Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Regelmäßiger Tagesablauf verbessert den Schlaf

06.04.2010
Senioren profitieren von gleichbleibenden Alltagsaktivitäten

Wer die wiederkehrenden, kleinen Tätigkeiten seines Tagesablaufes regelmäßig gestaltet, findet leichter in den Schlaf und erholt sich dabei auch besser. Das dürfte zumindest bei Senioren gelten, kommen Forscher der Universität Haifa zum Schluss.

In der Fachzeitschrift "Sleep" berichten sie, dass gleichbleibende Rhythmen bei Grundaktivitäten des Alltags wie Baden, Anziehen und Essen bei alten Menschen die Schlafqualität entscheidend beeinflussen. Regelmäßigkeit ist hier noch wichtiger als bei instrumentellen Tätigkeiten wie Einkaufen, Verkehrsfahren oder Arzttermine.

Nicht nur das Tageslicht entscheidet

"Wir haben angenommen, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Muster der Tagesroutine und dem Schlafverhalten gibt. Denn die Schlafrhythmen haben viel mit den anderen Aktivitäten des Alltags zu tun und werden auch aufeinander abgestimmt", berichtet die Studienautorin Anna Zisberg. Da man allgemein annimmt, dass eher das Tageslicht der wichtigste Synchronisierer des menschlichen Schlaf-Wach-Rhythmus ist, waren die Forscher überrascht, wie deutliche Ergebnisse ihre Studie lieferte.

Die Wissenschaftler untersuchten 96 Bewohner von zwei autonomen Wohngemeinschaften für Senioren. Zwei Drittel davon waren Frauen, ein gleicher Prozentsatz war noch in guter gesundheitlicher Verfassung und vier Fünftel lebten alleine. Etwas mehr als die Hälfte kam ohne Schlaftabletten aus, jeder Vierte nahm sie täglich zu sich. In regelmäßig wiederholten Interviews wurden die Routinen der Senioren erfasst und außerdem auch Schlafqualität und Wohlbefinden erhoben.

Schnelleres Einschlafen

Summierte man alle Schlafenszeiten der Probanden, kamen sie im Durchschnitt auf sechs Stunden bei einer Schlafeffizienz von 78 Prozent und einer Einschlafzeit von 38 Minuten. Höhere Schlafeffizienz ging mit einem gleichbleibenden Dauer der Aktivitäten aus der Gruppe der "grundlegenden" und "instrumentellen" Beschäftigungen einher - und auch mit einer stabileren Regelmäßigkeit im Lebensstil. Am schnellsten schliefen die Senioren ein, bei denen die wiederkehrenden Aktivitäten stets gleich lang dauerten und bei denen auch der Lebensstil stets regelmäßig blieb.

Änderungen in der Inneren Uhr gehören zum Altern dazu und dürften auch einen Verlust der Schlafqualität mit sich ziehen, so die Autoren. Routinen im Lebensstil dürften hier eine gewisse Schutzfunktion einnehmen und die Schlafqualität erhalten. Messbar sei diese Regelmäßigkeit in Zeit, Häufigkeit und Dauer der täglichen Vorgänge wie etwa Fernsehen oder Bücherlesen. Selbst wöchentliche Rhythmen der Regelmäßigkeit lassen sich finden, etwa beim Hausputz, beim Sport oder bei sozialen Aktivitäten. "Um sagen zu können, ob die Regelmäßigkeit im Leben eine Ursache oder eine Folge von guter Schlafqualität ist, müssen jedoch noch Langzeitstudien gemacht werden", schreiben die Forscher.

Abstract des Artikels unter
http://www.journalsleep.org/ViewAbstract.aspx?pid=27751

Johannes Pernsteiner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.haifa.ac.il

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Ab ins Ungewisse: Über das Risikoverhalten von Jugendlichen
19.01.2017 | Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

nachricht Der Klang des Ozeans
12.01.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flashmob der Moleküle

19.01.2017 | Physik Astronomie

Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn

19.01.2017 | Medizin Gesundheit

Fraunhofer-Institute entwickeln zerstörungsfreie Qualitätsprüfung für Hybridgussbauteile

19.01.2017 | Verfahrenstechnologie