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Magnetstimulation gegen Panikattacken

08.07.2011
Neue Studie wird mit 250.000 Euro gefördert / Uniklinik Münster erforscht neue Möglichkeiten zur Therapieunterstützung / Kooperation mit Tübingen / Teilnehmer gesucht

Können Panikstörungen und Angstattacken durch den gezielten Einsatz von Magnetstimulation auf spezielle Regionen des Gehirns besser und schneller behandelt werden?

Zum ersten Mal in Deutschland wird in einer Studie dieser Ansatz umfassend untersucht. Finanziert wird die Studie mit 250.000 Euro im Rahmen des deutschlandweiten Forschungsverbundes „Paniknetz“ durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

„Für das Bild der Panikstörungen und Angsterkrankungen ist dieser Ansatz neu. Allerdings gibt es bereits Befunde, dass dieser Ansatz bei Patienten mit Depressionen erfolgreich eingesetzt werden kann“, erklärt Prof. Dr. Peter Zwanzger, Leitender Oberarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Münster (UKM). In Industrienationen wie Deutschland erkranken etwa fünf bis sechs Prozent der Menschen im Laufe ihres Lebens an einer Panikstörung mit Agoraphobie (Angst vor offenen Plätzen), an einer reinen Panikstörung ohne Agoraphobie erkranken ca. zwei Prozent.

Die Studie wird an zwei Standorten durchgeführt: an der Uniklinik Münster unter der Leitung von Prof. Zwanzger und am Universitätsklinikum Tübingen unter der Leitung von Prof. Dr. Andreas Fallgatter. Insgesamt 50 Personen können an der Studie teilnehmen. „Geignet sind Menschen, die bereits einmal an einer Panikattacke oder einer plötzlichen Angstattacke gelitten haben“, erklärt Diplom-Psychologin Nadja Vennewald von der Uniklinik Münster.

Der Studie liegt folgender Forschungsansatz zu Grunde: „Es gibt wissenschaftliche Befunde, nach denen bei Angst- bzw. Panikerkrankungen ähnlich wie Depressionen bestimmte Gehirnbereiche über- oder unteraktiv sind. Genau an diesem Punkt setzt die Magnetstimulation an. Die Aktivitätssteigerung durch die Magnetstimulationsbehandlung bestimmter Gehirnbereiche durch die so genannte transkranielle Magnetsimulation (TMS) soll diese Fehlfunktionen regulieren und damit zum Erfolg einer Psychotherapie beitragen“, so Prof. Zwanzger.
Keineswegs soll die Psychotherapie durch die Magnetstimulation ersetzt, sondern
ergänzt bzw. beschleunigt werden, in dem die betreffenden Hirnregionen gezielt durch das Magnetfeld stimuliert werden, betonen Zwanzger und Vennewald.

Selbstverständlich werden vor Studienbeginn mit jedem Teilnehmer Informationsgespräche und Voruntersuchungen durchgeführt. Die Studienphase erstreckt sich dann über neun Wochen mit einer Gruppenpsychotherapie, während einer dreiwöchigen Phase zu Beginn findet dann im Labor die Magnetstimulation des Hirnareals durch spezielle Geräte statt.

Prof. Zwanzger: „Dabei werden kurzzeitig magnetische Impulse auf die entsprechenden Hirnareale gegeben. Dieses nicht-invasive Verfahren wurde bereits 1985 eingeführt und wird permanent überwacht. Es werden dabei keine weitere Strahlungen freigesetzt, in Einzelfällen kam es allerdings zu vorübergehenden Kopfschmerzen.“

Vor und nach einer Behandlung überprüfen die Wissenschaftler mit einem speziellen bildgebendem Verfahren, ob das entsprechende Gehirnareal stärker durchblutet ist. Dies wäre ein Anzeichen für eine gesteigerte Hirnaktivität. Vennewald: „Die exakten Abläufe werden wir natürlich mit jedem Studienteilnehmer ausführlich besprechen.“

Interessierte, die bereits einmal an einer Angst- oder Panikattacke gelitten haben, können sich zum Vorgespräch einer möglichen Studienteilnahme melden unter:
- panikstudie@ukmuenster.de
- Tel. 0251 / 83-51809 (Anrufbeantworter, anschließend Rückruf)
Onlineregistrierung für Interessierte unter www.psychiatrie-unimuenster.de unter der Rubrik "Aktuelles"

Informationen zum Forschungsverbund Paniknetz: www.paniknetz.de

Info: Krankheitsbild Panikattacke
Bei einer Panikattacke oder auch Panikanfall oder Angstattacke handelt es sich um einen Anfall starker Angst, der plötzlich, wie aus heiterem Himmel über den Betroffenen hereinbricht und der Körper bestimmte Alarmsignale produziert. Während dieser Panikanfälle kommt es zu körperlichen Beschwerden wie Herzrasen, Atemnot, Schwindel, Benommenheit, Hitzewallungen sowie Schmerzen oder Engegefühle in der Brust. Während einer solchen Panikattacke befürchten die Betroffenen häufig, sie könnten sterben, verrückt werden oder vollständig die Kontrolle verlieren. Die wahrgenommenen Symptome erreichen innerhalb weniger Minuten ihren Höhepunkt. (Quelle: www.paniknetz.de)
Stefan Dreising
Unternehmenskommunikation
- Pressereferent -
Universitätsklinikum Münster (UKM)
Albert-Schweitzer-Campus 1, Gebäude D5
Anfahrtsadresse: Domagkstr. 5
48149 Münster
Tel.: 0251 / 83-5 74 47
eMail: Stefan.Dreising@ukmuenster.de

Stefan Dreising | Universitätsklinikum Münster (UK
Weitere Informationen:
http://www.ukmuenster.de

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