Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Tourismus in Europa: Silberstreif am Horizont

19.11.2008
Deloitte-Studie zeigt: Finanzkrise wirkt sich auf Tourismus aus - setzt der Branche aber weniger zu als erwartet

Aufgrund der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise verzeichnen Hotels und Fluggesellschaften teilweise massive Einbrüche - auch in Deutschland und Europa. Dennoch sind die Aussichten für das nächste Jahr nicht schlecht: Viele Hotelketten wollen investieren und expandieren.

Als besonders zukunftsträchtig gelten die Türkei und die Ukraine. Deutschland weist mit einem Besucherzuwachs von 3,3 Prozent bis August 2008 eine gute Bilanz auf und will diesen Trend mit einer Marketingoffensive im nächsten Jahr noch verstärken. Weniger gut sind die Perspektiven für Fluggesellschaften: Hier ist eine weitere massive Konsolidierung zu erwarten. Dies sind einige Ergebnisse der Deloitte-Studie "Hospitality Vision - European Performance Review", die sich mit aktuellen Entwicklungen und Perspektiven des europäischen Tourismus beschäftigt.

"Europa ist als Reiseziel spitze. Im Jahr 2007 besuchten 485 Millionen Menschen europäische Destinationen. Das sind 54 Prozent aller Reisenden weltweit. Erstaunlicherweise - und obwohl auch die Hotellerie im Zuge der globalökonomischen Krise Rückschläge hinnehmen muss - bleiben die Hotelreservierungen auch nach September 2008 relativ stabil. Für viele Menschen ist ein Trip nach London, Paris oder in die Türkei wohl ein Luxus, den sie sich auch in unsicheren Zeiten gönnen wollen", erklärt Benjamin Ploppa, Manager Hotellerie bei Deloitte.

Wachstum in Osteuropa, Deutschland intensiviert Bemühungen

Innerhalb Europas ziehen die Mittelmeerländer die meisten Touristen an. Das stärkste Wachstum bis August 2008 weisen Mittel- und Osteuropa auf. Shootingstar des vergangenen Jahres ist Serbien mit einem Besucherplus von 48,5 Prozent. Für Deutschland sehen die Zahlen ebenfalls ermutigend aus: 2007 kamen 24,4 Millionen Touristen - ein Zuwachs von 3,6 Prozent. Bis August 2008 waren es noch einmal 3,3 Prozent. Mit einer Imagekampagne, die auf Entspannung sowie einen Mix aus Kultur und Natur setzt, will das Land den Positivtrend fortsetzen und die schwierigen Zeiten überstehen. Einen massiven Ausbau des Tourismussektors plant die Türkei. Schon heute liegt das Land auf Platz neun der weltweiten Top-Ten-Destinationen. Die Ukraine belegt mit einem 22-prozentigem Besucherwachstum Rang acht.

Berlin mit guten Aussichten für 2009

Der durchschnittliche revPAR (Revenue per available Room) in Europa stieg bis September 2008, bei insgesamt sinkender Zimmerreservierung, um fast elf Prozent. Im September - Zeitpunkt des vollen Ausbruchs der Finanzkrise - fiel er jedoch auf 6,7 Prozent ab.

Den höchsten revPAR erzielt Paris (191 Euro), die höchste Belegungsrate London (81,4 %). Dabei sorgt der starke Euro für eine ungleiche Ausgangssituation für Reisende von inner- und außerhalb der Euro-Zone: Für Letztere sind Hotelzimmer im Euroland deutlich teurer geworden. In Berlin stiegen die Preise um 6,3 Prozent, die Belegung sank bis September 2008 um 2,1 Prozent. Daraus resultiert insgesamt ein revPAR-Anstieg von vier Prozent auf 62 Euro. Vor allem die Besucheranzahl aus dem Inland mit traditionell starkem Anteil an der Gesamtmenge sank. Die Feiern zum 20-jährigen Jubiläum des Mauerfalls, zum 60-jährigen Geburtstag der Bundesrepublik Deutschland sowie die World Athletics Championships im nächsten Jahr lassen jedoch auf einen Aufwärtstrend hoffen.

Hotels wollen weiter investieren

2007 betrug die Investitionssumme in europäische Hotels 21 Milliarden Euro. Mit Aufkommen der Finanzkrise sank diese auf fünf Milliarden Euro. Dennoch ist die Lage nicht so schlecht, wie sie sein könnte: Einige Investoren haben ihre Aktivitäten zwar auf Eis gelegt, andere aber setzen sie ungeachtet fort. So kaufte ein Joint Venture aus Host Hotels&Resorts, einem Pensionsfond sowie GIC Real Estate sechs Marriott Hotels in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden und der Privatinvestor Sator Group beteiligt sich an der italienischen Baglioni Hotels Group. Es sollen insgesamt 359 neue Hotels mit über 53.000 Zimmern bis Ende 2009 entstehen.

Airlines streichen Flüge, Hoffnung auf verstärkten Transatlantik-Verkehr

Im Gegensatz zur Hotelbranche sind die Aussichten für europäische Fluggesellschaften eher schlecht: Die Gewinne werden voraussichtlich von 2,1 Mrd. US-Dollar auf 300 Mio. US-Dollar sinken. Auch wenn der Ölpreis derzeit fällt, ist langfristig nicht mit günstigen Energiepreisen zu rechnen - eine zusätzliche Belastung. Als Folge dessen streichen viele Airlines ihre Flugpläne zusammen, setzen kleinere Maschinen ein und fliegen bestimmte Hubs nicht mehr an. Auch die Konsolidierung wird sich weiter verschärfen. Ein positiver Aspekt ist das Open Skies Agreement für Flüge zwischen Europa und den USA. Experten rechnen mit 26 Millionen Passagieren in den nächsten fünf Jahren.

"Die Finanzkrise ist natürlich ein Schock. Schon für das Jahresende prognostiziert die Economist Intelligence Unit aber wieder ein Wachstum von 1,2 Prozent in der Euro-Zone. Die Hotellerie war in den vergangenen Monaten stark betroffen, zeigt sich jedoch stabiler als erwartet. Angesichts der zyklischen Natur einer Konjunktur haben Hotelbetreiber jetzt die Chance, neue Businessperspektiven zu erschließen und gestärkt aus der Krise hervorzugehen", fasst Benjamin Ploppa zusammen.

Die komplette Studie finden Sie unter http://www.deloitte.com/dtt/research/0,1015,cid%253D234764,00.html zum Download.

Über Deloitte

Deloitte erbringt Dienstleistungen aus den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Consulting und Corporate Finance für Unternehmen und Institutionen aus allen Wirtschaftszweigen. Mit einem Netzwerk von Mitgliedsgesellschaften in 140 Ländern verbindet Deloitte erstklassige Leistungen mit umfassender regionaler Marktkompetenz und verhilft so Kunden in aller Welt zum Erfolg. "To be the Standard of Excellence" - für die 165.000 Mitarbeiter von Deloitte ist dies gemeinsame Vision und individueller Anspruch zugleich.

Deloitte bezieht sich auf Deloitte Touche Tohmatsu, einen Verein schweizerischen Rechts, und/oder sein Netzwerk von Mitgliedsunternehmen. Jedes dieser Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig und unabhängig. Eine detaillierte Beschreibung der rechtlichen Struktur von Deloitte Touche Tohmatsu und seiner Mitgliedsunternehmen finden Sie auf www.deloitte.com/de/UeberUns © 2008 Deloitte & Touche GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.

Isabel Milojevic | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.deloitte.com/de/UeberUns
http://www.deloitte.com/dtt/research/0,1015,cid%253D234764,00.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Bedeutung von Biodiversität in Wäldern könnte mit Klimawandel zunehmen
17.11.2017 | Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig

nachricht Medizinische Innovationen für Afrika
02.11.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte