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Telekommunikationsunternehmen drängen in neue Geschäftsfelder vor

22.03.2011
86 Prozent der deutschen Telekommunikationsunternehmen planen bis 2013 den Auf- und Ausbau neuer Geschäftsfelder.

Die Kunden werden dieses Engagement in unerwarteten Lebensbereichen zu sehen bekommen, denn die Anbieter wollen dabei verstärkt in fremde Branchen vorstoßen. So sind Investitionen in Energieversorgungsangebote, moderne Haustechnik bis hin zu Gesundheitsdienstleistungen vorgesehen.

Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Branchenkompass 2011 Telekommunikation" von Steria Mummert Consulting in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut.

"Immer mehr Bereiche des täglichen Lebens werden durch die fortschreitende Digitalisierung vernetzt", sagt Peter Hascher, Telekommunikationsexperte bei Steria Mummert Consulting. "Das eröffnet gerade Telekommunikationsunternehmen große Chancen in Geschäftsfeldern, die bisher außerhalb der eigenen Aktivitäten lagen, wie beispielsweise der Verkehrssektor, die Energieversorgung oder das Gesundheitswesen. In diesen Lebensbereichen ist die technologische Entwicklung rasant: Die Infrastruktur wird immer weiter ausgebaut und natürlich wollen die Telekommunikationsunternehmen davon profitieren."

43 Prozent der befragten Fach- und Führungskräfte planen, sich im Bereich Infrastruktur und Vernetzung zu engagieren: Bei Smart-City-Projekten sammelt beispielsweise ein Netz von vielen tausend Sensoren eine Vielzahl urbaner Daten. Ausgerüstet mit diesen Informationen können intelligente Verkehrssysteme erfolgreich Staus verhindern oder dabei helfen, Emissionen einzusparen.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgen Smart-Grid-Projekte: Intelligente Stromnetze ermöglichen eine Kommunikation zwischen Erzeugern, Stromspeichern und Nutzern, so dass nur so viel Energie wie nötig verbraucht wird. 35 Prozent der Telekommunikationsanbieter wollen in diesem Geschäftsfeld investieren. Außerdem locken Anwendungen in der modernen Haustechnik: So könnten beispielsweise Lichtanlagen mit Jalousien kommunizieren und sich miteinander abstimmen. Darüber hinaus nehmen Telekommunikationsunternehmen Gesundheitsdienstleistungen ins Visier. So verfügt beispielsweise die Deutsche Telekom bereits über Angebote zur telemedizinischen Patientenbetreuung von Diabeteserkrankungen.

Investitionen in neue Geschäftsfelder:

Infrastruktur und Vernetzung 43,0 %
Energie 35,0 %
Mobilität 27,0 %
Haustechnik 26,0 %
Gesundheit 24,0 %
Finanzdienstleistungen 17,0 %
Automotive 12,0 %
Ein weiteres Wachstumsfeld für die Branche sind Finanzdienstleistungen. Mit der zunehmenden Verbreitung von Smartphones dürften sich mobile Bezahldienste am Markt durchsetzen. Die Zusammenarbeit der drei großen Mobilfunkanbieter Vodafone, Telefónica O2 und Deutsche Telekom beim Bezahldienst mpass ist ein deutliches Signal in diese Richtung.

Hintergrundinformationen

Im Oktober und November 2010 befragte das Marktforschungsinstitut forsa im Auftrag von Steria Mummert Consulting und dem F.A.Z.-Institut 100 Führungskräfte der größten Telekommunikationsunternehmen Deutschlands zu den Branchentrends sowie zu Strategien und Investitionszielen bis 2013. Die Entscheider repräsentieren die wichtigsten Unternehmenskategorien in der deutschen Telekommunikationsbranche. forsa führte die Befragung in Form von Computer Assisted Telephone Interviews (CATI) durch.

Birgit Eckmüller | Steria Mummert Consulting
Weitere Informationen:
http://www.steria-mummert.de

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