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Völlerei, nicht Faulheit sorgt für globale Fettsucht

20.08.2008
Bewegungsaktivität in den vergangenen 20 Jahren kaum abgenommen

Völlerei - nicht Faulheit - dürfte der Grund für die Fettsucht in der Industriewelt sein.

Zu diesem Schluss kommt ein US-niederländisches Forscherteam im Fachmagazin International Journal of Obesity. Die Wissenschaftler konnten deutlich zeigen, dass sich die Bewegungsaktivität der Menschen in den USA und in Europa seit den 1980er Jahren nicht zum Negativen hin geändert hat.

Zahlreiche Forscher haben den Bewegungsmangel und den "inaktiven" Lebensstil für die rasche Zunahme der Fettsucht verantwortlich gemacht. Allerdings haben nur wenige Untersuchungen gemessen, ob die Lebensstil-Änderungen die Menge an zugeführter Energie, die verbrannt wird, verringert hat. Der Biologe John Speakman von der Universität Aberdeen und Klaas Westerterp vom Nutrition & Toxicology Research Institute der Maastricht Universität haben an 393 Probanden in den USA und 366 aus den Niederlanden untersucht, wie viel Energie durch körperliche Aktivitäten in den vergangenen 25 Jahren verloren ging.

Demnach gab es keinen signifikanten Rückgang der Bewegungsaktivitäten. Zwar habe die Fettsucht bereits Anfang der 1980er Jahr begonnen, aber Speakman argumentiert, dass Menschen während der Abendstunden immer schon inaktiver waren. "Es ist zwar neu, dass man länger vor dem Video oder vor dem Computer sitzt, aber das hat offensichtlich keine Auswirkungen auf den generellen Energieverbrauch", so der Forscher.

"Wenn wir also nicht weniger körperliche Aktivitäten setzen, dann muss es wohl die Menge an Nahrungsmitteln sein, die das durchschnittliche Gewicht in die Höhe schnellen lässt", meint der Wissenschaftler. Wenn man das ganze Fettleibigkeitsproblem lösen will, muss man die Menge an zugeführter Nahrung deutlich reduzieren", so der Forscher. Einer aktuellen Studie des Trust for Americas Health http://healthyamericans.org und der Robert Wood Johnson Foundation http://www.rwjf.org zufolge werden bis zum Jahr 2015 rund 75 Prozent aller US-Bürger übergewichtig oder fettleibig sein. Bisher sind alle Bemühungen, den Anstieg zu verringern, fehlgeschlagen.

Über die Rolle der Fettzellen werden immer neue Details bekannt: Deutsche Forscher haben nun herausgefunden, dass Fettgewebe um die Gelenke die Entstehung und den Verlauf rheumatischer Erkrankungen begünstigen kann. Denn Fettzellen setzen Botenstoffe frei, so genannte Adipozytokine. Diese steuern entzündliche rheumatische Vorgänge und treiben den für Rheuma typischen Abbau der Gelenke voran. Das gelte allerdings sowohl für dicke als auch für dünne Menschen.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.abdn.ac.uk
http://www.nutrim.unimaas.nl

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