Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studie zu Journalismus im Super-Wahljahr 2011: Blogs kaum Einfluss, Qualität im regionalen Print

31.08.2011
Der partizipative Journalismus hat sich in Deutschland noch nicht durchgesetzt.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der MHMK, Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation, über die politische Berichterstattung deutscher Zeitungen im Super-Wahljahr 2011. Vor der Landtagswahl am Sonntag in Mecklenburg-Vorpommern belegt eine erste Auswertung von fünf der insgesamt sieben Landtagswahlen des Jahres zudem eine hohe journalistische Qualität der regionalen Printmedien.

Eine aktuelle Studie der MHMK zur politischen Berichterstattung deutscher Zeitungen im Super-Wahljahr 2011 kommt zu dem Ergebnis, dass sich der partizipative Journalismus in Deutschland noch nicht durchgesetzt hat.

Von den 1.679 untersuchten Artikeln in 17 lokalen, regionalen und überregionalen Zeitungen sowie von sechs Blogs zwei Wochen vor und nach den Landtagswahlen von Hamburg, Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Bremen weisen fast 94 Prozent keinen Bezug zu Internetangeboten auf. Auch die ausgewertete Berichterstattung der führenden Blogs in den Bundesländern hatte keinen nennenswerten Einfluss auf die Blätter, in einigen Ländern konnten gar keine regional bedeutsamen Social Media-Formate ermittelt werden. „Die landespolitische Landschaft wird im Wesentlichen von den Tageszeitungen und den elektronischen Medien geprägt. Die politische Blogosphäre scheint sich nicht dafür zu interessieren, obwohl es doch Ereignisse im Nahbereich sind“, meint Projektleiter Prof. Dr. Andreas Elter, Studiengangleiter Journalistik an der MHMK.

Die Qualität der politischen Berichterstattung in den untersuchten Tageszeitungen kann dagegen als gut bezeichnet werden. Trotz der aktuellen Ereignisse rund um die Wahlen wie die Reaktorkatastrophe von Fukushima oder die Auseinandersetzung um das Projekt Stuttgart 21, blieb die Berichterstattung überwiegend regional und orientierten sich 49 Prozent der Artikel an direkten Themen zur Landespolitik, 25 Prozent betrafen das zur Wahl stehende politische Personal. Die Berichterstattung beruhte dabei zu mehr als der Hälfte auf eigenen Recherchen der Journalisten, hinzu kamen etwa weitere 30 Prozent selbst geführte Gespräche und Interviews – nur selten waren andere Medien, Agenturberichte oder Internetangebote die Quelle.

Die Verschiebung der politischen Machtverhältnisse in Deutschland ist bei den Anlässen der Berichterstattung spürbar: Wenn Informationen oder Termine der politischen Parteien thematisiert wurden, blieb im Bundesschnitt die CDU mit 28 Prozent vor den Grünen (22 %), die SPD war mit 19 Prozent nur drittstärkste Kraft - alle weiteren Parteien spielten nur eine untergeordnete Rolle. Ein deutliches Ergebnis der Studie betrifft die Quellenangaben der Berichterstattung: Während bei den Wahlen in Sachsen-Anhalt und Hamburg in Tageszeitungen mehr als 80 Prozent der Artikel mit Namen der Journalisten und Journalistinnen gekennzeichnet waren, blieben etwa 30 Prozent bei den Boulevardzeitungen ohne jede Quellenangabe.

Die Studie zur politischen Berichterstattung im Super-Wahljahr 2011 ist ein gemeinschaftliches Projekt des Fachbereichs Journalistik an den MHMK-Standorten München, Stuttgart, Köln und Hamburg und wird zu den Landtagswahlen in Mecklenburg und Berlin fortgesetzt. Unter der Leitung von vier Professoren Andreas Elter (Köln), Thomas Horky (Hamburg), Jürgen von Stenglin (Stuttgart) und Hektor Haarkötter (München) analysierten Gruppen von Studierenden die Berichterstattung auch hinsichtlich der Wechselwirkungen von klassischen und traditionellen Medien. Es sollte unter anderem geklärt werden, wie groß der Einfluss von partizipativem Journalismus in Form von Blogs ist. Nach den letzten beiden Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin soll eine Gesamtauswertung der Analyse publiziert werden. Vorabergebnisse aus fünf Bundesländern liegen bereits vor.

Ansprechpartner
Prof. Dr. Andreas Elter
a.elter@macromedia.de
0221-3108232
Richmodstraße 10
50667 Köln
Über die MHMK
Die MHMK, Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation, ist mit etwa 1.800 Studierenden und über 70 Professoren an fünf Standorten in den deutschen Medienstädten München, Stuttgart, Köln, Hamburg und Berlin vertreten. Die Bachelor- und Masterstudiengänge decken die gesamte Bandbreite der Konzeption, Gestaltung, Produktion und des Managements von Medien ab. In den vier 7-semestrigen Bachelorstudiengängen Film und Fernsehen, Journalistik, Medien- und Kommunikationsdesign sowie Medienmanagement wählen die Studierenden aus einem breiten Spektrum an Vertiefungsrichtungen. Ergänzend wird der englischsprachige Bachelor Media and Communication Management angeboten. Die Medienmanager und Medien- und Kommunikationsdesigner absolvieren sechs Semester an einem Campus in Deutschland und ein Auslandssemester an einer der MHMK-Partnerhochschulen weltweit. Die Master School der MHMK ist komplett englischsprachig und bietet mit den Studiengängen Media and Design sowie Media and Communication Management den direkten Einstieg in eine internationale Karriere. Alle MHMK-Studiengänge sind durch die Akkreditierungsagentur FIBAA zertifiziert. Im Bachelor- und im Masterprogramm ist das Studieren auch berufsbegleitend möglich.

Jessica Schallock | idw
Weitere Informationen:
http://www.mhmk.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Der Klang des Ozeans
12.01.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Verstädterung wird 300.000 km2 fruchtbarsten Ackerlands verschlingen
27.12.2016 | Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltweit erste Solarstraße in Frankreich eingeweiht

16.01.2017 | Energie und Elektrotechnik

Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Vermeintlich junger Stern entpuppt sich als galaktischer Greis

16.01.2017 | Physik Astronomie