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Skihelm: Vorteile überwiegen klar

14.02.2011
Risiko einer Kopfverletzung sinkt bei Kindern um 59 Prozent

Dass Helme vor Kopfverletzungen beim Skifahren und Snowboarden schützen, ist hinreichend erwiesen. Zu diesem Schluss kommen Sportmediziner der Universität Innsbruck im Editorial des British Medical Journal hin.

Ihr Überblick über jüngste wissenschaftliche Studien zum Thema verdeutlicht, dass die Vorteile des Helms mögliche Nachteilen bei weitem ausgleichen. "Der Helmgebrauch auf der Piste ist auf jeden Fall und in allen Altersgruppen sinnvoll", erklärt Erstautor Gerhard Ruedl im pressetext-Interview.

Helm senkt das Risiko

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Der Kopf ist bei zehn Prozent aller Skiunfällen auf Österreichs Pisten involviert. Zurück gehen Kopfverletzungen auf der Piste laut einer großen US-Studie zu 70 Prozent auf selbstverschuldete Stürze, der Rest auf teils unverschuldete Kollisionen mit anderen Pistennutzern oder mit Objekten. Ist ein Helm im Einsatz, sinken allgemeine Kopfverletzungen um 35 Prozent, bei Kindern unter 13 Jahren sogar um 59 Prozent.

Einige Gegentheorien zum Helm konnten mitterweile widerlegt werden, berichtet Ruedl. "Das Argument, dass der Helmgebrauch ein falsches Sicherheitsgefühl gibt und die Risikobereitschaft erhöht, konnte in einer neuen Studie von Ruedl und Kollegen nicht bestätigt werden. Vielmehr scheint, als ob vor allem gute Skifahrer den Helm benützen." Falsch ist auch, dass der Helm die Sicht einschränkt. "Dass das Hören etwas vermindert ist, bestätigt allerdings eine internationale Studie. Warnrufe sind dennoch gut zu hören", so der Forscher.

Prominente Unfälle sind eine Hilfe

Die Schweiz und Österreich sind weltweit die beiden Vorzeigeländer, was die Helmquote betrifft. "Die Schweiz erreicht bereits 95 Prozent bei den Unter-17-Jährigen und 75 Prozent insgesamt, in Österreich liegt man bei rund 92 Prozent bei Kindern bis 15 Jahre und 69 Prozent aller Pistenbenützer." Von diesen Verbreitungsgraden können andere Länder wie die USA mit 50 Prozent nur träumen. Helmverweigerer gibt es in den Alpen am ehesten noch bei der älteren Generation und bei Touristen.

Zu einer höheren Helmnutzung trägt vor allem die öffentliche Diskussion bei, ist sich Ruedl sicher. "In Regionen mit niedriger Skihelmquote hilft die Helmpflicht, bei ohnehin guter Ausgangslage scheinen Präventionskampagnen ausreichend", so Ruedl. Wichtig dürften jedoch auch prominente Skiunfälle sein, wie etwa jener von Thüringens Ex-Ministerpräsidenten Dieter Althaus. "In der Saison des Unglücks stieg bei Verletzten die Helmquote von 44 auf 55 Prozent", so der Sportwissenschafter.

Johannes Pernsteiner | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.uibk.ac.at/isw

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