Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie Private-Equity-Unternehmen Geld verdienen

19.10.2011
Eine Studie der TU München hat jetzt ein bislang streng gehütetes Geheimnis von Private Equity Firmen gelüftet: Wenn Private Equity Firmen in mittelgroße Unternehmen investieren, profitieren sie am meisten davon, dass die Gewinne des Unternehmens steigen.

Änderungen der Kapitalstruktur (Leverage-Effekt) und des Marktumfelds machen dagegen nur ein Drittel der Rendite von Private-Equity-Investitionen aus. Die Studie der TU München wurde heute auf der Konferenz EVCA Mid-Market Forum in Budapest vorgestellt.

Normalerweise lassen sich Private Equity Firmen nicht in die Karten sehen: Wie sie durch Investitionen in Unternehmen mittlerer Größe Gewinn erwirtschaften, ist ein streng gehütetes Betriebsgeheimnis. Eine Studie der TU München unter der Leitung von Prof. Christoph Kaserer, BWL-Lehrstuhl für Finanzmanagement und Kapitalmärkte, konnte jetzt allerdings auf die anonymisierten Daten von 332 mittelgroßen europäischen Unternehmen zurückgreifen, die zwischen 1990 und 2008 von einer Private-Equity-Gesellschaft übernommen worden sind.

Das Ergebnis: Zwischen 66 und 75 Prozent ihrer Rendite gewinnen Private Equity Firmen dadurch, dass die Unternehmen, in die sie investieren, profitabler werden – zum Beispiel indem diese mehr Produkte verkaufen oder ihre Kosten senken. Die meisten Unternehmen (260) wuchsen dabei aus eigener Kraft und nicht durch Zukauf anderer Unternehmen oder Unternehmensteile.

Dagegen hatten Änderungen im Marktumfeld, wie zum Beispiel Veränderungen im Berwertungsniveau an den Kapitalmärkten, nur einen sehr geringen Einfluss auf die Höhe der von der Private-Equity-Gesellschaft vereinnahmten Rendite. Auch der Beitrag einer starken Kreditfinanzierung der Unternehmensübernahme (Leverage-Effekt) scheint weniger bedeutend zu sein als gelegentlich unterstellt. Etwa ein Drittel der Gesamtrendite ist auf diesen Leverage-Effekt zurückzuführen; zudem erweist sich dieser Effekt als nicht besonders robust.

Prof. Christoph Kaserer erklärte: „Für die Studie haben wir eine neue Analysemethode entwickelt, die es uns erlaubt, die von den Private-Equity-Gesellschaften erwirtschafteten Renditen danach zu separieren, ob sie durch Ertragssteigerungen im Unternehmen, durch Kapitalstruktureffekte oder durch Veränderungen in der Marktbewertung generiert wurden. Damit leistet die Studie einen Beitrag zu der lange geführten Diskussion über die gesamtwirtschaftliche Bedeutung von Private Equity.“ In der Studie wird in diesem Zusammenhang auch betont, dass die Ergebnisse auf Analysen von Transaktionen mittelgroßer Unternehmen beruhen. Sie sind damit in besondere Weise für die Rolle von Private Equity im Mittelstand von Bedeutung.

Kontakt:
Prof. Christoph Kaserer
Department of Financial Management and Capital Markets
Technische Universität München
Tel.: +49 89 289 25489

Dr. Ulrich Marsch | idw
Weitere Informationen:
http://www.cefs.de/
http://portal.mytum.de/welcome

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu Bildungsangeboten für die Industrie 4.0 in Österreich
05.02.2018 | Fachhochschule St. Pölten

nachricht Schildkrötengehirne sind komplexer als gedacht
05.02.2018 | Eberhard Karls Universität Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Im Focus: Developing reliable quantum computers

International research team makes important step on the path to solving certification problems

Quantum computers may one day solve algorithmic problems which even the biggest supercomputers today can’t manage. But how do you test a quantum computer to...

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Good vibrations feel the force

23.02.2018 | Physik Astronomie

Empa zeigt «Tankstelle der Zukunft»

23.02.2018 | Messenachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics