Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studie: Mobile Lebenswelten im Lokalgeschäft 2013

14.11.2013
Welche Rolle spielen mobile Services und mobile Medien in lokalen Märkten? Dieser Frage geht die aktuelle Studie „Mobile Lebenswelten im Lokalgeschäft 2013“ nach, die Prof. Dr. Thomas Breyer-Mayländer, Professor an der Fakultät Medien und Informationswesen und Prorektor der Hochschule Offenburg, durchführte.

Die Online-Befragung der Nutzer von drei lokalen Zeitungswebsites in Deutschland brachte folgendes Ergebnis: M-Commerce im Lokalgeschäft hat Potenzial. Überzeugende Strategien, wie dieses genutzt werden kann, müssen jedoch noch entworfen werden.

Sinkende Werbeeinnahmen und Abonnentenzahlen beschäftigen seit geraumer Zeit die Mehrzahl der Verlage. Neue Geschäftsfelder sind gefragt, um den Verlagen das Überleben zu sichern. Die Monetarisierung von Online-Angeboten und der Ausbau von mobile Services könnten ein Lösungsansatz sein.

Schließlich bieten bereits knapp die Hälfte der deutschen Zeitungsverlage ihre Verlagstitel über mobile Portale. „Das Geschäft mit mobilen Inhalten, mobilen Services und mobil orientierten Werbekunden ist im lokalen Markt zwar noch ein Zukunftsthema, wird aber prägend sein“, prognostiziert Breyer-Mayländer.

Die Studie gibt Aufschluss darüber, welche Zielgruppe mit den digitalen, lokalen Inhalten erreicht werden kann: Die Online-User weisen einen hohen Bezug zur Zeitungsmarke auf, ihr Altersschwerpunkt liegt zwischen 18 und 60 Jahren, sie sind beruflich engagiert und zahlungskräftig.

Und es gibt noch weitere Voraussetzungen, die eine erfolgreiche Vermarktung von mobilen Angeboten möglich erscheinen lassen. So besitzen über 80 Prozent der Befragten ein Smartphone, das von fast allen (90 Prozent) permanent mitgeführt wird. Damit ist die Zielgruppe im Tagesverlauf medial ständig erreichbar. Zum Vergleich: Über alle Interessens- und Bevölkerungsgruppen hinweg besitzen deutschlandweit nur 56 Prozent ein Smartphone.

Doch wie steht es mit der Zahlungsbereitschaft für digitale Inhalte? Schließlich kämpfen viele Zeitungen mit der allgemeinen Gratis-Mentalität für Informationen aus dem Internet. Hier zeigt die Studie ein zweigeteiltes Bild. Denn zwar gaben über 45 Prozent der Befragten an, dass sie für digitale Angebote bereits Geld ausgegeben haben, allerdings für Inhalte jenseits der klassischen Online-Zeitung.

Es dominieren Apps, Musik-Downloads und E-Books. Doch M-Commerce ist im Kommen, wie die Studie belegt. Zwar dient das Smartphone noch in erster Linie zur Kommunikation und Vernetzung, jedoch haben es knapp 85 Prozent der Befragten auch schon für Recherchen über Produkte genutzt oder um einen Preisvergleich zu erstellen (62 Prozent). Auch wenn M-Commerce noch eine untergeordnete Rolle spielt, ist er den digitalen Zeitungsnutzern bekannt und wird getestet. Die Zielgruppe hat jedoch den mobilen Kaufvorgang noch nicht in ihren Konsumalltag integriert.

Dies führt dazu, dass sich sowohl für die Verlage als Dienstleister und Vermarkter als auch für lokale Partner aus Handel, Gastronomie und Dienstleistung neue Potenziale ergeben. „Die in der Studie feststellbare Tendenz der Information via mobile Medien und den anschließenden Kauf im Laden, online oder mobil, kann künftig noch stärker für lokal sinnvolle Angebote genutzt werden“, so der Studienleiter.

An dieser Schnittstelle könnte auch die Kundenkarte des regionalen Zeitungsverlages eine größere Rolle spielen. Sie ist bei 76 Prozent der Befragten bekannt, wird jedoch noch nicht im selben Maße genutzt.Für eine erfolgreiche Angebotsentwicklung gilt es, die Interessen der Nutzer sehr genau zu beachten. So werden durchschnittlich 28 Apps installiert, davon werden aber nicht einmal sieben genutzt. An so genannten „Location Based Services“, also standortbezogenen Diensten, herrscht grundsätzlich ein hohes Interesse. So wollen knapp 60 Prozent der Befragten mehr regionale Informationen auf dem Handy, wobei Anwendungen mit klarem praktischen Nutzen, wie Routenführung und Veranstaltungshinweise, dominieren. Der regionale Newsticker folgt erst auf Platz drei. Für eine App mit lokalen Informationen und Services wären ein Drittel der Befragten bereit, monatlich bis zu fünf Euro zu zahlen. Bei der Frage, welche Rabatt-Aktionen (Coupons/Gutscheine via Smartphone) auf besonderes Interesse stoßen, zeigten sich die Befragten eher zurückhaltend und nannten überwiegend Gastronomie, Veranstaltungen und Lebensmittel. „Nur spezifische Angebote finden auch Akzeptanz“, so Breyer-Mayländer. „Eine Schnäppchenmentalität ist beim zeitungsaffinen Digitalnutzer nicht festzustellen.“

Die Studie „Mobile Lebenswelten im Lokalgeschäft 2013“ wird auf Anfrage an service@avs.de per E-Mail kostenlos zugestellt.

Christine Parsdorfer | idw
Weitere Informationen:
http://www.hs-offenburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu Bildungsangeboten für die Industrie 4.0 in Österreich
05.02.2018 | Fachhochschule St. Pölten

nachricht Schildkrötengehirne sind komplexer als gedacht
05.02.2018 | Eberhard Karls Universität Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen

21.02.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Periimplantitis: BMBF fördert zahnärztliches Verbund-Projekt mit 1,1 Millionen Euro

21.02.2018 | Förderungen Preise

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen

21.02.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics