Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Training im Betrieb erhöht die Beschäftigungschancen von Arbeitslosen nachhaltig

02.11.2009
Betriebliche Trainingsmaßnahmen erhöhen die Beschäftigungswahrscheinlichkeit von Arbeitslosengeld-II-Empfängern deutlich und auch auf längere Sicht, zeigt eine am Montag veröffentlichte Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Verglichen mit ähnlichen Arbeitslosen ohne Training, liegt 28 Monate nach der Maßnahme die Beschäftigungsquote der einstigen Teilnehmer bis zu 21 Prozentpunkte höher.

Schulische Trainingsmaßnahmen, die Eignungen feststellen oder Kenntnisse vermitteln, steigern die Chancen der Teilnehmer, einer ungeförderten Beschäftigung nachzugehen, dagegen nur um bis zu vier Prozentpunkte.

Erstmals liegen zudem gesicherte Erkenntnisse vor, welche Trainingsmaßnahmen auch nachhaltig die Beschäftigungschancen erhöhen. Dafür untersuchten die IAB-Forscher, wie viele Teilnehmer in den ersten 17 Monaten nach der Maßnahme eine reguläre Beschäftigung aufnahmen, die mindestens ein Jahr ununterbrochen andauerte.

Auch hier fallen die Effekte am stärksten für Teilnehmer an betrieblichen Trainingsmaßnahmen aus, gefolgt von schulischen Trainingsmaßnahmen zur Vermittlung von Kenntnissen sowie Eignungsfeststellungen. Bei Bewerbungstrainings konnte im Durchschnitt kein Effekt festgestellt werden. Ein Grund dafür könnte sein, dass die Schulungsinhalte für einige Teilnehmer nicht adäquat seien, so die Autoren der Studie. Sie empfehlen, systematisch das Feedback der Teilnehmer zu nutzen, um die Maßnahme effektiver einsetzen zu können.

"Die Ergebnisse für Trainingsmaßnahmen im Betrieb zeigen, dass mit dem gezielten und praxisnahen Erlernen berufsbezogener Kenntnisse und der Möglichkeit eines Betriebspraktikums stabilere Beschäftigungsverhältnisse im Anschluss an die Arbeitslosigkeit zustande kommen", kommentieren die Arbeitsmarktforscher die Ergebnisse ihrer Studie. Allerdings weisen sie auch darauf hin, dass in nicht zu vernachlässigendem Umfang Mitnahmeeffekte einen Teil der positiven Bilanz ausmachen könnten. Wenn Firmen einen Einfluss auf die Auswahl der Teilnehmer haben, könnten die Geförderten aus einer Personengruppe stammen, aus der ohnehin die verfügbaren offenen Stellen besetzt worden wären.

Trainingsmaßnahmen sind nach den Ein-Euro-Jobs das wichtigste arbeitsmarktpolitische Instrument für Arbeitslosengeld-II-Bezieher: 630 000 begannen im Jahr 2008 eines der in der Regel bis zu bis vier Wochen dauernden Trainings. Rund ein Drittel der Maßnahmen fand in Betrieben statt. Die Trainingsmaßnahmen können verschiedene Inhalte haben. Einige Schulungen setzen darauf, die Kenntnisse und Fähigkeiten der Arbeitsuchenden zum Beispiel durch EDV-Kurse so zu verbessern, dass sie attraktiver für potenzielle Arbeitgeber werden. Andere Maßnahmen dienen zur Eignungsfeststellung für bestimmte Berufsfelder und helfen dem Arbeitsuchenden, sich neu zu orientieren. Bewerbungstrainings zählen ebenfalls zu den Trainingsmaßnahmen. Es sind auch Kombinationen verschiedener Maßnahmen möglich.

Die IAB-Studie steht im Internet unter http://doku.iab.de/kurzber/2009/kb2309.pdf

Wolfgang Braun | idw
Weitere Informationen:
http://doku.iab.de/kurzber/2009/kb2309.pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Zirkuläre Wirtschaft: Neues Wirtschaftsmodell für die chemische Industrie?
28.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Unternehmen entwickeln sich zu Serviceanbietern
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich

Bereits lange vor dem Studienabschluss haben vier Studenten des PFH Hansecampus Stade ihr ingenieurwissenschaftliches Können eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Malte Blask, Hagen Hagens, Nick Neubert und Rouven Weg haben bei einem internationalen Wettbewerb der American Helicopter Society (AHS International) den zweiten Platz belegt. Ihre Aufgabe war es, eine Designstudie für ein helikopterähnliches Fluggerät zu entwickeln, das 24 Stunden an einem Punkt in der Luft fliegen kann.

Die vier Kommilitonen sind im Studiengang Verbundwerkstoffe/Composites am Hansecampus Stade der PFH Private Hochschule Göttingen eingeschrieben. Seit elf...

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Zukunft des Leichtbaus: Mehr als nur Material einsparen

23.08.2017 | Veranstaltungen

Logistikmanagement-Konferenz 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Spot auf die Maschinerie des Lebens

23.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die Sonne: Motor des Erdklimas

23.08.2017 | Physik Astronomie

Entfesselte Magnetkraft

23.08.2017 | Physik Astronomie