Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Obst und Gemüse - Kaum Wirkung gegen Krebs

07.04.2010
Nur 2,5 Prozent der Erkrankungen können verhindert werden

Der Verzehr von größeren Mengen Obst und Gemüse hat nur eine mäßige Wirkung, wenn es um den Schutz gegen Krebs geht. Zu diesem eher überraschenden Ergebnis sind jetzt Wissenschaftler der Mount Sinai School of Medicine gekommen, die den Zusammenhang zwischen Ernährung und der Krankheit untersucht haben. Für die Untersuchungen wurden die Daten von 500.000 Europäern ausgewertet.

Hoffnungen nicht erfüllt

Die Ergebnisse sind ein weiterer Hinweis darauf, dass die großen Hoffnungen, die in diese Initiative gesetzt wurden, eher nicht erfüllt werden. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass nur rund 2,5 Prozent der Krebserkrankungen durch den regelmäßigen Verzehr von fünf Portionen Obst und Gemüse täglich verhindert werden können. Experten wie Walter Willet von der Harvard University betonen dennoch, dass Obst und Gemüse der Schlüssel zur Gesundheit sind.

1990 empfahl die Weltgesundheitsorganisation WHO http://www.who.int/en , dass jeder Mensch mindestens fünf Portionen Obst und Gemüse täglich essen sollte, um Krebs und andere chronische Erkrankungen zu verhindern. Diese Empfehlung bildete seither einen zentralen Grundsatz zahlreicher Gesundheitskampagnen in den Industrieländern. In Großbritannien wird er seit 2003 beworben, in den Vereinigten Staaten seit fast zwei Jahrzehnten.

Keine Beweise

Es ist der Wissenschaft jedoch kein Nachweis gelungen, dass fast 50 Prozent aller Krebserkrankungen auf diese Weise verhindert werden können. Für die aktuelle Studie wurden die Daten von Personen aus zehn Ländern analysiert, die an der hoch angesehenen European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition http://epic.iarc.fr teilgenommen hatten. Jetzt wurde nachgewiesen, dass der Zusammenhang zwischen Obst- und Gemüse-Essen sowie einem verringerten Krebsrisiko eher schwach ist.

Die Wissenschaftler berücksichtigten Faktoren wie Rauchen und Sport, als sie ihre Schlüsse zogen. Sie können jedoch nicht ausschließen, dass auch die geringfügige Senkung des Krebsrisikos nicht darauf zurückzuführen ist, dass Menschen, die mehr Obst und Gemüse essen, auch sonst gesünder leben. Im besten Fall können zwei zusätzliche Portionen Obst und Gemüse 2,6 Prozent der Krebserkrankungen bei Männern und 2,3 Prozent bei Frauen verhindern.

Gemüse schien laut BBC mehr Vorteile zu bringen als Obst. Starke Trinker schienen von einer zusätzlichen Aufnahme von beidem am meisten zu profitieren, wenn es um den Schutz vor Krebsarten ging, die durch Alkohol und Rauchen mitverursacht werden.

Schützende Wirkung

Willet schreibt in einem begleitenden Leitartikel, dass spezifische Substanzen, die in bestimmten Obst- und Gemüsearten enthalten sind, trotzdem eine wichtige und schützende Wirkung haben können. Das in Tomaten enthaltene Lycopin zum Beispiel kann das Prostatakrebs-Risiko verringern. Chemikalien, die in Broccoli zu finden sind, sollen ein Gen stimulieren, das gegen Darmkrebs schützt. Es gibt auch Hinweise darauf, dass Obst und Gemüse einen Schutz gegen kardiovaskuläre Erkrankungen bieten können, eine der Haupttodesursachen der westlichen Welt. Wirklich exakte Beweise dafür gibt es jedoch bisher nicht.

Details der Studie wurden im Journal of the National Cancer Institute http://jnci.oxfordjournals.org veröffentlicht.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.mssm.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Zirkuläre Wirtschaft: Neues Wirtschaftsmodell für die chemische Industrie?
28.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Unternehmen entwickeln sich zu Serviceanbietern
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer IPM präsentiert »Deep Learning Framework« zur automatisierten Interpretation von 3D-Daten

22.08.2017 | Informationstechnologie

Globale Klimaextreme nach Vulkanausbrüchen

22.08.2017 | Geowissenschaften

RWI/ISL-Containerumschlag-Index erreicht neuen Höchstwert

22.08.2017 | Wirtschaft Finanzen