Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

ITF untersucht barrierefreien Tourismus und seine Marktchancen

16.08.2010
Studierende haben Hotels in Wilhelmshaven unter die Lupe genommen

Immer mehr Menschen wünschen sich Barrierefreiheit im Tourismus. Wie es um barrierenfreien Tourismus, seine Marktchancen aber auch Probleme bestellt ist, damit befassen sich Prof. Dr. Torsten Kirstges und Prof. Enno Schmoll vom Institut für Innovative Tourismus- und Freizeitwirtschaft (ITF) am Fachbereich Wirtschaft der Jade Hochschule.

Es sind nicht nur Menschen mit Behinderungen, die sich barrierefreien Tourismus wünschen. Angesichts der Demografie werden immer mehr alte Menschen Urlaub machen und sind auf gewisse Hilfen angewiesen. Selbst Familien mit Kindern verzweifeln immer wieder an unangenehmen Hindernissen in ihrer Umgebung. Wie angenehm eine barrierefreie Umgebung ist, kann man auf den AIDA-Schiffen erleben. Selbst wer keinerlei körperlichen Einschränkungen unterliegt, empfindet eine solche Umgebung als ausgesprochen angenehm.

Die reicht von schwellenlosen Räumen über Duschen ohne Beckenrand bis hin zu Haltegriffen, breiten und sich selbst öffnenden Türen sowie Rezeptionen und Büffets, die auch für Rollstuhlfahrer geeignet sind und ihnen ein autarkes Dasein ermöglichen. „Doch das ist längst nicht alles“, macht Torsten Kirstges klar. „Sobald ein Hotel verlassen wird, lauern die nächsten Hindernisse. Sei es in Form von hohen Bordsteinen oder unebener Pflasterung, um nur zwei Beispiele zu nennen.“

In Deutschland leben 8,5 Millionen Menschen mit einem Schwerbehindertenausweis. Sie sind seh-, geh- oder hörbehindert und ihre Zahl wird größer werden. „Wir wissen, dass rund 50 Prozent der Bevölkerung vom barrierefreien Tourismus profitieren würden, aber ihn herzustellen ist mit erheblichen Investitionen verbunden“, macht Torsten Kirstges deutlich.

Gemeinsam mit Studierenden hat er Hotels in Wilhelmshaven unter die Lupe genommen und festgestellt, dass kein Haus vollständig barrierefrei ist. „Lediglich neu gebaute Hotels haben an Barrierefreiheit gedacht“, berichtet er. Fragt man ihre Besitzer, warum sie keine Veränderungen vornehmen, so argumentieren sie mit hohen Investitionskosten, die sich mitunter nie rechnen werden.

Torsten Kirstges und seine Kollegen wollen herausfinden, welche bereits vorhandenen oder zukünftigen Erfolgspotenziale einer touristischen Destination durch barrierefreie Angebote effektiv und zeitnah auf welche Weise sinnvoll erschlossen werden können. Außerdem wollen sie herausfinden, welche Konfliktfelder sich bei Umsetzungsversuchen zeigen und welche Konfliktvermeidungs- bzw. Konfliktlösungsstrategien und Kooperationsformen angewandt werden können. Abschließend geht es um die Frage, welche konkreten Handlungsmöglichkeiten und verallgemeinerbare Hilfestellungen für Leistungsträger und Destinations-Manager sich aus den Untersuchungen ableiten. Studierende sind in das Vorhaben integriert, indem sie ihre Studienabschlussarbeiten zu dieser Thematik verfassen.

Darüber hinaus kooperierten Torsten Kirstges und Enno Schmoll mit der Gemeinnützigen Gesellschaft für Paritätische Sozialarbeit (GPS) in Wilhelmshaven als Spezialist in Fragen von Barrierefreiheit. Unterstützt werden sie zudem vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DeHoGa) und namhaften Touristikunternehmen, die sich immer stärker für diese Thematik interessieren, weil die Nachfrage nach barrierefreiem Tourismus kontinuierlich steigt. zb

Weitere Infos unter Telefon 0 44 21/ 9 85-23 32.

Anke Westwood | idw
Weitere Informationen:
http://www.jade-hs.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Zirkuläre Wirtschaft: Neues Wirtschaftsmodell für die chemische Industrie?
28.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Unternehmen entwickeln sich zu Serviceanbietern
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer IPM präsentiert »Deep Learning Framework« zur automatisierten Interpretation von 3D-Daten

22.08.2017 | Informationstechnologie

Globale Klimaextreme nach Vulkanausbrüchen

22.08.2017 | Geowissenschaften

RWI/ISL-Containerumschlag-Index erreicht neuen Höchstwert

22.08.2017 | Wirtschaft Finanzen