Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Pinkwart: Innovationsbericht 2009 bestärkt uns bei der Aufholjagd zum Innovationsland Nr. 1

08.03.2010
4.600 neue Jobs in FuE, mehr als 4.800 Patente, 6.600 Hightechgründungen

Nordrhein-Westfalens Aufholjagd zum Innovationsland Nr. 1 in Deutschland hat weiter Fahrt aufgenommen.

Zu diesem Ergebnis kommt der Innovationsbericht 2009, den das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) und der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft jetzt herausgegeben haben. Innovationsminister Prof. Andreas Pinkwart hat den unabhängigen Expertenbericht heute in Düsseldorf vorgestellt: "Die wichtigen Innovationsindikatoren zeigen in Nordrhein-Westfalen nach oben", sagte Pinkwart. Seit 2006 untersucht der Bericht jährlich im Auftrag der Landesregierung, wie sich das Innovationsklima in den Bereichen Hochschule, Forschung und Entwicklung sowie Gründungen und Patente entwickelt hat.

Hochschule:

Der Innovationsbericht stellt die Steigerung der Absolventenquote in Nordrhein-Westfalen heraus. Von 20,7 Prozent in 2004 ist die Absolven-tenquote in 2007 auf 25,2 Prozent angestiegen und liegt damit über dem Bundesdurchschnitt (23,4 Prozent) und vor Bayern (21,6 Prozent) und Baden-Württemberg (24,4 Prozent). Mit Blick auf den Fachkräftemangel ist außerdem erfreulich, dass sich immer mehr Absolventen für eine Promotion in den Ingenieurwissenschaften entscheiden. Auch hier liegt NRW in 2007 mit 11 Prozent aller Promotionen deutlich vor Baden-Württemberg (7,5 Prozent) und Bayern (vier Prozent). Der Bericht sieht aber auch Verbesserungsbedarf, beispielsweise beim Übergang zwischen Schule und Hochschule.

Forschung und Entwicklung (FuE):

Im Bereich von FuE hebt der Bericht die "beachtliche Steigerung" der Beschäftigung hervor. 2007 waren in Nordrhein-Westfalen insgesamt 81.583 Menschen in FuE tätig, was im Vergleich zu 2005 eine Steigerung von 6 Prozent bedeutet (Bundesdurchschnitt 5,3 Prozent). Allein im Bereich der Wirtschaft sind zwischen 2005 und 2007 rund 4.600 neue Jobs hinzugekommen, das entspricht einem Plus von 11 Prozent. Die Gesamtinvestitionen in FuE sind in den Jahren 2005-2007 von 8,741 auf 9,417 Milliarden Euro gestiegen. Das entspricht einem Plus von rund 730 Millionen Euro oder einer Steigerung um 8,4 Prozent. Da das Brut-toinlandsprodukt (BIP) im Vergleichszeitraum konjunkturbedingt stark anstieg, lag die FuE Quote relativ zum BIP bei 1,8 Prozent, was im Vergleich zu 2005 eine Steigerung von 0,01 Prozentpunkten bedeutet. Die FuE-Aufwendungen der Wirtschaft sind im Zeitraum von 2005 auf 2007 um 586 Millionen Euro (plus 11 Prozent) angewachsen. Hervorzuheben ist dabei der Anteil der Investitionen in Spitzentechnologien. Hier stiegen die Aufwendungen in NRW von 23 Prozent in 2005 auf 25,2 Prozent in 2007. Damit liegt NRW nun hinter Bayern und vor Baden-Württemberg auf Rang 2. Der Bund hat in 2008 in NRW mehr Geld in FuE investiert als in jedem anderen Bundesland. Insgesamt flossen 1,875 Milliarden Euro nach NRW, das damit Baden-Württemberg deutlich überholt hat.

Gründungen und Patente:

Bei den technologiebasierten Gründungen liegt Nordrhein-Westfalen im Jahr 2008 mit 47.100 Gründungen - davon 6.600 alleine im Hightech-Bereich - deutlich vor Bayern mit 34.300 Gründungen und Baden-Württemberg mit 22.100 Gründungen. Zwar mussten alle Vergleichsländer in 2008 einen Rückgang der Gründungen hinnehmen. Dieser fällt für Nordrhein-Westfalen mit einem Minus von 1,1 Prozent gegenüber 2007 im Vergleich zu Bayern mit einem Minus von 4,3 Prozent und Baden-Württemberg mit einem Minus von 13,6 Prozent sehr moderat aus. In 2008 wurden aus NRW zudem 4.811 Patente beim Europäischen Patentamt angemeldet. Das ist zwar ein leichter Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren, allerdings sieht der Bericht hier noch Aufholbedarf gegenüber Bayern und Baden-Württemberg. Die Hochschulen in Nordrhein-Westfalen konnten ihre Patentanmeldungen im Vergleich zu 2005 mehr als verdoppeln. In 2008 wurden aus den nordrhein-westfälischen Hochschulen 135 Patente eingereicht - erstmals mehr als aus den Hochschulen Bayerns und nur zwei Patente weniger als Baden-Württemberg.

André Zimmermann | idw
Weitere Informationen:
http://www.innovation.nrw.de/downloads/index.php

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Universum enthält weniger Materie als gedacht

07.12.2016 | Physik Astronomie

Partnerschaft auf Abstand: tiefgekühlte Helium-Moleküle

07.12.2016 | Physik Astronomie

Bakterien aus dem Blut «ziehen»

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie