Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Soziale Phobien im Jugendalter

14.05.2013
Für Multizentrische Therapieforschungsstudie werden noch Patienten gesucht.

Soziale Phobie ist einer der häufigsten psychischen Erkrankungen im Jugendalter. Bisher gibt es nur wenige gut untersuchte Therapieverfahren.

Aus diesem Grund wird im Rahmen einer großangelegten multizentrischen Therapieforschungsstudie an den Universitäten Heidelberg, Göttingen, München und an der Goethe-Universität Frankfurt ein Wirksamkeitsvergleich zweier Therapieverfahren für das Jugendalter durchgeführt:

Das Ziel dieser Vergleichsstudie ist es, herauszufinden, ob für bestimmte Personen mit Sozialer Phobie das eine Verfahren mehr geeignet ist als das andere. Aktuell werden für die großangelegte multizentrische Therapieforschungsstudie noch Patienten gesucht.

Menschen mit einer sozialen Phobie fürchten besonders, dass sie ein demütigendes oder peinliches Verhalten zeigen könnten. Bei einer Konfrontation mit der gefürchteten Situation erleben sie starke Angstreaktionen mit Zittern, Schwitzen und Herzklopfen. Entweder versuchen sie solche Situationen zu meiden oder durchleben sie nur unter erheblicher Belastung.

Als Risikofaktoren für die Entwicklung einer sozialen Phobie zählen einerseits genetische Faktoren und Merkmale der Person (Schüchternheit, im Verhalten gehemmter). Die Umgebung spielt jedoch ebenfalls eine Rolle. Insbesondere unangenehme – oder auch traumatisierende – soziale Erfahrungen werden von jedem zweiten Betroffenen berichtet.

Untersuchungen haben gezeigt, dass Jugendliche mit diesen extremen Ängsten ein höheres Risiko dafür zeigen, die Schule früher abzubrechen oder unter ihrem Leistungsniveau zu bleiben. Weiten sich die Ängste noch auf andere Bereiche z.B. in Bezug auf das andere Geschlecht oder auch allgemein auf Gleichaltrige aus, haben die Jugendliche Schwierigkeiten, Freundschaften aufzubauen und erlernen wichtige soziale Rollen nicht. Dies für häufig zu Einsamkeit und Isolation, was häufig zu einer Chronifizierung der Krankheit führt.

Ein weiteres Problem ist das hohe Risiko, andere psychische Störungen zu entwickeln – am häufigsten im Jugendalter sind depressive Erkrankungen.

Die Behandlung im Rahmen der Therapieforschungsstudie ist als Einzeltherapie angelegt und umfasst, nach einer Phase der Eingangsdiagnostik, 25 Therapiesitzungen mit dem kognitiv-verhaltenstherapeutischen Behandlungskonzept oder dem psychodynamischen Kurzzeittherapiekonzept.

In der kognitiven Verhaltenstherapie geht es darum, problematische Gedanken und Verhaltensweisen zu erkennen und aktiv Veränderungen anzustreben, die es mit der Zeit wieder ermöglichen, soziale Situationen gelassener aufzusuchen. In der Theorie der psychodynamischen Psychotherapie entstehen psychische Probleme als Folge ungelöster Konflikte in der Beziehung mit wichtigen anderen Personen. Diese Konflikte sollen in der Therapie verstanden werden und der Umgang mit den sozialen Situationen und die Beziehungen zu anderen verändert werden.

In einer Pilotstudie zur kognitiven Verhaltenstherapie zeigte dieses Behandlungskonzept gute Erfolge in der Behandlung von sozialen Ängsten. Drei Monate nach der Therapie erfüllten nur noch 35% der Patienten die Diagnose einer sozialen Phobie. Insgesamt profitierten alle Patienten von der Behandlung. Die Angst vor sozialen Situationen und die Vermeidung von sozialen Interaktionen ging bei allen Teilnehmern deutlich zurück, so dass die Jugendlichen wieder in der Lage waren soziale Kontakte zu knüpfen und an sozialen Aktivitäten teilzunehmen.
Kontakt und Informationen
Aktuell werden für die großangelegte multizentrische Therapieforschungsstudie noch Patienten gesucht. Interessenten können sich melden unter:

MSc. Jihong Lin, Abteilung Klinische Psychologie und Psychotherapie, Campus Bockenheim, Tel: (069) 798-23981, lin@psych.uni-frankfurt.de

Dr. Dirk Frank | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-frankfurt.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen