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Krebsmedikament wirkt gegen Multiple Sklerose

30.04.2009
Einnahme verringert Rückfallwahrscheinlichkeit um mehr als die Hälfte

Die Verabreichung eines verbeiteten Medikaments gegen Krebs kann das Risiko von MS-Patienten, einen Rückfall oder eine Verschlechterung zu erleiden, deutlich reduzieren.

Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der Queen Mary University of London gekommen. Einige Gaben von Cladribin über das Jahr verteilt, verringerte die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalles um mehr als die Hälfte. Dabei traten laut einer Studie mit 1.300 Patienten nur wenige Nebenwirkungen auf.

Der britische MS-Experte Gavin Giovannoni erklärte, dass dieses Medikament die Behandlung von Multipler Sklerose revolutionieren könnte. Der Hersteller Merck Serono http://www.merckserono.ch hofft, noch in diesem Jahr um eine Lizenzvergabe ansuchen zu können. Cladribin ist bereits für die Behandlung von Leukämie zugelassen.

Giovannoni präsentierte seine Einschätzung des Potenzials von Cladribin bei einer Tagung der American Academy of Neurology in Seattle. Die britische Regulierungsbehörde, das National Institute for Health and Clinical Excellence http://www.nice.org.uk überlegt, das Medikament in die nächsten Zulassungsverfahren einzubeziehen. Die Wirkung des Medikaments beruht auf der Unterdrückung des Immunsystems. Damit wird das Risiko einer weiteren Schädigung des Nervensystems verringert. Patienten, die das Medikament einnahmen, erlitten um 30 Prozent weniger wahrscheinlich eine Verschlechterung ihrer krankheitsbedingten Beeinträchtigungen.

An der aktuellen Studie nahmen mehr als 1.300 MS-Patienten teil, die fast zwei Jahre lang begleitet und mittels MRI-Scans überwacht wurden. Sie erhielten entweder zwei oder vier Behandlungszyklen mit Cladribin oder einem Blindpräparat pro Jahr. Jeder Zyklus besteht aus einer Tablette täglich für die Dauer von vier oder fünf Tagen. Damit wird eine Behandlung an nur acht bis maximal 20 Tagen pro Jahr notwendig. Wird das Medikament zugelassen, wird es die erste Behandlungsform gegen MS sein, die keine regelmäßigen Injektionen erfordert. Schätzungen gehen laut BBC davon aus, dass allein in Großbritannien derzeit 85.000 Menschen an Multipler Sklerose leiden. Jährlich kommen 2.500 neue Erkrankungen dazu.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.qmul.ac.uk
http://www.aan.com

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