringert werden. Dies belegt eine Studie der Universität Basel, deren Forschungsergebnisse in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift JAMA publiziert sind.

Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung in der Bevölkerung. Frühere Studien an älteren Bevölkerungsgruppen mit einer erheblichen Häufung von relevanten Begleiterkrankungen haben gezeigt, dass Patientinnen mit Vorhofflimmern ein erhöhtes Risiko aufweisen zu sterben oder an anderen schwerwiegenden Komplikationen zu erkranken.

Auffällig an diesen Studien war, dass dieses Risiko besonders in den ersten 30 Tagen nach der ersten Vorhofflimmer-Diagnose auftrat, was den Schluss nahelegte, dass hauptsächlich die schwerwiegenden Begleiterkrankungen dafür verantwortlich waren und nicht die Rhythmusstörung selbst.

Eine Studie von Universität und Universitätsspital Basel mit gesunden Frauen konnte nun das aus früheren Studien bekannte Sterberisiko durch Vorhofflimmern bestätigen, obwohl das Mortalitätsrisiko innerhalb der ersten 30 Tage nach Diagnosestellung nicht erhöht war. Das absolute Sterberisiko in der von PD Dr. med. David Conen geleiteten Studie war insgesamt tief, was das niedrigere Gesamtrisiko dieser Population herausstreicht.

Aus Conens Studie kann weiter gefolgert werden, dass ein Teil des erhöhten Sterberisikos bei Patientinnen mit Vorhofflimmern durch schwerwiegende Komplikationen wie Schlaganfall oder Herzschwäche bedingt ist, sodass durch eine optimale Prävention und eine strikte Behandlung dieser Komplikationen eine Verringerung des Sterberisikos bei Patientinnen mit Vorhofflimmern erreicht werden kann. Dieser Aspekt ist wichtig, da bisher praktisch keine Behandlung des etablierten Vorhofflimmerns eine Reduktion der Mortalität gezeigt hat. Schliesslich fanden die Studienmacher Hinweise, dass Frauen mit vorübergehendem Vorhofflimmern ein niedrigeres Risiko aufweisen als Frauen mit permanentem Vorhofflimmern.

Originalbeitrag
David Conen MD MPH, Claudia U. Chae MD MPH, Robert J. Glynn ScD, Usha B. Tedrow MD MPH, Brendan M. Everett MD MPH, Julie E. Buring ScD, Christine M. Albert MD MPH
Risk of Death and Cardiovascular Events in Initially Healthy Women with New-Onset Atrial Fibrillation

AMA. 2011;305(20):2080-2087. doi: 10.1001/jama.2011.659

Kontakt
PD Dr. med. David Conen MPH, Universität Basel, Oberarzt Innere Medizin, Universitätsspital, Petersgraben 4, 4031 Basel, Tel. 061 328 66 96, E-Mail: Conend@uhbs.ch

Hans Syfrig Fongione | Universität Basel
Weitere Informationen:
http://www.uhbs.ch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Zirkuläre Wirtschaft: Neues Wirtschaftsmodell für die chemische Industrie?
28.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Unternehmen entwickeln sich zu Serviceanbietern
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Im Neptun regnet es Diamanten: Forscherteam enthüllt Innenleben kosmischer Eisgiganten

21.08.2017 | Physik Astronomie

Ein Holodeck für Fliegen, Fische und Mäuse

21.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Institut für Lufttransportsysteme der TUHH nimmt neuen Cockpitsimulator in Betrieb

21.08.2017 | Verkehr Logistik