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Internationale Studie deckt genetische Grundlage der Lungenfunktion auf

26.09.2011
Wissenschaftlern ist ein Durchbruch im Verständnis von Lungenfunktion und Lungengesundheit gelungen – ein erster Schritt für neue Präventions- und Therapieansätze.

Das SpiroMeta- und das CHARGE-Konsortium, an denen auch Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München beteiligt sind, haben 16 Regionen des menschlichen Genoms identifiziert, die direkten Einfluss auf die Gesundheit der Lunge nehmen. Die Studie erschien am 25. September 2011 im renommierten Fachjournal Nature Genetics.

Die Studie, die das SpiroMeta- und das CHARGE-Konsortium in der gestrigen Ausgabe von Nature Genetics gemeinsam veröffentlicht haben, bedeutet einen Durchbruch im Verständnis von Lungenfunktion und Lungengesundheit. Sie weist den Weg zu neuen Ansätzen für die Prävention und Therapie von Lungenerkrankungen wie Asthma oder chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), weil sie neue Erkenntnisse über die molekularen Mechanismen der Entstehung häufiger Lungenerkrankungen erbringt.

16 häufig vorkommende genetische Varianten, die direkten Einfluss auf die Lungenfunktion haben, konnte die bisher größte epidemiologische Studie zur Lungenfunktion identifizieren: dazu wurden bei über 48 000 Individuen je 2,5 Millionen genetische Varianten untersucht und in unabhängigen Kohorten in über 46 000 Teilnehmern verifiziert. Aus den Erkenntnissen sollen nun die Entstehungsmechanismen der Erkrankungen und konkrete Ansätze für Therapie und Prävention erarbeitet werden.

Am SpiroMeta- und am CHARGE-Konsortium sind 175 Forscher an 126 wissenschaftlichen Einrichtungen in Europa, den USA und Australien beteiligt, darunter die Institute für Epidemiologie, Genetische Epidemiologie, Molekulare Epidemiologie und Lungenbiologie des Helmholtz Zentrums München. Die Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München beteiligten sich mit Daten der KORA-Studie. „Die KORA-Kohorte ist für große epidemiologische Untersuchungen dadurch interessant, dass die Teilnehmer besonders gut untersucht sind“, sagt Dr. Joachim Heinrich vom Institut für Epidemiologie des Helmholtz Zentrums München. „Für die vorliegende Studie konnten wir unter anderem auf Daten zur Lungenfunktion zurückgreifen.“

Federführend wurde die bisher größte epidemiologische Untersuchung der Lungenfunktion an den britischen Universitäten in Leicester und Nottingham und dem US-amerikanischen National Institute of Environmental Health Sciences (NIEHS) durchgeführt.

Lungenerkrankungen wie die COPD und Asthma zählen zu den häufigsten Todesursachen weltweit. Ihre Ursachen sind bis heute vielfach nicht bekannt, die Heilung nicht möglich. Das Helmholtz Zentrum München ist Partner des Deutschen Zentrums für Lungenerkrankungen. Es erforscht neue Wege in der Diagnose, Therapie und Prävention von weit verbreiteten Volkskrankheiten.

Weitere Informationen

Original-Publikation:
Artigas, M. S. (2011): Genome-wide association and large-scale follow up identifies 16 new loci influencing lung function. Nature Genetics, doi 10.1038/ng.941 http://www.nature.com/ng/journal/vaop/ncurrent/full/ng.941.html

Das Helmholtz Zentrum München verfolgt als deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt das Ziel, personalisierte Medizin für die Diagnose, Therapie und Prävention weit verbreiteter Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus und Lungenerkrankungen zu entwickeln. Dafür untersucht es das Zusammenwirken von Genetik, Umweltfaktoren und Lebensstil. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt rund 1.900 Mitarbeiter und ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der 17 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit rund 31.000 Beschäftigten angehören. http://www.helmholtz-muenchen.de

Die Kooperative Gesundheitsforschung in der Region Augsburg (KORA) untersucht seit über 20 Jahren die Gesundheit tausender Bürger aus dem Raum Augsburg. Ziel ist es, die Auswirkungen von Umweltfaktoren, Verhalten und Genen zu verstehen. Kernthemen der KORA-Studien sind Fragen zu Entstehung und Verlauf von chronischen Erkrankungen, insbesondere Herzinfarkt und Diabetes mellitus. Hierzu werden Risikofaktoren aus dem Bereich des Gesundheitsverhaltens (u.a. Rauchen, Ernährung, Bewegung), der Umweltfaktoren (u.a. Luftverschmutzung, Lärm) und der Genetik erforscht. Aus Sicht der Versorgungsforschung werden Fragen der Inanspruchnahme und Kosten der Gesundheitsversorgung untersucht. http://www.helmholtz-muenchen.de/kora

Ansprechpartner für die Medien
Sven Winkler, Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH), Ingolstädter Landstraße 1 85764 Neuherberg - Tel.: 089-3187-3946 - Fax: 089-3187-3324 - E-Mail: presse@helmholtz-muenchen.de

Fachlicher Ansprechpartner
Prof. Dr. Holger Schulz, Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH) Institut für Epidemiologie I, Ingolstädter Landstraße 1 85764 Neuherberg, Tel. 089 3187-4119, E-Mail: schulz@helmholtz-muenchen.de

Susanne Eichacker | Helmholtz-Zentrum
Weitere Informationen:
http://www.helmholtz-muenchen.de

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