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Vollkorn schützt vor Bauchfett

21.10.2010
Weniger ungünstige Depots rund um die inneren Organe

Wer bei der Wahl von Getreideprodukten vorwiegend auf Vollkorn setzt, kann dadurch überschüssiges Fett loswerden.

Das berichten Forscher der Tufts University im "American Journal of Clinical Nutrition". Sie befragten 2.800 Erwachsene nach ihren Ernährungsgewohnheiten und untersuchten durch spezielle Bildgebung ihr Fettgewebe. Bei jenen, die sich statt von Produkten mit weißem Getreide von solchen aus Vollkorn ernährten, hatte sich deutlich weniger Bauchfett angesammelt. Vollkorn stärkt somit gegen Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Dunkel schlägt Hell

Den positiven Effekt beobachteten die Forscher bei jenen, die mindestens drei Portionen Vollkorn-Produkte pro Tag verzehrten - und weniger als eine mit normalem Getreide. Als eine Portion Vollkorngetreide galt dabei eine Scheibe 100-prozentiges Weizen-Vollkornbrot, eine halbe Tasse Haferflocken oder dieselbe Menge an braunem Reis. Bei jenen, die neben den Vollkorn-Portionen weiterhin viele Produkte mit verarbeitetem Getreide zu sich nahmen, war der Vorteil nicht zu beobachten. "Es ist also wichtig, Teile der Ernährung zu ersetzen und nicht bloß zusätzlich Vollkorn zu essen", erklärt Studienautor Nicola McKeown.

Konkret war bei den Vollkorn-Essern das Bauchfett rund um die inneren Organe geringer, die sogenannten viszeralen Fettgewebe. Mehr noch als die direkt unter der Haut befindlichen Fettzellen tragen diese eine Mitschuld an Bluthochdruck, hohem Cholesterin und Insulinresistenz, die in Summe zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Typ 2-Diabetes führen können. Bei Vollkorn-Essern war das Volumen dieser Fettgewebe um zehn Prozent geringer, selbst nachdem die Forscher andere Faktoren wie etwa Rauchen, Alkoholkonsum, Obst- und Gemüseverzehr, Bewegung oder den Fettanteil im Kalorienkonsum berücksichtig hatten.

Langes Kauen hilft beim Abnehmen

"Jedem, der abnehmen oder auf sein Gewicht achten will, kann man den Verzicht auf Weißmehlprodukten zugunsten von Vollkorn nur empfehlen", betont auch Heinrich von Grünigen, Präsident der Schweizerischen Adipositas-Stiftung SAPS http://www.saps.ch , im pressetext-Interview. Auch das Backen mit Vollkornmehl oder dunkle Nudeln gehörten da dazu. Allerdings rät von Grüningen, auch bei Vollkorn das Maß zu halten und die Portionsgrößen in den Griff zu bekommen. "Nicht deshalb, weil es gesund ist, sollte man beliebig viel davon zu sich nehmen."

Doch gerade bei der Mäßigung des Hungers bringt Vollkornbrot entscheidende Vorteile gegenüber seinem weißen Pendant. "Der Verdauungsprozess von Vollkornbrot dauert wesentlich länger, wodurch es schneller satt macht." Die schnellste Sättigung erreiche man durch bewusst langes Kauen. "Das ermöglicht bei Vollkorn auch eine ganz andere Geschmacksintensität als bei Weißbrot." Eine neue Wortschöpfung dafür ist das 'Schmauen' - die Kombination von Schmecken und Kauen. "Kaut man einen Bissen trockenes Vollkornbrot fünf Minuten, gibt dies den Eindruck, man hätte eine ganze Mahlzeit gegessen", so von Grünigen.

Johannes Pernsteiner | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.tufts.edu

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