Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Politik bei Jugendlichen out

21.08.2008
Engagement findet abseits starrer politischer Strukturen statt

Jugendliche verlieren zunehmend Interesse an politischen Themen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Allensbach.

Nur noch 36 Prozent der 14- bis 29-Jährigen interessieren sich für politische Themen, vor acht Jahren waren es noch 44 Prozent. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch eine kürzlich veröffentlichte Studie des Hochschul-Informations-Systems (HIS) und der Zeitschrift ZEIT Campus. Diese befragten 6.000 Studierende nach ihrer Werteeinstellung. 14 Prozent erklärten, sich politisch stark zu engagieren - 2002 waren es noch 25 Prozent (pressetext berichtete: http://pte.at/pte.mc?pte=080806024).

"Diese Ergebnisse bedeuten aber nicht, dass die Jugend weniger engagiert ist, sondern eher, dass sie sich nicht mehr mit den aktuellen Strukturen identifizieren können", meint Sigrid Meinhold-Henschel, Jugendexpertin bei der Bertelsmann Stiftung http://www.bertelsmann-stiftung.de , auf pressetext-Nachfrage. Zu einer ähnlichen Einschätzung kommt auch Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung: "Viele Jugendliche finden über Projekte, Vereine und Gruppen ihren Weg zu einer bestimmten politischen Richtung und entschließen sich erst dann, einer Partei beizutreten oder diese zu wählen."

Dieses Bild zeichnet auch die Bertelsmann-Stiftung, die in ihrer Jugendpartizipationsstudie Anfang 2005 herausgefunden hat, dass sich etwa 80 Prozent der Jugendlichen stärker engagieren würden, wenn es bessere Angebote gebe. Dazu zählen unter anderem, eigenverantwortlich arbeiten zu können und sich für andere Menschen einzusetzen. "Gerade das Engagement für andere ist ein wichtiges Thema für Jugendliche", sagt Meinhold-Henschel. Als wichtigen Grund für den Wertewandel bei den Jugendlichen führt sie neben dem Verdruss über aktuelle Strukturen im politischen System auch Erwachsene als Vorbilder an. "Auch diese treten heute nicht mehr in jungen Jahren in Parteien ein und bleiben 40 Jahre lang Parteisoldaten." Sie würden sich viel stärker zeitlich beschränkt in Projekten, Initiativen und Vorhaben engagieren. "Jugendliche lernen nun einmal von ihren Eltern und sehen sie als Vorbilder an", sagt Meinhold-Henschel.

Parallel zum Wandel in politischen Fragen fand laut Allensbach auch eine Verschiebung bei der Einstellung zu Umweltfragen oder beruflichem Erfolg statt. So gaben nur noch 68 Prozent der Befragten an, sich für Umweltfragen zu interessieren. Bei der vorhergehenden Erhebung waren es noch 83 Prozent. Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen, ist den Jugendlichen heute viel wichtiger als noch vor acht Jahren.

Dies zeigt auch die Erhebung des HIS. Nur noch für 47 Prozent der Studierenden ist es wichtig, einmal eine leitende Funktion zu übernehmen, 72 Prozent gaben hingegen an, dass für sie an vorderster Stelle steht, sich der Familie beziehungsweise Partnerschaft zu widmen. Grund dafür sei, dass Studierende heute positiver in die Zukunft schauen, als noch vor einigen Jahren, da sich die gesamtwirtschaftliche Lage gebessert hat.

Erik Staschöfsky | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.ifd-allensbach.de
http://www.his.de

Weitere Berichte zu: Allensbach Meinungsforschung Umweltfrage Umweltfragen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Europaweite Studie zu „Smart Engineering“
30.03.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie