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Verkürzte Gymnasialzeit hat keinen direkten Einfluss auf Kopfschmerzen bei Jugendlichen

20.05.2010
Studie untersucht Kopfschmerz und körperliche Beschwerden von Jugendlichen in Münchener Gymnasien

Die Verkürzung der Gymnasialzeit von neun auf acht Jahre (G9 bzw.G8) hat in Deutschland für eine heftige gesellschaftspolitische Debatte über potenzielle gesundheitliche Belastungen der Schüler gesorgt. Hintergrund dafür ist die Verdichtung des Lehrplans durch die kürzere Schulzeit.

Bislang gab es keine belastbaren wissenschaftlichen Ergebnisse, die einen Zusammenhang zwischen der Einführung des G8 und einer steigenden Häufigkeit von Schmerzen und gesundheitlichen Beschwerden bei jugendlichen Gymnasiasten bestätigen würden.

„Wir haben deshalb im Winter 2008/2009 über 1.200 Schülerinnen und Schüler an Münchner Gymnasien des ersten G8- und des letzten G9-Jahrgangs (Schüler der damals 10. und 11. Klassen) über ihren Gesundheitszustand und ihre Lebensumstände befragt,“ sagt Prof. Dr. Andreas Straube von der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft. Ergebnis: Statistisch gesehen, gebe es laut dieser Studie keine nachweisbaren Unterschiede zwischen den Jahrgängen bei der Häufigkeit von Kopfschmerzen oder anderen körperlichen Beschwerden. Die Verkürzung der Gymnasialzeit habe somit zu keiner kurzfristigen Zunahme der Schmerzen und Beschwerden bei den G8-Schülern geführt. Sehr wohl ist der Gesundheitszustand aber sowohl der G8- als auch der G9-Schüler stark beeinträchtigt.

In der Querschnittsstudie wurden mittels Fragebögen die Häufigkeit von Kopfschmerzen und anderen Beschwerden, chronisches Stresserleben und die gesundheitsbezogene Lebensqualität erhoben und zwischen den Schülern des G8 und G9 verglichen. Es zeigte sich, dass die G8-Schüler über weniger tägliche Freizeit verfügen und dass einem größeren Teil der G8-Schüler im Vergleich zu den G9-Schülern die verfügbare Freizeit zur Erholung nicht ausreicht. Als häufigste gesundheitliche Beschwerden wurden von Schülern aller Jahrgangsstufen ohne Unterschied Kopfschmerzen (83,1%), Kreuz- oder Rückenschmerzen (47,7%), übermäßiges Schlafbedürfnis (45,6%) sowie Nacken- und Schulterschmerzen (45,0%) genannt. Als Quellen des subjektiv erlebten Stresses wurde neben der Schule auch in geringerem Maße das soziale Umfeld genannt.

Daher kann an alle Schüler die generelle Empfehlung gehen, durch eine gesunde Lebensweise, vor allem durch viel körperliche Aktivität, ausreichend Schlaf und die Einrichtung von Freiräumen, Kopfschmerzen und anderen Beschwerden vorzubeugen.

Quelle: Milde-Busch A, Blaschek A, Borggräfe I, von Kries R, Straube A, Heinen F.

Is There an Association between the Reduced School Years in Grammar Schools and Headache and Other Health Complaints in Adolescent Students? Klin Padiatr. Epub: 2010 May 7.

Dr. Astrid Milde-Busch
Institut für Soziale Pädiatrie und Jugendmedizin
Ludwig-Maximilians-Universität München
Heiglhofstraße 63, 81377 München
E-Mail: Astrid.Milde-Busch@med.uni-muenchen.de
Professor Dr. Andreas Straube
Neurologische Klinik im Klinikum Großhadern
Ludwig-Maximilians-Universität München
Marchioninistraße 15, 81377 München
Telefon: 089-7095 3900
E-Mail: Andreas.Straube@med.uni-muenchen.de
Generalsekretärin und Pressesprecherin
PD Dr. med. Stefanie Förderreuther
Neurologische Klinik der LMU München
Ziemssenstrasse 1, 80336 München
Tel. 089 5150 2307
E-Mail Steffi.Foerderreuther@med.uni-muenchen.de

Rita Wilp | idw
Weitere Informationen:
http://www.dmkg.de

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