Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie meldet man Software-Fehler korrekt?

20.11.2008
Wenn ein Computerprogramm plötzlich abstürzt, sollte man dies dem Hersteller melden, damit er den Fehler beheben kann. Doch was macht einen guten Fehlerbericht aus?

Studenten der Universität des Saarlandes haben dafür 466 Software-Entwickler und Benutzer befragt - und sind für ihre Studie preisgekrönt worden. Auf einer der führenden amerikanischen Konferenzen zur Softwareentwicklung, der ACM-Konferenz "Foundations of Software Engineering" in Atlanta (USA), wurde ihre Arbeit als beste von 152 wissenschaftlichen Beiträgen ausgezeichnet.

Wenn ein Computerprogramm nicht richtig funktioniert, erscheint häufig der Hinweis: "Möchten Sie diesen Fehler an den Hersteller melden?". Als Anwender stimmt man gerne zu, denn schließlich will man ja, dass das Programm repariert wird. Also gibt man die wichtigsten Details an und sendet seine Meldung ab mit der Unsicherheit, ob sie überhaupt gelesen wird.

Am anderen Ende der Leitung gehen die Fehlermeldungen ein - und das nicht zu knapp. Populäre Programme wie Firefox haben im Laufe der Zeit mehrere hunderttausend Fehlermeldungen angesammelt, die alle gelesen und bearbeitet werden wollen. Worauf achten Entwickler bei diesen Fehlermeldungen? Und was können Anwender tun, um ihre Fehlermeldungen möglichst aussagekräftig und wirkungsvoll zu gestalten? Dieser Frage sind junge Wissenschaftler und Studenten der Universität des Saarlandes nachgegangen.

Unter Leitung von Rahul Premraj und Thomas Zimmermann vom Lehrstuhl für Softwaretechnik startete ein Team von vier Studenten eine Umfrage unter 446 Software-Entwicklern und Benutzern. Aus den Antworten wurde schnell klar, welche Punkte den Entwicklern am wichtigsten waren: Die Schritte, die zum Fehler führen, das erwartete und erlebte Programmverhalten, und -sofern möglich - ein automatischer Test, der den Fehler reproduziert. Als größtes Problem der üblichen Fehlermeldungen kristallisierte sich heraus, dass häufig Informationen fehlen - etwa über die Umstände, unter denen der Fehler auftritt, oder auch aufgrund von vagen Problembeschreibungen.

Aus diesen Ergebnissen bauten die Studenten ein Werkzeug, das vollautomatisch die Güte von Fehlerberichten einschätzt. Die Ergebnisse sind viel versprechend: Das "Cuezilla" genannte Werkzeug kann sogar von sich aus Verbesserungsvorschläge machen. Auf der ACM-Spitzenkonferenz "Foundations of Software Engineering" in Atlanta wurde die Arbeit der sechs daher mit einem "Distinguished Paper Award" ausgezeichnet, als beste von 152 Beiträgen.

Ihr Erfolg hat die Softwaretechniker dazu beflügelt, ihre wissenschaftliche Karriere an Forschungseinrichtungen in aller Welt fortzusetzen. Nicolas Bettenburg promoviert an der Queen's Universität in Kanada, Adrian Schröter an der Universität Victoria in Kanada und Cathrin Weiss an der Universität Zürich. Rahul Premraj ist Assistenzprofessor in Amsterdam geworden, und Thomas Zimmermann arbeitet in der renommierten Forschungsabteilung von Microsoft in Redmond, USA. Sascha Just ist dem Saarland treu geblieben und hat gerade seine Bachelor-Arbeit eingereicht - natürlich zur Qualität von Fehlerberichten.

Fragen beantworten:
Prof. Dr. Andreas Zeller
zeller@cs.uni-sb.de
Tel. 0681/302-64011
Friederike Meyer zu Tittingdorf
presse@cs.uni-sb.de
Tel. 0681/302-58099

Saar - Uni - Presseteam | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-saarland.de
http://thomas-zimmermann.com/publications/details/bettenburg-fse-2008/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Bedeutung von Biodiversität in Wäldern könnte mit Klimawandel zunehmen
17.11.2017 | Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig

nachricht Medizinische Innovationen für Afrika
02.11.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte