Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Seegras hilft gegen Fettleibigkeit

23.03.2010
Alginat für bessere und gesündere Ernährung

Seegras könnte ein neues Mittel gegen Fettleibigkeit werden, berichten britische Forscher beim Meeting der American Chemical Society in San Francisco. Das Seegras ist in der Lage die Fettaufnahme um bis zu 75 Prozent zu reduzieren, wie eine Studie deutlich gemacht hat. Nun wollen Forscher der Newcastle University Seegras in verschiedene Nahrungsmittel mischen, um die Wirkung zu untersuchen.

Das Forscherteam um Iain Brownlee und Jeffrey Pearson hat entdeckt, dass das Alginat - ein natürlicher Ballaststoff, der im Seegras vorkommt - den Körper daran hindert, Fett zu absorbieren. Untersuchungen mit einem künstlichen Verdauungsapparat an mehr als 60 Stoffen haben gezeigt, dass die Substanz besser wirkt als die meisten anderen, die zur Behandlung von Fettsucht angeboten werden.

Versuche an Freiwilligen

"Der nächste Schritt ist, Freiwillige zu rekrutieren, um festzustellen, ob das, was im Labor gezeigt werden konnte, auch in Wirklichkeit funktioniert", erklärt Pearson, Professor für Molekular-Physiologe, gegenüber pressetext. "Ziel der Studie war es, die Produkte auf ihre Wirksamkeit zu testen. Dabei konnten wir feststellen, dass die Alginate die Fettverdauung deutlich verringern."

Alginate werden bereits heute in der Lebensmittelindustrie als Emulgator, Gelier-, Überzugs- oder Verdickungsmittel eingesetzt. Allerdings unterscheiden sie sich von dem, was wir untersucht haben deutlich. "Wir verwenden nur eine Fraktion des Seegrases. Außerdem haben wir deutlich höhere Mengen des Seegrases in die Nahrung gemischt. Während in Eiscremes etwa 0,2 Prozent Algen vorkommen, haben wir diese Dosis auf rund zwei Prozent erhöht. "Die Sorge, dass ein Produkt dann nach Fisch schmeckt, ist unbegründet", betont der Forscher. Die Substanz sei geschmacklos.

Vielversprechendes Produkt aus der Natur

"Die ersten Untersuchungen haben uns dazu ermutigt, diese natürlich vorkommenden Fasern auch in herkömmliche Lebensmittel des täglichen Gebrauchs einzumischen", erklärt der Forscher. Wenn sich die bisherigen Laborversuche auch bestätigen, könnte bis zu einem Viertel der Fettmenge in einer Mahlzeit einfach durch den Körper laufen, ohne sich anzusetzen.

Für die Untersuchungen haben die Forscher Algen aus Norwegen verwendet. "Diese stammen aus Gebieten, wo das Meerwasser sehr sauber ist. Ein weiterer Vorteil ist auch, dass die Algen in rasendem Tempo nachwachsen. Damit ist die Substanz ein optimaler nachwachsender Rohstoff. Das Algen-Rohmaterial für einen Laib Brot kostet nur etwa drei bis sechs Cent", so der Wissenschaftler.

Faserreiche Ernährung durch Algen

Nebenwirkungen beim Menschen schließt der Forscher aus. "Da es sich um natürliche Ballaststoffe handelt, werden sie vom Körper auch als solche wahrgenommen", meint Pearson. "In der industrialisierten Welt nehmen Menschen ohnehin viel zu wenig Ballaststoffe zu sich." Auch da könnten die Algen, eine Lösung sein. "Von der WHO wird empfohlen, täglich zwischen 18 und 30 Gramm Ballaststoffe zu sich zu nehmen. Tatsächlich kommen wir meist auf nur zwölf Gramm."

Derzeit arbeiten die Forscher an weiteren Studien, um in wissenschaftlichen Magazinen publizieren zu können. "Wir brauchen zudem Langzeituntersuchungen, um allfällige Nebenwirkungen ausschließen zu können. Um eine Zulassung vor der EU-Agentur für Lebensmittelsicherheit zu bekommen, muss eine Reihe von Auflagen erfüllt sein", erklärt der Forscher abschließend gegenüber pressetext.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.ncl.ac.uk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Neue Studie „Education first! Bildung entscheidet über die Zukunft Sahel-Afrikas“
29.11.2017 | Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung

nachricht Zukunftsstudie zum Autoland Saarland veröffentlicht
29.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

E-Mobilität: Neues Hybridspeicherkonzept soll Reichweite und Leistung erhöhen

12.12.2017 | Energie und Elektrotechnik

Wie Brände die Tundra langfristig verändern

12.12.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Gefäßregeneration: Wie sich Wunden schließen

12.12.2017 | Medizin Gesundheit