Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Leichte psychische Leiden verkürzen Lebenszeit

01.08.2012
Depressionen oder Angststörungen zu häufig nicht diagnostiziert

Menschen mit leichten psychischen Erkrankungen wie Angststörungen oder Depressionen sterben laut Wissenschaftlern des University College London und der University of Edinburgh mit höherer Wahrscheinlichkeit früher als Gleichaltrige. Das Team um Tom Russ analysierte für England vorzeitige Todesfälle durch Herzerkrankungen und Krebs bei 68.000 Personen. Die im British Medical Journal http://bmj.com veröffentlichten Studienergebnisse legen nahe, dass bereits eine niedrige Belastung das Risiko um 16 Prozent erhöhen kann.

Frühe Therapie wichtig

Faktoren, die den Lebensstil betreffen, wie der Alkoholkonsum und das Rauchen, wurden dabei berücksichtigt. Schwerere psychische Probleme erhöhten das Risiko um 67 Prozent. Das Sterberisiko bei Patienten mit schweren psychischen Erkrankungen ist bereits sehr gut erforscht. Die aktuellen Forschungsergebnisse bei Menschen mit leichteren psychischen Erkrankungen sind demnach Besorgnis erregend. Davon betroffen soll eine von vier Personen sein. Viele der Erkrankungen werden jedoch nie diagnostiziert und somit auch nie behandelt.

Für die vom Wellcome Trust http://wellcome.ac.uk finanzierte Studie wurden Daten aus einem Zeitraum von mehr als zehn Jahren analysiert und mit den Angaben auf den Sterbeurkunden abgeglichen. Es handelt sich dabei laut eigenen Angaben um die bisher größte Studie zur Erforschung eines Zusammenhanges zwischen psychischen Belastungen und dem Tod. Russ zufolge ist das Bestehen eines erhöhten Sterberisikos bereits auch bei einer geringen Belastung offensichtlich. Weitere Studien sind demnach dringend erforderlich, so der Forscher.

Schwere der Erkrankung entscheidend

Der Vorstandsvorsitzende von Rethink http://rethink.org , Paul Jenkins, betont, dass diese Forschungsergebnisse leider keine Überraschung bedeuten. "Diese Studie konzentriert sich auf Depressionen und Angststörungen. Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen wie bipolaren Störungen oder Schizophrenie sterben durchschnittlich 20 Jahren früher als der Rest der Bevölkerung. Das ist ein absoluter Skandal."

Michaela Monschein | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.ucl.ac.uk
http://www.ed.ac.uk

Weitere Berichte zu: Angststörung Depression Lebenszeit Sterberisiko

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wiederverwendung von IT- und Kommunikationsgeräten schont Klima und Ressourcen
23.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Klimawandel verstärkt Selenmangel
21.02.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie