Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vertrauen in die Soziale Marktwirtschaft nimmt wieder zu

08.02.2010
Bertelsmann Stiftung sieht Ursache für die Trendumkehr im besonnenen Krisenmanagement der Politik

Das Vertrauen der deutschen Bevölkerung in die Soziale Marktwirt­schaft ist wieder gestiegen. Eine aktuelle Allensbach-Umfrage im Auftrag der Bertelsmann Stiftung zeigt nach langjährigem kontinuierlichen Akzeptanzverlust erstmals eine Trendumkehr.

Während im Jahr 2000 noch 55 Prozent eine gute Meinung von der Sozialen Marktwirtschaft hatten, waren es im Frühjahr 2008 nur noch 31 Prozent. Anfang dieses Jahres ist dieser Wert nun wieder auf 38 Prozent gestiegen.

Dr. Gunter Thielen, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung, macht vor allem die beson­nene Reaktion der Politik in der ersten Phase der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise für das gestärkte Vertrauen in die Soziale Marktwirtschaft verantwortlich. Das Garantieversprechen für Spareinlagen von Kanzlerin und Finanzminister habe eine Panikreaktion der Bevölkerung verhin­dert. Auch die Konjunkturprogramme und die Ausweitung der Kurzarbeit sowie das Verhalten vie­ler Unternehmer, die Arbeitsplätze auch in der Rezession zu sichern, hätten sich positiv ausge­wirkt. "Durch diese Maßnahmen ist die von vielen Experten befürchtete Massenarbeitslosigkeit bis heute ausgeblieben", sagte Thielen.

Auch ein weiteres Ergebnis der Umfrage belegt die Trendumkehr: Während im Jahr 2006 noch 62 Prozent der Bevölkerung das Wirtschaftssystem als "nicht wirklich sozial" bezeichneten, geben jetzt nur noch 49 Prozent dieses Urteil ab. Parallel dazu stieg unter den Deutschen der Anteil de­rer, die das marktwirtschaftliche System als sozial empfinden von 24 Prozent im Jahr 2006 auf jetzt 35 Prozent. Die Akzeptanz der Sozialen Marktwirtschaft in Deutschland wird auch durch die verbreitete Überzeugung gestützt, dass es keine bessere Alternative zum deutschen Wirtschafts­system gibt. 43 Prozent der Bevölkerung sind dieser Meinung, nur 15 Prozent glauben, es gebe ein besseres Wirtschaftssystem.

Die Umfrage der Bertelsmann Stiftung belegt allerdings auch, dass die Kritik an der Verteilungsge­rechtigkeit in Deutschland anhält. 58 Prozent der Bevölkerung halten die wirtschaftlichen Verhält­nisse für "nicht gerecht". Diejenigen, die die Einkommens- und Vermögensverteilung im Großen und Ganzen für "gerecht" halten, bleiben in der Minderheit, auch wenn ihr Anteil seit 2007 wieder leicht auf jetzt 21 Prozent gestiegen ist.

Die große Mehrheit der Bevölkerung (71 Prozent) hat zudem den Eindruck, dass die soziale Ge­rechtigkeit in Deutschland in den letzten vier Jahren weiter abgenommen hat. Nur 4 Prozent der Befragten glauben, sie habe zugenommen. "Der Illusion, dass dem Staat angesichts seiner enor­men Schuldenlasten aus der Bewältigung der Wirtschaftskrise größere Verteilungsspielräume geblieben wären, erliegt kaum jemand", erklärt Thielen dieses Umfrageergebnis.

Danach gefragt, welches von insgesamt neun vorgegebenen Ländern den eigenen Vorstellungen von sozialer Gerechtigkeit am nächsten kommt, dominiert noch immer Schweden mit 27 Prozent der Nennungen. Allerdings mit deutlich abnehmender Tendenz. Deutschland hat stark aufgeholt und rückt mit 19 Prozent (2007: 5 Prozent) an die zweite Stelle vor. Trotz anhaltender Zweifel an der sozialen Gerechtigkeit verbessert sich auch nach dieser Ermittlung die Bewertung des deut­schen Wirtschafts- und Sozialsystems im internationalen Vergleich.

Rückfragen an: Robert Vehrkamp, Telefon: 0 52 41 / 81-81 526; E-Mail: robert.vehrkamp@bertelsmann-stiftung.de

Ute Friedrich | idw
Weitere Informationen:
http://www.bertelsmann-stiftung.de
http://www.zukunftsozialemarktwirtschaft.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten