Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Was hilft Kindern mit gestörtem Sozialverhalten und ADHS?

13.06.2013
Für einen großen Teil der Kinder und Jugendlichen mit einer Störung des Sozialverhaltens gibt es keine zugelassenen Medikamente, die ihnen ergänzend helfen könnten, aus ihrer schwierigen Situation heraus zu finden.

Eine europaweite wissenschaftliche Studie überprüft nun begründete Hinweise darauf, dass das Medikament Risperidon bei Kindern und Jugendlichen mit diesem Krankheitsbild wirksam sein könnte. Die Ulmer Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie (Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Jörg M. Fegert) hat die Studie mit entwickelt, an der betroffene Kinder und Jugendliche teilnehmen können.

Kinder und Jugendliche, bei denen das Krankheitsbild der „Störung des Sozialverhaltens“ diagnostiziert wird, leiden unter einem vergleichsweise hohen Maß an Aggressivität, Zerstörungswut und Impulsivität; sie verletzen oftmals Regeln unseres Zusammenlebens. Häufig wird bei den Betroffenen auch eine ADHS diagnostiziert, d.h. ihnen fehlt darüber hinaus die Fähigkeit, sich zu konzentrieren und sie sind hyperaktiv. „Die Betroffenen leiden unter ihrem eigenen Verhalten, geraten in Konflikte mit der Familie, Freunden, der Schule und schaffen es oft nicht, ihr eigentliches Leben zu leben“, erläutert Oberärztin und Studienleiterin Dr. Ulrike Schulze.

Ergebnisse wissenschaftlicher Studien zum Einsatz des Medikaments Risperidon, das u.a. bei Schizophrenie eingesetzt wird, liefern Hinweise dafür, dass es auch bei Störungen des Sozialverhaltens helfen könnte. Viele Ärzte setzen das Medikament, das auf das Botenstoffsystem im Gehirn wirkt, auch bereits ein. „Wir wollen mit Hilfe unseres Projekts PERS (Pediatric European Risperidone Studies) wissenschaftlich fundierte Aussagen darüber erhalten, ob Risperidon in diesem Bereich wirklich therapeutisch wirksam ist und wie gut verträglich es ist“, so Dr. Schulze. Dazu prüfen die Ärzte und Wissenschaftler in zwei Teilstudien die Wirksamkeit im Vergleich zum Placebo und beobachten, welche Auswirkungen dann das langsame Absetzen des Medikaments hat. „Im gesamten Verlauf der Studien begleiten wir die Kinder und Jugendlichen mit ihren Eltern und Bezugspersonen umfassend“, beschreibt Assistenzärztin Dr. Sonja Aslan, die für die Durchführung des Projekts mit zuständig ist. „Die Kinder kommen zwischen 10 und 18 Mal zu uns, dabei werden ausführliche Untersuchungen und Gespräche mit ihnen und den Eltern oder Bezugspersonen durchgeführt.“ Europaweit wurden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter speziell dafür geschult.

„Die kurzfristige Gabe von Medikamenten kann Kindern und Jugendlichen mit schweren psychischen Problemen im Rahmen einer umfassenden kinder- und jugendpsychiatrischen Behandlung helfen, einen Weg aus ihrer Erkrankung zu finden. Unsere Studie soll klären, ob Risperidon tatsächlich dafür geeignet ist“, fasst Dr. Schulze zusammen. Die Europäische Union fördert die Studie, die an verschiedenen Standorten in Deutschland, den Niederlanden, Großbritannien, Frankreich, Spanien und Italien durchgeführt wird, in ihrem Seventh Framework Program mit insgesamt 6 Mio. Euro.
Betroffene Kinder und Jugendliche können mit ihren Eltern bzw. Bezugspersonen an der Studie teilnehmen. Kontakt: Tel. 0731 500- 61659, E-Mail: sonja.aslan@uniklinik-ulm.de

Für Rückfragen steht Ihnen gerne Jörg Portius, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Universitätsklinikum Ulm, unter der Rufnummer 0731 500-43043 zur Verfügung.

Jörg Portius | idw
Weitere Informationen:
http://www.uniklinik-ulm.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Unternehmen entwickeln sich zu Serviceanbietern
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht Europas demografische Zukunft
25.07.2017 | Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Robuste Computer für's Auto

26.07.2017 | Seminare Workshops

Läuft wie am Schnürchen!

26.07.2017 | Seminare Workshops

Leicht ist manchmal ganz schön schwer!

26.07.2017 | Seminare Workshops