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Schlafprobleme können Menschen in den Selbstmord treiben

01.04.2009
Viel zu frühes Aufwachen belastet die Betroffenen am meisten

Erwachsene, die unter chronischen Schlafproblemen leiden, könnten eher Selbstmord begehen. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der University of Michigan gekommen.

Das Team um Marcin Wojnar warnt Ärzte davor, bei Patienten, die unter derartigen Symptomen leiden, zu nachlässig zu sein, auch wenn sie bisher unter keinen psychischen Problemen gelitten haben. Umso mehr Arten an Schlafstörungen die Menschen aufwiesen, desto eher dachten sie an Selbstmord oder versuchten es wirklich. Die Ergebnisse dieser Studie werden auf einem Treffen der World Psychiatric Association der Öffentlichkeit präsentiert.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht davon aus, dass weltweit rund 877.000 Menschen durch eigene Hand sterben. Auf jeden Todesfall kommen bis zu 40 Selbstmordversuche. Wissenschaftler haben übereinstimmend Schlafstörungen bei Menschen mit psychischen Problemen und Heranwachsenden mit einem erhöhten Selbstmordrisiko in Zusammenhang gebracht.

Bisher war allerdings nicht erforscht, warum dieser Zusammenhang auch bei der restlichen erwachsenen Bevölkerung besteht. Die Wissenschaftler untersuchten jetzt diese Verbindung mehr als ein Jahr lang bei 5.692 Amerikanern. In diesem Zeitraum hatten 2,6 Prozent der Teilnehmer Selbstmordgedanken, 0,5 Prozent versuchten tatsächlich sich umzubringen.

Analysiert wurden drei Arten von Schlafproblemen: Schwierigkeiten beim Einschlafen, beim Durchschlafen und das Aufwachen mindestens zwei Stunden vor dem gewünschten Zeitpunkt. Faktoren wie Drogenmissbrauch, Depressionen, Angststörungen, psychische Störungen aber auch soziale Faktoren wie Ehe und die finanzielle Lage wurden berücksichtigt.

Menschen, die an zwei oder mehr Symptomen litten, berichteten 2,6 Mal so wahrscheinlich von einem Selbstmordversuch als jene, deren Schlaf ungestört war. Das Aufwachen am frühen Morgen war jenes Symptom, das am stärksten mit einer Neigung zum Selbstmord zusammenhing. Wojnar betonte, dass diese Forschungsergebnisse nahe legten, dass die Behandlung von Schlafproblemen auch das Selbstmordrisiko senken könnte. Es sei denkbar, dass Schlafstörungen und Selbstmordgedanken beide auf eine Belastung der Seele hinwiesen oder aber auch, dass Schlafprobleme die Menschen an Selbstmord denken ließen. Möglich sei aber auch eine weitere psychologische Verbindung, die derzeit noch nicht erkannt worden ist.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.umich.edu
http://www.wpanet.org

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