Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Meeresschnecke bedroht Korallenriffe

02.06.2010
Schneckendichte wegen Nährstoffeintrag stark gestiegen

Forscher der neuseeländischen Victoria University haben bei Feldstudien in Französisch Polynesien entdeckt, dass eine kleine Meeresschnecke große Schäden an Korallenriffen anrichten kann. Im Wissenschaftsmagazin Biology Letters berichten die Meeresbiologen um Jeff Shima, dass die Wurmschnecke Dendropoma maxima sogar mehr Schaden am Riff anrichten kann als Klimaerwärmung oder Korallenbleiche.

"Unsere Forschungsarbeit hat sich mit dem Effekt der häufig übersehenen zoologischen Kuriositäten beschäftigt", so Shima. "Es ist wirklich unglaublich, dass eine so kleine Schnecke solche katastrophalen Auswirkungen auf die Korallen haben." Die Wurmschnecke reduzierte das Skelettwachstum von einigen Korallenarten um bis zu 80 Prozent und reduziert damit ihre Überlebensrate um die Hälfte. Problematisch ist zudem auch, dass die Schnecke auf verschiedenen Korallenarten lebt.

Starke Zunahme der Schneckenpopulation

"Bei Dendropoma maxima handelt es sich um eine festsitzende Wurmschnecke, die ihre Nahrung aus dem Wasser mit Hilfe eines klebrigen Schleimnetzes fängt, das dann regelmäßig von der Schnecke verzehrt wird", so der Korallen-Experte Christian Wild, Leiter der Coral Reef Ecology Arbeitsgruppe am GeoBio-Center München, gegenüber pressetext. "Dendropoma ist ein ganz typischer Organismus in vielen Korallenriffen und kann vor allem auf dem flachen Riffdach in hohen Dichten vorkommen."

"Die vorliegende Studie aus Moorea - einer Insel in Französisch-Polynesien - bestätigt nun Befunde aus dem Roten Meer, wonach Dendropoma das Wachstum von Steinkorallen in direkter Nachbarschaft negativ beeinflussen kann", erklärt Wild. Problematisch erscheint hierbei, dass die Dichte von Dendropoma in einigen Korallenriffen offensichtlich deutlich zugenommen habe - im nördlichen Roten Meer zum Beispiel um den Faktor 2,5 in den vergangenen zehn Jahren.

Viele Stressfaktoren schaden Korallen

"Hauptgrund für die Zunahme ist vermutlich der steigende Eintrag von Nährsalzen wie Nitrat und Phosphat von Land", erklärt Wild. Dies führe zu einer höheren Konzentration an organischem Material in der Wassersäule über Korallenriffen, sodass bestimmte filtrierende Organismen wie Dendropoma davon stark profitieren können.

"Hierdurch wird einmal mehr deutlich, dass eine ganze Reihe von unterschiedlichen, lokalen Stressfaktoren eine Veränderung der Lebensgemeinschaften in den komplexen Korallenriffökosystemen bewirken kann", meint Wild. Die Schädigung von Korallen durch Dendropoma scheine hier im Vergleich zu den massenhaften Ausbrüchen des Korallen-fressenden Dornenkroneseesterns Acanthaster eher ein schleichender Prozess zu sein, der aber deutlicher mit einer Verschlechterung der Wasserqualität zusammenhängt, so der Experte abschließend gegenüber pressetext.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.victoria.ac.nz
http://www.palmuc.de/core

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Weltweit erste Therapiemöglichkeit für Kinderdemenz CLN2 entwickelt
25.04.2018 | Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

nachricht Tabakrauchen verkalkt Arterien stärker als reiner Cannabis-Konsum
11.04.2018 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Im Focus: Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Die Leber durchlaufen vier komplex verwobene Gefäßsysteme. Die chirurgische Entfernung von Tumoren ist daher oft eine schwierige Aufgabe. Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS hat Algorithmen entwickelt, die die Bilddaten von Patienten analysieren und chirurgische Risiken berechnen. Leberkrebsoperationen werden damit besser planbar und sicherer.

Jährlich erkranken weltweit 750.000 Menschen neu an Leberkrebs, viele weitere entwickeln Lebermetastasen aufgrund anderer Krebserkrankungen. Ein chirurgischer...

Im Focus: Positronen leuchten besser

Leuchtstoffe werden schon lange benutzt, im Alltag zum Beispiel im Bildschirm von Fernsehgeräten oder in PC-Monitoren, in der Wissenschaft zum Untersuchen von Plasmen, Teilchen- oder Antiteilchenstrahlen. Gleich ob Teilchen oder Antiteilchen – treffen sie auf einen Leuchtstoff auf, regen sie ihn zum Lumineszieren an. Unbekannt war jedoch bisher, dass die Lichtausbeute mit Elektronen wesentlich niedriger ist als mit Positronen, ihren Antiteilchen. Dies hat Dr. Eve Stenson im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching und Greifswald jetzt beim Vorbereiten von Experimenten mit Materie-Antimaterie-Plasmen entdeckt.

„Wäre Antimaterie nicht so schwierig herzustellen, könnte man auf eine Ära hochleuchtender Niederspannungs-Displays hoffen, in der die Leuchtschirme nicht von...

Im Focus: Erklärung für rätselhafte Quantenoszillationen gefunden

Sogenannte Quanten-Vielteilchen-„Scars“ lassen Quantensysteme länger außerhalb des Gleichgewichtszustandes verweilen. Studie wurde in Nature Physics veröffentlicht

Forschern der Harvard Universität und des MIT war es vor kurzem gelungen, eine Rekordzahl von 53 Atomen einzufangen und ihren Quantenzustand einzeln zu...

Im Focus: Explanation for puzzling quantum oscillations has been found

So-called quantum many-body scars allow quantum systems to stay out of equilibrium much longer, explaining experiment | Study published in Nature Physics

Recently, researchers from Harvard and MIT succeeded in trapping a record 53 atoms and individually controlling their quantum state, realizing what is called a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

Visual-Computing an Bord der MS Wissenschaft

17.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

18.05.2018 | Physik Astronomie

Countdown für Kilogramm, Kelvin und Co.

18.05.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics