Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

IQ kann sich im Teenageralter nochmals verändern

20.10.2011
Verbesserungen, aber auch Verschlechterungen möglich

Geistige Fähigkeiten von Teenagern können sich sehr viel stärker verschlechtern oder verbessern als bisher angenommen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Wellcome Trust Centre for Neuroimaging at University College London. Bislang wurde davon ausgegangen, dass der IQ während des Lebens ziemlich gleich bleibt.

Tests, die das Team um Cathy Price nun durchgeführt hat, zeigen jedoch ein ganz anderes Bild. Teenager wurden mit 14 Jahren getestet und nochmals als sie fast 18 Jahre alt waren. Es zeigten sich Verbesserungen aber auch Verschlechterungen. Details der Studie wurden in Nature http://nature.com veröffentlicht.

Veränderungen im Gehirn

Die Studienergebnisse haben Auswirkungen darauf, wie Jugendliche beurteilt werden und in welchem Alter Entscheidungen über ihre Zukunft getroffen werden. An der aktuellen Studie nahmen 19 Jungen und 14 Mädchen teil. Alle wurden 2004 und 2008 einer Kombination aus Gehirn-Scans sowie verbalen und nonverbalen IQ-Tests unterzogen. Beim verbalen IQ zeigten sich bei 39 Prozent der Teenager Veränderungen. 21 Prozent wiesen Unterschiede bei der Leistungsfähigkeit auf. Bei diesen Tests geht es um räumliches Schlussfolgern.

Diesen Ergebnissen wird eine größere Bedeutung beigemessen, da erstmals Abweichungen des IQ mit Veränderungen in zwei bestimmten Regionen des Gehirns in Zusammenhang gebracht werden. Ein Ansteigen des verbalen IQ entsprach auch einer erhöhten Dichte eines Teils des linken motorischen Kortex, der während des Sprechens aktiviert wird. Ein Ansteigen des nonverbalen IQ entsprach einer größeren Dichte in der linken Kleinhirnhälfte. Diese Gehirnregion wird mit den Bewegungen der Hand in Zusammenhang gebracht.

Spätentwickler haben Potenzial

Die Forscher glauben auf Basis der neuen Erlenntnisse, dass sich das intellektuelle Potenzial steigern kann. Gleichzeitig ist die Studie aber auch als Warnung für all jene zu verstehen, die sehr früh sehr weit waren. Es ist durchaus möglich, dass sie das erreichte Niveau nicht halten können, berichtet die BBC. Laut Price gibt es den Trend, Kinder sehr früh zu beurteilen und Entscheidungen über ihre Ausbildung sehr früh zu treffen.

"Wir haben aber nachgewiesen, dass sich ihre Intelligenz immer noch weiterentwickelt. Wir sollten daher Menschen mit schlechten Leistungen nicht gleich abschreiben. Ihr IQ kann sich in wenigen Jahren deutlich verbessern."

Die Wissenschaftler untersuchten jedoch nicht, welche Ursachen zu den Veränderungen des IQ führen. Eine mögliche Erklärung geht dahin, dass Teenager zu ganz verschiedenen Zeitpunkten heranreifen. Manche entwickeln sich sehr früh, andere erst relativ spät. Die in der Ausbildung gesetzten Standards dürften ebenfalls eine Rolle spielen. Sebastian Friston, einer der Studienteilnehmer, ist heute 23 Jahre alt. Er steigerte sich von einem Test zum anderen sehr deutlich, von durchschnittlichen Ergebnissen zu einem der besten Werte. Entscheidend war, dass er begann sich für Gegenstände zu interessieren, die ihn wirklich begeisterten.

Michaela Monschein | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.fil.ion.ucl.ac.uk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie