Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nach der Krise müssen Strukturen auf den Prüfstand

19.07.2010
VDA-Publikation: Deutsche Automotive-Zulieferindustrie hat strategisch und strukturell gute Perspektiven für die Zukunft

Die Automotive-Zulieferindustrie steht - trotz einer deutlichen Erholung der Produktion gegenüber dem Vorjahr 2009 - vor großen Herausforderungen.

Die durch die Krise verursachte Eigenkapitalschwäche der Zulieferer, die weiterhin zu verzeichnende Zurückhaltung der Banken bei der Kreditvergabe und angesichts der sich abzeichnenden Konsolidierungsmöglichkeiten in der Zulieferbranche sollten aktuell nicht nur die Folgen aus 2008/2009 bewältigt, sondern zudem strukturelle und strategische Neujustierungen vorgenommen werden, um zukunftsfähig zu bleiben.

Darauf weist eine im Rahmen der Materialien-Reihe des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) erschienene Studie "Money vs. Technology - Wie die Finanz- und Absatzkrise sowie der technologische Wandel die Zulieferwirtschaft verändern wird" von Deloitte und IHS Global Insight hin.

Die Studie von Deloitte und Global Insight verdeutlicht, so Klaus Bräunig, Geschäftsführer des VDA, dass "Technologie für die deutschen Zulieferer das zentrale Differenzierungsmerkmal ist und dass die Finanzierung der Zulieferer nach der Krise als wichtiges strategisches Thema neben der Technologie gesehen werden muss." Denn Automobilhersteller brauchen innovations- und finanzstarke Zulieferer als zuverlässige Partner im sich schneller entwickelnden internationalen Wettbewerb. Der Preisdruck wird, so die Studie, weiter steigen, der Finanzierungsbedarf für neue technische Innovationen ebenfalls. Die Frage nach Überkapazitäten beschäftigt nicht nur die Ebene der Automobilhersteller, sondern auch die der Zulieferer. Die strategischen Chancen für die deutsche Zulieferindustrie sieht die Studie von Deloitte und IHS Global Insight in einer klugen und aktiven Konsolidierungsstrategie, einer nach vorne gerichteten Finanzierungsstrategie sowie einer Stärkung der Kapitalbasis durch gezielte Maßnahmen von Herstellern, Zulieferern und Banken.

Seit Herbst 2009 liegen bei den Zulieferern die Auftragseingänge und Umsätze aus dem In- und Ausland wieder im Plus. Besonders erfreulich ist, dass die Unternehmen trotz Krise ihre Stammbelegschaft weitestgehend halten konnten. Der Beschäftigungsstand der deutschen Automobilzulieferer lag 2009 bei 285.000 Mitarbeitern und damit lediglich 4,6 Prozent unter dem des Vorjahres. Aber selbst im Krisenjahr 2009 wurden die Forschungs- und Entwicklungsausgaben (F&E) bei Automobilherstellern und Zulieferern um mehr als 4 Prozent auf 20,9 Mrd. Euro ausgeweitet. Vieles spricht dafür, dass dieses hohe Niveau auch im Jahr 2010 gehalten werden kann.

Die vom VDA veröffentlichte Studie von Deloitte und Global Insight in der Reihe "Materialien zur Automobilindustrie" rät, nach dem Überleben der Krise nun nicht einfach zur Tagesordnung der Vor-Krisenzeit überzugehen. "Wer als Zulieferer nach der Krise einfach mit einem "Weiter-So!" fortfährt, verkennt die strukturellen Veränderungen, die die Krise sowohl auf der Finanzierungsseite als auch bei der Technologie bewirkt hat", sagt Siegfried Frick, Partner bei Deloitte. Und Christoph Stürmer von IHS Global Insight verdeutlicht: "Die Krise in 2008/2009 ist kein Einmaleffekt und wurde nicht allein durch die Finanzkrise begründet, aber beschleunigt. Es sind zudem strukturelle Gründe, die die Zuspitzung bewirkt haben und die weiterhin aktuell sind."

In der Krise sei nicht wirklich Produktionsüberkapazität vom Markt genommen worden. Überkapazität müsse und werde in den kommenden Jahren bei Auftragsneuvergaben vom Markt genommen werden - oder die Zulieferindustrie fände keinen Ausweg aus Überkapazität und Preisdruck, so die Studie. Nur technologischer Vorsprung sichere Zulieferern eine gewisse Unersetzbarkeit gegenüber ihren Kunden. Die Studie verdeutlicht dies sowohl an den Bereichen Antriebstechnik, Chassis, Elektronik, Interieur als auch Exterieur. Vor allem die Tier-1-Zulieferer werden sich als direkte Partner der Automobilhersteller künftig breiter aufstellen. Die automobile Landschaft wird insgesamt komplexer, die sogenannte Zulieferpyramide steiler. Die Zahl der Zulieferer wird sich verringern, Anbieter werden sich stärker gruppieren - in Form von Konsolidierung, aber auch in Gestalt verschiedener, technologieorientierter Zweckgemeinschaften. Die vom VDA veröffentlichte Studie basiert u. a. auf einer Befragung von 190 Vorständen und Geschäftführern von deutschen Zulieferern sowie auf Prognosen und Einschätzungen von Deloitte und IHS Global Insight.

Die komplette Studie erhalten Sie Anfrage.


Über Deloitte
Deloitte erbringt Dienstleistungen aus den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Consulting und Corporate Finance für Unternehmen und Institutionen aus allen Wirtschaftszweigen. Mit einem Netzwerk von Mitgliedsgesellschaften in mehr als 140 Ländern verbindet Deloitte erstklassige Leistungen mit umfassender regionaler Marktkompetenz und verhilft so Kunden in aller Welt zum Erfolg. "To be the Standard of Excellence" - für rund 169.000 Mitarbeiter von Deloitte ist dies gemeinsame Vision und individueller Anspruch zugleich.

Die Mitarbeiter von Deloitte haben sich einer Unternehmenskultur verpflichtet, die auf vier Grundwerten basiert: erstklassige Leistung, gegenseitige Unterstützung, absolute Integrität und kreatives Zusammenwirken. Sie arbeiten in einem Umfeld, das herausfordernde Aufgaben und umfassende Entwicklungsmöglichkeiten bietet und in dem jeder Mitarbeiter aktiv und verantwortungsvoll dazu beiträgt, dem Vertrauen von Kunden und Öffentlichkeit gerecht zu werden.

Deloitte bezieht sich auf Deloitte Touche Tohmatsu, einen Verein schweizerischen Rechts, und/oder sein Netzwerk von Mitgliedsunternehmen. Jedes dieser Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig und unabhängig. Eine detaillierte Beschreibung der rechtlichen Struktur von Deloitte Touche Tohmatsu und seiner Mitgliedsunternehmen finden Sie auf www.deloitte.com/de/UeberUns.

© 2010 Deloitte & Touche GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.
Member of Deloitte Touche Tohmatsu

Isabel Milojevic | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.deloitte.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu Bildungsangeboten für die Industrie 4.0 in Österreich
05.02.2018 | Fachhochschule St. Pölten

nachricht Schildkrötengehirne sind komplexer als gedacht
05.02.2018 | Eberhard Karls Universität Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Im Focus: Quantenbits per Licht übertragen

Physiker aus Princeton, Konstanz und Maryland koppeln Quantenbits und Licht

Der Quantencomputer rückt näher: Neue Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial von Licht als Medium, um Informationen zwischen sogenannten Quantenbits...

Im Focus: Demonstration of a single molecule piezoelectric effect

Breakthrough provides a new concept of the design of molecular motors, sensors and electricity generators at nanoscale

Researchers from the Institute of Organic Chemistry and Biochemistry of the CAS (IOCB Prague), Institute of Physics of the CAS (IP CAS) and Palacký University...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Aachener Optiktage: Expertenwissen in zwei Konferenzen für die Glas- und Kunststoffoptikfertigung

19.02.2018 | Veranstaltungen

Konferenz "Die Mobilität von morgen gestalten"

19.02.2018 | Veranstaltungen

Von Bitcoins bis zur Genomchirurgie

19.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Die Zukunft wird gedruckt

19.02.2018 | Architektur Bauwesen

Fraunhofer HHI präsentiert neueste VR- und 5G-Technologien auf dem Mobile World Congress

19.02.2018 | Messenachrichten

Stabile Gashydrate lösen Hangrutschung aus

19.02.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics