Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kleine Moleküle erhalten Stammzellen

21.01.2013
Freiburger Forschungsteam zeigt in einer neuen Studie, was stetiges Pflanzenwachstum ermöglicht

Menschliches Leben hängt vom andauernden Wachstum der Pflanzen ab, für das Stammzellen verantwortlich sind: Diese sitzen in den Spross- und Wurzelspitzen, den so genannten Meristemen. Stammzellen können sich in verschiedene Zelltypen umwandeln und dadurch immer wieder neue Organe wie Blätter, Früchte und Zweige bilden.

Damit Pflanzen während ihrer gesamten Lebensspanne weiterhin wachsen und Organe entwickeln können, müssen einige Zellen an den Spross- und Wurzelspitzen jedoch Stammzellen bleiben. Um das zu gewährleisten, werden Signale benötigt, die den Zellen helfen, ihre Position in der Pflanze zu erkennen und das entsprechende Entwicklungsprogramm abzurufen.

Ein Team um Prof. Dr. Thomas Laux vom Institut für Biologie III der Albert-Ludwigs-Universität konnte nachweisen, dass eine mikro-RNA dafür notwendig ist, Stammzellen an der Sprossspitze vor der Umwandlung in andere Zellentypen zu schützen. Für ihre Studien verwendeten die Freiburger Forschenden die Acker-Schmalwand als Modellorganismus. Die Ergebnisse wurden nun in der renommierten Fachzeitschrift „Developmental Cell“ veröffentlicht.

Mikro-RNAs sind sehr kurze Moleküle der Ribonukleinsäure (RNA), die selbst keine Proteine kodieren, sondern verhindern, dass aus anderen RNAs Proteine entstehen. Durch ihre geringe Größe können sich mikro-RNAs in Pflanzen von einer Zelle zur nächsten bewegen.
Bis jetzt war bereits eine mikro-RNA bekannt, die Meristemzellen mitteilt, dass sie sich spezialisieren sollen. Diese mikro-RNA muss dort, wo Stammzellen erhalten bleiben sollen, jedoch neutralisiert werden. Thomas Laux, Mitglied am Exzellenzcluster BIOSS Centre for Biological Signalling Studies, gelang es nun, zu zeigen, dass eine zweite mikro-RNA genau diese Funktion übernimmt und somit die Stammzellen vor der Umwandlung schützt.

Nur eine bestimmte Zellschicht, die Epidermis der Sprossspitze, stellt die neu erforschte mikro-RNA, den Stammzellenretter, her. Von der Epidermis aus wandert die mikro-RNA ausschließlich in einige darunterliegende Zellschichten, die alle zu Stammzellen werden. Weiter entfernte Bereiche erhalten nicht mehr genügend der Stammzellretter, sodass sich die Zellen dort umwandeln. Somit können die Stammzellen an der Spitze des Sprosses verankert werden und auf Lebenszeit und trotz aller Umwelteinflüsse Blätter, Blüten oder Früchte bilden.
Weitere Informationen über Thomas Laux’ Arbeit finden Sie in der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „uni’wissen“:
http://www.pr.uni-freiburg.de/publikationen/uniwissen/uniwissen2-2012-blaetter/page1.html#/32

Kontakt:
Prof. Dr. Thomas Laux
Institut für Biologie III
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Tel.: 0761/203-2943
E-Mail: laux@biologie.uni-freiburg.de

Rudolf-Werner Dreier | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-freiburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu sicherem Autofahren bis ins hohe Alter
19.06.2017 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften