Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Städte können mit Investitionen in den Schutz ihrer Infrastruktur Milliarden sparen

19.04.2013
Die Schäden durch extreme Wetterphänomene nehmen weltweit zu. Im Jahr 2012 beliefen sie sich weltweit auf rund 160 Milliarden US-Dollar. Wegen der hohen Siedlungsdichte verursachen Naturkatastrophen in Städten besonders hohe Schäden. Alleine der Supersturm Sandy verursachte im Herbst 2012 Schäden von rund 50 Milliarden US-Dollar, zum größten Teil in der Metropolregion New York.

Um zu zeigen, wie sich Städte besser gegen solche Naturkatastrophen schützen können, erstellt Siemens gemeinsam mit der New Yorker Stadtplanungsvereinigung Regional Plan Association (RPA) und dem Beratungsunternehmen Arup eine Studie zum Thema widerstandsfähige urbane Infrastruktur.

Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass Technologie der Schlüssel ist, um Infrastrukturen effektiv zu schützen. Städte müssen das Thema widerstandsfähige Infrastruktur ganzheitlich in ihre Planungen und regelmäßigen Investment- und Wartungszyklen integrieren. Damit können sie mögliche Schäden reduzieren, die Produktivität verbessern, sichere Lebensräume schaffen und zusätzlich Milliarden US Dollar einsparen.

„Wir können Naturkatastrophen nicht verhindern, aber mit unserem Wissen und unseren Technologien können wir unsere Infrastrukturen schützen. Besonders in ökonomisch schwierigen Zeiten müssen Städte auf effiziente Investitionen achten, die sich auszahlen und die Risiken minimieren und kalkulierbar machen. Widerstandsfähige Infrastruktur ist also keine Option, sondern ein Muss für Städte. Das Ergebnis ist eine Stadt, die besser geschützt und zugleich effizienter und zuverlässiger ist“, sagt Roland Busch, CEO des Siemens Sektors Infrastructure & Cities und Mitglied des Vorstands der Siemens AG, anlässlich der Vorstellung der ersten Ergebnisse der Studie in New York.

Die Studie zeigt, dass die Reparaturen beschädigter Infrastruktur in der Regel äußerst kostenintensiv und unkalkulierbar sind. Dagegen schützen Investitionen in widerstandsfähige Technologien nicht nur vor Schäden, sondern erhöhen im gleichen Zuge auch die Kosten- und Energieeffizienz sowie die Sicherheit der städtischen Infrastruktur. In einem Szenario zum New Yorker Stromnetz wurde errechnet, dass sich die Reparaturkosten aus Naturkatastrophen wie Sandy ohne Schutzmaßnahmen auf bis zu 3 Milliarden US-Dollar in den kommenden 20 Jahren summieren könnten. Wenn man diese Summe in Schutzmassnahmen gegen Wind und Fluten sowie Technologien investiert, die die Netze robuster, flexibler und intelligenter machen, kann man die Schäden um bis zu 2 Milliarden US-Dollar reduzieren und gleichzeitig Effizienzgewinne von rund 4 Milliarden US-Dollar erzielen. Diese Summe ergibt sich aus der erhöhten Verfügbarkeit, Stabilität und Energieeffizienz des Stromnetzes.

Ein gutes Beispiel für widerstandsfähige Infrastruktur, die sich während Sandy in der Praxis bewährt hat, ist die Co-op City in der Bronx. Dabei handelt es sich um ein 14.000 Appartements umfassendes Wohnviertel mit einem unabhängigen Stromnetz. Dort werden Strom und Wärme in einem 40 Megawatt Gas-Kraftwerk erzeugt. Als Sandy auf New York traf, blieb Co-op City von den Stromausfällen in der Stadt unberührt.

Siemens hat ein umfangreiches Portfolio für urbane Infrastrukturen, das Städten hilft, widerstandsfähiger und nachhaltiger zu werden. Vor allem Lösungen wie intelligente Stromnetze (smart grids) und Softwarelösungen zur Bahnautomatisierung, zum Verkehrs- und Evakuierungsmanagement oder die Gebäudemanagement-Systeme, tragen dazu bei, die Auswirkungen von Naturkatastrophen zu minimieren. Denn vor allem die intelligente Automatisierung von Infrastruktur ist laut Studie ein wesentlicher Erfolgsfaktor, um die Systeme flexibler zu machen und besser zu kontrollieren und zu koordinieren.

Die Notwendigkeit für Investitionen in widerstandsfähige Infrastruktur steigt angesichts der zunehmenden Bedrohung durch extreme Wetterphänomene. Während der letzten 40 Jahre haben die Häufigkeit und Stärke sowie von Naturkatastrophen erheblich zugenommen: Nach Angaben der Vereinten Nationen ist die Anzahl großer Naturkatastrophen im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends doppelt so hoch wie in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Experten führen den Anstieg der Naturkatastrophen auf den Klimawandel zurück. Eine wachsende Weltbevölkerung, die sich zunehmend in Städten ballt, erhöht die potentiellen Schäden durch die enge Besiedlung in Städten um ein Vielfaches.

Die Vorteile einer gegenüber Bedrohungen und Katastrophen widerstandsfähigen Infrastruktur liegen auf der Hand: Erstens sind widerstandsfähige Städte besser vorbereitet, um sich während und nach einer Krise schneller zu erholen. Zweitens sind robuste Infrastrukturen in der Regel energieeffizienter, leistungsfähiger und verlässlicher. Und drittens gewährleisten widerstandsfähige Systeme eine Kontinuität der wichtigsten Systeme, insbesondere während einer Krise.

Weitere Informationen zum Thema Widerstandsfähige Städte unter www.siemens.com/presse/widerstandsfaehige-infrastruktur

Uta Apel | Siemens AG
Weitere Informationen:
http://www.siemens.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie